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Full text of "Bach-Jahrbuch 19.Jg 1922"

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19. Dttjnrgang 1922 

3m Sluftwge ber 



son 



$frnolt> ©Bering 

(^a«e a. 6.) 



£>trucf wtb ©ertaa »on Qtoftifopf & £4w<l 

Sei>jtg 






HARVARD 

I UNIVERSITY | 

LIBRARY 



%n$alt 



©cite 
SPrebtgt, gef)alten son Jperrn ©e£. ^onftfhmalrat D. 3uKw$©menb 

tm JefootteSbtenfi be$ 10. £eutf$en ©ac&feffr* am 8. Oftober 1922 

in SBrellau 1 

tyawl <JERiel (£&tn): Die ^raft be* Sterna*, barfleffrat an B-a-c-h 9 
jo^anne* 9Jt filler (SBerKn): 9Jtorh>fpra<£e unb @rilarr be$ jungen 

83a$ 38 

Slrnolb ©Bering (Jpalle): Mtit fiber SOB. SBerfer, ©mbten fiber bie 

©pmmerrie im 85au ber Jugen ufn> 71 



aSerojfentttc^ungcn bet 9Uuen 23a$9efettf#aft, §8erein$ja&t 23,2 
Printer!. \t* Ssfmany 



sprebigt, 



gefcalten *on J^errn ©«$eim«n .ftonjiftcrialrat 

D. 3uliu« @ment>, SDtanfter 

im 8<fta.aw*bi«nft 

in bet @t. !0laria SRagbalena'^ir^e ju 93re$foti 

am @onntafl, fc«ro 8. Oftcfcer 1922, 

anldfjlty fce« Sc^nttn 3>cutf4>en SSacfrfefte*. 






Ma* 14, 1—11. 
Sfcre fei bit, Sl^rifle! Slmen* 

?iebe ©emeinbe! 

Untet ten fogenannten altfitcbKc^en Stmngelien bebeutet 
unfet Xtft tint SWetfnmtbtgfeit @ett taufenb 3ab*en fliegen 
an biefem ©onntag, bcm 17, nacb Stttmtatfe, bit Snget ©otteS 
son cinem ©cbaflbetfel unfet.et $anjeln §um anbetn, urn ju 
boten, ob fiber bie$ <£t>angelium geprebigt witb, unb wie bte 
^hrebtger ben £ejt bejnringem SSeflebt et bocb au$ jroet 23e* 
ftonbtetlen, bte nut duf etlicb anemanbetbangen, innetticb abet 
fetnen Sftetm etgeben ttotten: f)itt bit Jpeitung etne$ SBaffet* 
ffic^ttgen am <§abbat, boxt bit STOabnung 3efu jut S3efcbetben* 
beit im gefettigen ©etfebt* 

3n bet Stat, em feltfameS 9tebenemanbet* ©o etftitt e* 
fi(b wobl, bag bie bxti Stantattn 23acb$ ffit biefen Stag, bte 
auf un* gefommen fmb, jn>at afle an unfet Soangelium am 
fnupfen, abet unter ficb faum tttvai gemetn baben* Die tfatu 
tate abet, bie un$ foeben geboten nmtbe, baft ftcb, »te e$ it 
unb je otefe ^rebiget getan, an ben atfgemetnen ©ebanfen bet 
©onntagcfetet* @ie pteift ben ©egen, btn Sixty unb ©cited? 
bienft gewdbten woflen, roenn nacb btx Untube unb ben ©ot* 
gen bet fecb* ©ocbentage bet ©tocfen $tang un$ Dot @otte$ 
Slngepcbt tuft unb un$ ttaute 9>falmrootte auf bte Sippen 
legt wit bte: „§txx, tcb b<*be lieb bte <&>t&ttt beine* Jpaufe*" 
obet „2Bte btx J^ttfcb fc^reit nacb fttfcbem 2Baffet, fo fcbtett 
ntetne ©eele, ©ott, ju bit"* 

93etgeffen wit jefct etnmal bte bfttfibenbe fcatfacbe, baft 
an fo tneten firten in bet esangelifcben ©bttflenbeit biefet 

&a4'3a&rbu4 1922. 1 



2 geftrrebigt 

©locfenruf beinafte wrgebKcb erfcbaflt. 3a, (aft micb ^eute 
gan) bat>on abfeben, ba§ uoobl aud) mancbe t>on benen, tie 
ebenjefct bier gegenwirtig ftnb, fur geuoobnlicb ben ©egen unb 
grieben gemeinfamer 2lnbacf)t unb Vnbctung wrfiumem 9tur 
barauf witt itb binwetfen, bag bte beiben grogen SReifkr, bie 
ju biefer ©tunbc unfre 9>rebtger ftnb, Jprinrid) ©tbufc unb 
Sobann ©ebafttan 23ac$, ate trote @6bne tb*er unb unftcr 
^trc^e am et>angelifcben ©otteebtcnft liebenb gebangen unb ifcn 
mtt ifcren fcbonften ©aben gejiert unb wftirt $abetu 

©cbufc unb S5a<b, jwei ©onntagefinber un* )ugut, retc^ 
gefegnet son @ott unb babur$ ©egenfpenber fur g(et$geftnnte 
©eelem £at>on twffen wit reben, unb unfer (AM ©jange* 
lium foil utt* Jetteru 

1. 

Sefu* erbarmt ftc£ am Sabbat fiber etnen ©cbwerfranten* 
©a* tfl ben $barif£ern ein ©rducl, trielmebr tin wifftommener 
8lnlag ju feinbfeligen $(&nen* ©ie woffen nid&t erfennen, 
baft bet ©abbat urn be* SRettfcben widen gemacbt tfl, ntcbt 
bet SRenfcb urn bee ©abbat* wtffen, ©ie t>erf!eben ntcbt, bag 
©abbatbeiligung unb Stebeetat ficb ni<bt aueftbltegen, fonbern 
jufammengeboren, ja bag fte ftcb nacb ©ottee Stiffen becfetn 
©ie feben nicbt, bag bte Wniglicbe greibeit Sefu gegenfiber 
ben ©agungen ber ©iter lauter ©ebunbenbeit ifl an ber STOens 
fcben 9tot unb ber Siebe ©ebot* 

gfir un* finb bad ©elbfberfWttblic&feitem 2Barum? ffieit 
nnr unter ber ©eroalt 3efu fteben, ob wir e* w off en ober nicbt 
woffen, wiffen ober nicfct tmffen* SBucb baben wir nicbt* ju 
fcbaffen mtt ber ©abbatfeier ber Slngelfacbfen, beren ©onn* 
tag gletcb btm ©abbat ber 3«ben etn flugettabmer Sngel 
geroorben ift, etn f)<xttt 3ocb ftatt etner fugen 2Bo$ttat» 
3Rtt JDanf erinnern totr un*, bag totr beutfcbe Sbrijlen ftnb, 
bag Dr. JButber in ber (Srflarung bee getertaggebote* t>om 
5£age fiberbaupt nicbt fpricbt, fonbern nur t>on ©otte* ©ort 
unb t>tf\m ©erffinbigung* Unb ©c^fi§ »te 23a# finb ed^te 
Sutberaner gewefen, b* b* in biefem gaffe: SWenfcben btt 
grei^eit 



Jeftyrebiat ' 3 

9lun fcenn, wenn e$ je cm $eitaUtx gegeben f)at, bat be* 
©onntag* in 3efu ©inn unb im ©eiffe Sutbet* beburfte, bann 
ifl e$ ba$ unftigc. jJenn fo gewig wit gerabc fceute tdgtic^ 
bit 2Itbeit fegnen aid eine$ bet unentbebritcbfien SWittet, ten 
Samme? biefer ^eiten ju metflern, ben unfdglicfcen ©rucf be* 
©egenwart ju ftbetwmten, — acb/ SWfi^fat unb STtbeit fmb 
mit nitbten &a* „«6fHi<bfte" tm 2cbem 2Bet fo jenen 90. $falm 
oerflebt, fyat tyn mifjoerftonbem ©erabe ba* will un* bet 
©onntag fagem Sr toiU un$ ffi&tbat macben, bag be* (S&riflen 
aKeturfptungticbfte 95eftg bte gteube gewefen ift, bte gteube 
an ©ott unb ©otte* SJtacbt, bie ftxtubt btx erffiften ©eefen 
an bet ©emeinfcbaft mit ibm unb mit feinen Jtinbern, tit 
Qfyrifhi* un* etwotben f>at 7 „gteube bit gfifle unb frfige 
©tiOe"* 

Slbet fretlicb, wenn bte Arbeit xvfyt, bann wirb e* bem 
Sfciften unfrer Stage etft te<bt bcwugt, bag wir in einer fin* 
fleren, fceitlofcn 3^^ fe&*n* ffiietricl ©erjweiflung in ben ewfte 
flen ©emutern, wtetnel offenbare (jfebunbenbeit an 2lfltag$forge 
unb 2Birtfcbaft$n6te, wietnel setbotgeneS Slenb, wietriet@tumpfs 
beit unb SebenSfiberbrug ! Unb nitgenb, nitgenb ein gunfletn 
con #offnung auf beffete %tittn. 3ft e$ nic^t ganj Detftdnb* 
licb/ bag in bem gtogen ©pital (man fonnte au$ fagen: 
9tarren&au*), in btm wit ^eute wo&nen muffen, ^unbert 
#tjte unb tau^tnb fiuatffalbet tyre SJtebifamente anpteifen 
unb tyre Spfer finben — getabe auty auf bem JBoben be* 
UbetfinnKtyen, be* Slufregenben unb ©enfationetfen, ber 9Jtyftif 
obet bet Slpofafyptif, be* ©pititi*mu* obet SWultt*mu*, unb 
wte bit aittn Srtwege atte beifen? SBabrticb, totfranfe ^eit! 

©ottjgob, bag wir noty beiffrdftige ©after unb feelen* 
Sunfcige $tjte b<*ben! Sfyxtx jwei bieten un* in biefen Stagen 
unb oorab an biefer ®t&ttt tyre oft bewdbrten ©tenfte an: 
@tyu§ unb JBaty, 25eibe xotxt btx b&cbften Sbten in Zf)to* 
logie unb $hrcbe aU geniale 2lu$feger bet f)tiiiQtn ©cbtift, aU 
geifle$mdcbtige tyxtbiQtx bt* ffoangetiumd t>on btx ©nabe unb 
Slteue ©otted, aU SRefotmatoren unb ^onfeffoten^ Slber aucb 
ate 5&tjte »otten xvix fie fytutt promooieren, fo wie in unfret 
3eit eine beutfcbe mebijinifcbe gafuttdt ben befannteflen Sfinget 



4 ' Seftyrebiflt 

unb Stben S3acb$/ au*btttdlicb urn feinet Xmrfunfi nntten, 
ebttnbatbet jum JDoftot bet SWebijin etnannte. ©ar bad mogs 
ticb, bann rottb e* ja aucb etfoubt fein, sot biefem 23tlbe 
//3eM beilt am ©abbat einen $tan!en" getabe an unfete 
gtogen, frommen Slonmeiftet ju gebenfen. 

<£* gebt bocb obne gtage t>on ibten SBerfen, t>on ibtem 
SBefen gefunbenbe, oetjungenbe, emeuernbc $taft au& ©puren 
tt)ir t»a^ ntcbt gerabe beute? Jpat bat nicbt mancbet t>on un$ 
oftmate ju feinem ©egen etfabten: in tiefer JEtautigfeit obet 
©etjagtbeit, im quSlenben ^n>iefpa(t jttnfcben $opf unb Jpetj, 
jroifcben Sbeal unb 2Bitf Itcbfeit, bet innetet Seete obet in 
©tunben oolliget SebenSmtibigfett? 2H$ oot 3abten etne unfetet 
STOufifjeitfcbriften an Jpunbette bet ^ettgenoffen bie # 3tunbftage 
ricbtete: „2Ba* bebeutet fut ©te 3- ©. SBacb?", ba ifi t>on 
jabUofen £tppen ein einjiget Subeltuf etfcbotfen, unb einet 
bat geantroottet: „95acb ifi bet STOenfcb, mit bem id) bei 5£ag 
unb 9tacbt — biefe ffiotte im bucbfWMicben rote im fibet* 
ttagenen ©inne genommen — ©emeinfcbaft pffegen tannl" 
gutroabt, btet ifi „©tabt fut§ 23lut unb 3Ratf ffit bie JTnocben"* 
3d) roill bit 93ebauptung roagen: 2Benn id) empWnglicben 
©eeten t>on biefen Jpelben be$ ©lauben* unb bet $taft aucb 
nut etjdbten, etne ibtet gtofjen ©erfe aucb nut befcbteiben 
batf, fo roetben Xtauttge ftoblicb/ bange #erjen gettofl unb 
$tanfe gefunb* <£$ roitb ©onntag brinnen, roo man ibnen 
in* Sluge blicft unb ben ?>ul$fcblag t'bte* Snnetften fputt* 

Slbet oiel gt&fiete ffiitf ung ttauen rott biefen SRetfktn ju* ©e* 
tabe beute, ba unfet atmee 2)olf jettiffen ifi rote nie unb ftanf roie 
nie, ftnb ©cbug unb 93acb bit betufenen Jpcilfunfllet, bie bet ©eele 
etnet ganjen 9latton neuen ©etft einbaucben, ftifcbe* 8eben geben, 
fie jufammenfubten unb wfobnen ffinnen* Unb t>otab unftct 
Aitcbe, beten ftomme unb tteue ©obne fie geroefen^ follen fie neue 
%itbe unb ^wnetgung etroeden, \a t>ielmebt btx Jlitcbe felbji neue 
Siebe einpfif en, fo oiel ?iebe*geijt unb Stobetungelufl, ba% fie 
bem et>angelifd>en 93ol!e bie rounbetbaten @cbdge©cbfi@tfcbet unb 
SBacbfcbet^unji mit ootten jpdnben auSteife, Sotab am ©onntag! 
©it SKdnnet bet $anjel abet roollen atle getn fcbroeigen, roo biefe 
g>topbeten auffleben unb unfetm Solfe an^ Jperj gteifem 



SJeftytebtgt 5 

wte gut, bag bie 9teue 25ad)s@efefl[fd)aft bet jebem tl)tet 
gefte in ben SJKttelpunft bet Stage eincn ©ottee&ienft ftettt, 
ate wollte fie fagen: ©o foil et>angelifd)e ©emetnbefeiet fctn, 
em ©efunbbtunnen ffir atle tfranfen, ein gteubenquefl ffit 
aUe fctoftbebutftigen, ein $Botfd)macf ewtget ©onnen! „©oDfe 
an, afle bie il)t butfttg feib, fommt l)et jum ©affet, ba$ ibt 
genefet", ©tt abet, bie wit x>on bettt grieben unb ©egen 
folder l)eiltgen ?)rcbigt in 5£6nen teid)e Stfal)tung gemad)t 
fcaben, wtt gtfigen fie l)eute aufd neue mit Jpetjendbanf, bie 
l)oDen Jpduptet unfrer Slttetgtogten: @tuf$ eucb ®ott, il)t 2Wei? 
fter! £> fpted)t nur ein ©ott, ein ©ott, bag @ott eud) gab, 
unb wit mxbm gefunb; ©it glauben witbtx, text boffen, 
wit beten wiebet mit >Jut>etftd)t. ©it fegnen mtf), bit il)t 
t>om Jpaufe bed Jpettn feib! 

2 - 

©onntagdfinbet finb fie gewefen, betbe, @d)u§ unb 23ad)* 
©lucfefinbet im gew6l)ntid)en ©inne bee ©otted md)t Sinfame 
©ege finb fie gegangen, Seibendwege, wte ed bent ©entud nun 
einmat befd)ieben iff, Unb Sinfam!eit ifl ek gefdbtttd) Ding* 
Cb bet #&d)ftbegabte, bet fein 3afctl)unbett ftbettagenbe wobl 
ein llaxti 23ewuftfein fpt t>on bem, wad et bebeutet? fib 
et bm Dtucf einet gtofen gefcbtd)tlicben SBeftimmung fpfitt? 
Ob unfte beiben SKeifiet in itgenb einem jutteffenben SRafie 
geful)tt Ijaben, wad ifcnen oetlie^en wat? Dad if! mel)t aid 
eine mufjjige Stage* 

$etnet son beiben l)at, fo weit mem ©iffen teid)t, ficb je 
batubet audgelaffem ©anj gewtfj l)aben fie fid) ate 2Wetftet 
geffil)lt, ffil)len muffen* Slbet ebenfo gewif finb fie im fcb&nften 
©inne bed ©otted bemfitige Sfctiftenmenfcben, ja aud) tief* 
befdjeibene geute gewefen* Sd gibt SWetfmale, an benen fid) 
ba^ mit etniget ©id)etfceit fefiftetten tdft; t^frer btei Debe icb 
l)etaud* ©enn einem ,ft&nftlet, einem begnabeten $6nnet bet 
JBetfafl btx STOenge gfetd)gtlttg ift, fo mag man ba^ feinen 
©tolj nennen; ebenfo unb nocb met ebet buxfm wit fagen: 
©et auf 9flenfd)engunft t>etjtd) ten fann, if* tnnetlid) bef^eiben! 
Unb wet Slnbete, aud) ©etingete neben fid) getten Idf t, tfmen 



6 Jeftyrebigt* 

atte &)tt g&nnt, ber t>erbtent bad ?ob bet ®a<f)li$U\t unb 
IBittigfett, aber aucb ba6 ber ecbten, lauteren 23ef<b«ibenbeit* 
SBer enbticb bei attem, toad er tut, tie Sbre (Sotted t>or Slugen 
bat, mcfctd ■Sfabered, ber tfl geroifj aufer atfer ©efabr ber 
©elbfWiberfcbd§ung; er weif, in weffen £ienfi er flebt 

9(Ue btefe Jiennjeicben, t>or aUem bad lefcte, ftnben wir bet 
©cbfifc unb 93acb ui'ttottffan STOafie* ©enn jened Soli deo 
gloria! auf SJacb* 9>arttturen tfl me&r aid 9>&rafe ober $om 
mention; ed if* mit bent #erjcn gefcbrieben wie ba^, n>ad tbm 
aoraudge&t* Unb ed bletbt fur aUe £eiten benfrofirbtg, ba% 
unfer @cbfifc ein ©d&riftwort *>or anberen geltebt, ed fiber fetn 
9totenbort gefe§t, ed ju feinem Seicbttttejtt beflimmt unb einem 
feiner ©cfcfiler ali STOotette ffir fein 23egrdbnt* in SNuftrag 
gegeben bat (9>f. 119, 54): 

„ Jperr, beine Sftecbte ftnb mein 2ieb tm Jpaufe meiner SBJallf abrt." 

©orgebrdngt bat ficb feiner son beiben* @ie b^en ftcb 
begnfigt mit bent, n>ad ibnen bei i&ren Sebjeiten befctyieben 
war, jufrieben mit btm 9>iage, ben man i^nen an ber ©fcren* 
tafel ber fcficbtigen unb S3etufenen gegonnt 2lber SSeibe nmrben 
and) sergeffen, jabrbunbettelang* Sd tut ni$t not, ^tert>telbat> on 
ju reben* @ie mufften fo ju fagen neu entberft unb aufgewecft 
werben, 2$acb t>or bunbert 3abren, @cb&§ in biefer unfrer 3«t, 
@o febr roaren fie ind Jpintertreffen geratem 3an>ofcl, ba^ 
tag an ibnen felbfh ffier nur bem Jp&cbfkn bient unb benen, 
bie ibn f urcbten, ber mag ed ftcb fefber jufcbreiben, wenn ganje 
©efcblecbter feiner jeitweitig oergeffen. SIber aucb bit^ ifi wa$r: 
^u bm SWenfcben gebfiren Jnrifcbenrdume, unb ju ben grofi en 
SWenfcben groge ^nnfcbewdume* ©rfi ein gewiffer raumjettticber 
Slbftanb \>erfe§t und in bie Sage, wabre unb bleibenbe ©r&fie ju 
ermeffen. Unb fo war ed t)itt. 

9Um ftnb roir roiebrr id unferm £t>angeltunu 3efud mabnt 
bie ebrgeijigen, titkn SRdnner ber gelebrten 3 u nf*/ ^tim ©afi* 
mab( nicftt wad) Sbrenpldgen ju trac^ten, fonbern ficb befc^eiben 
untenan ju fegem Wltxh ed wobl: jegt wi(( ficb bocb urn 
bit btibm fo t>erfcbiebenartigen ^dtften unfered S&jtted ein 
gewiffed Sinbeitdbanb legem 2Bie 3efud ficb bort in ber @abbat* 
f rage an bai gleicbfant eingeborene Smpftnben btt 9laturmenfcben 



Sejtyrebigt. 7 

mnbtt, bem etn gefunbet SnfKnft ffit ba* SRecbte fagt: $itf) 
nut gettoft beinen £)c$fen obet Sfet au* bem 23tunnen, ob e$ 
fcbon ©abbat if!!, — fo bejtebt et ftcb fur bie SRegeln be* 
gefettigen Seben* auf £>a^ nat&tlicbe getngefu^t im $uttutmenf cben, 
ba* tyn \z%xt, ttebet ben untetflen ate ben obetften 9>(a§ an 
ber SEafel ju wAbfeit* ©«bt/ 3efu$ beftnbet ftcb offenbattm beflen 
©n&etnefcmen nut be* SRenfcben mnerflem unb etgenftem gfi&len 
unb SReinem 9tut bag et biefe ©timme, biefen ©tnn ffir 
bai 2Babre teintgen mScbte t>on alter felbftf&c^tigen 23erecbnung, 
— fie tft in beiben gdflen ju t>etmuten, — unb unfern ©etjl 
fcinaufijeben xoitt auf bte Jpofce feiner teinen, gJttltcfcen ©etfnnung: 
er bUft btm tftanfen urn be* $tan?en witfen; et ifl t>on Jpetjen 
bemfitig ofcne StebengebanFen. 

2Ba$ abet unfet Jpert ben 95efc^eibenen in 2lu$fi#t fleHt, 
et b<rt c* fdbet in einjigatttget SBBctfe betnacb errungen unb 
ettetcbt „@t etniebtiegte ftcb felbfi unb warb gebotfam bte 
jum XoU, \a jum SEobe am Jireuj* Datum fyat ifyn aud> 
©ott erbobet unb fyat ifcm einen 9tamen gegeben, bet Abet 
afle 9lamen tft/' 3n itgenbeinem SWage ifl ba* bocb aucb 
an feinen 3&ngetn immet wiebet SBabtbett gerootben: „2Bet 
ft# felbfl erfcobt, bet witb etniebtigt wetben; unb wet fid) 
felbfl etniebtigt, bet foff etfcofct wetben!" 

©abrlicb, ein ©efcblecbt nacb btm anbern, ein Sabtbunbett 
um ba* anbete roenbet ftcfc fyutt an jeben unfrer Uibm SWetftet 
unb fagt ju ibnen: *gteunb, turfe ^tnauf !" unb fpttcbt ju t>fe(en 
Slnbeten, jm>or melteicbt 93et>orjugten unb ttbetfcfcagtem „3Beis 
cbet btefen! Sbte, bem Sfcte gebubtt! jput ab unb 9>ta§ gemacbt; 
if)t wexbtt nimmet tbte$gtet#en fefcn!" 

Sot nicbt langet Jeit $at bet etfle et>angettfcbe ©etfHtcbe 
©cbroeben* feinen jungen 2Imt$btfibetn gefagt: 93iet Soangeliflen 
ftnb e$, beten ©cfcttften if)t fottan in unfet SBolf fctneinttagen 
unb ifytn auslegen fotft. Slbet t>ergefjt mit bm f unften £oan* 
getifien nicbt; et ^eigt Sio&ann ©ebaflian 25a<b"* Det Stj^ 
bifcbof $&ttt aucb fagen bfitfen: „©et fuhfte ^et^t @(b&§/ unb 
bet fecbfte ^ei|t 95acb»" $ixxu>af)t, SsangeUfien 3efu tytifti, 
if)tt$ unb unfre* ^)errn! 

^ber, gteunbe, ber ©rfwebe batf un* nicbt befcb^men* Um 



8 . Seftytebtflt. 

beutfdje 2Reifler gebt ed ^ter; ibre erfte SWtffton Ijaben fie in 
beutfcbenfcmben ju erffitfen, unb fie ift nocb lange, lange nicfct 
erf uflt Stun benfen wtr wieber an unfer unglficf Kcbed, jerflofiened, 
mtgbanbetted SJott Ob ntcbt einmal bie ©tunbe fd&lagen* wirb, 
ba ©ott if)m aud feinet Srniebrigung fceraufbilft unb ibm fo* 
tuet ?uft unb Staum unb {ebendrecbt juerfennt, rote ed bebarf ? 
£)b er and) ju ibm, bem oeracbteten, befcbim^ften, entrecbteten 
einmal fagen witb: „9tficfe binauf ! 9Hmm ben 9>la§ ein, ben 
id) bit befftmmt ^a6e — "? Dad if* ja unfer afler tdgli<bed 
gragem 

©etrofi! ber Slag fommt. Sr mug fommen, fo gewig ftcf> 
®ott fcunbertmal ju unferm Solfe befannt unb tbm folcfce 
gutter unb SWeifler rote ©ebfifc unb SJacb gegeben b<rt unb nocb 
erb&t, Jo gerabe Jegt neu fd)enft €r wirb fommen/ wenn 
in unferm SBaterlanbe bit ffibrenben ©tdnbe bie ©timme fybtm 
wotfen, bit gerabe biefeSBetben undunermfiblicb ju ®el)&rbringen: 
„£d if! bir gefagt, wad reebt iff, unb wad ber Jperr, bein ©ott, 
oon bir forbert, ndmlicb ©otted SQJort batten unb ftebe uben 
unb bem&tig fein t>or beinem ©ott"* 

tiftitttn im Ungtucf r tbr beutfd)en S&rtften, lafjt und bie 
Jpdupter er&eben im Stogeftcbt ber SJoten ©otted, bit er und 
gab* @ie ftnb unfer, unb wir wotfen fie in &)ttn batten, 
Slber nid)t nur fo, bafi wir il)re $unfl bewunbern unb und f fir 
ibre 2Berfe begeifierm 9lein, fo/ bag wir erFennen, wo ibrer 
©eelen ©tdrFe entfprtngt unb ibr innerfled £eben rubt* Daruber 
(affen fie felbfl und nicbt im Umgewiffen. ^SBad €briftud mir 
gegeben, ba^ ifl ber 2iebe wert", fo tautet il)r SJeFenntmd. Unb 
barin wotten wir mit ibnen ©emeinfd)aft b<*ben, eind in Sutberd 
©eifl unb in SbrifK tfraft, — ©emeinfcbaft barin, ba% xoix 
tfid)tig werben, mit ibnen unb wie fie oon ©otted #errticb?eit 
unb ©nabe ju ftngen, bie* jeitlicb unb bort ewigticb* 2l*men* 



£>ie $raft bee SUjemas, 

bargeftettt an B-A-C-H, 
2Jon Dr. 9>aul SWie* (tfotn)* 

©runbgebanfe bet folgenben ©tubte iff, bte 33ebeutung be* 
Zfytma* ffir ba$ ganje Xonflucf an einem befonber* g&njitgen 
93eifptete ju untetfucfcen* ©dfcrenb bteber bit 95ebeutung be* 
Sterna* wcfentiid^ nacfc bet ©ette bet SWotfoentrmdKung £in 
betrac&tet nmrbe, fotf fcter gejeigt roerben, bag ba* SE^cma aucfc 
vfyptymifcfc/ fcarmomfcfce, ja fogar fotmale $eime entfcdtt, bie 
ftcfc fpater entnritfefru ©ie aufjufmben ift fdjnrierig, ba tint 
birefte €&nlt#fett wtc iti bet motttrifefcen Serarbettung niefct 
befle&t 6* erwetfl fi$ at* jroecfmdgig etne Jpdufung gletcfc 
geriefcteter SSeifptefe, auf beren SBebeutung fur fltlf unbltctye Unter* 
fuctyungen fc^on fcingeroiefen rourbe 1 )* Sin melleicfct ctnjtgs 
artige* 23eifptei ijl ba* B-A-C-HkXbema* @* if! alfo f efljufteCen, 
worin bie SBearbeitungen btefe* 2$ema* ubereinftimmen. Dann 
ifi ber ©cfclufj roobi einnmnbfret, bafj gleictye muftfaltfcfce 23ife 
bungen, bet ben serf^iebenften ^ompomflen eintretenb, bem 
©runbtbema entfpringen, beffen 25ebeutung in ibnen atfo t>er* 
folgt mxbtn tann. 

Sine SluffieUung bet in 25eira#t Fommenben SEBerFe gab 
% ©imon 2 )* 3n btt folgenben Slrbeit fmb benugt: 

L 3. ©♦ 23 a # (S. B.*), bie ber $unft ber guge angefcdngte 

J ) @tefje 95 6 (fen unb 9ftie$, ©mnblagen, 2fafga6en unb SWet^oben 
be? tmiftfat. ©tilfunbe* geitfd[>rift far 5D?uftfn>tfFenfd^aft, %afy$. V, £eft 5. 

2) $ie ^OTuftf, 9. 3a^t8 v £eft 4, «. 226 ff. 

3) -Die 33ud)(!aben in () ftnb bie 2l&fatjungen, aujjetbem Xaftiafylm 
t&om SfafanQe au$; nur in S. B. t>om etfien Gmtritt be$ B-A-C-H* 



10 $aul HUe*, 

Fuga XV a tre Sogetti ed a 4 voci. ©a$ Xfytma 
B-A-C-H trttt afe btitM auf, nacb feiner Sinffifcrung 
brt<bt bie guge un&oUenbet ab* 

2* tyrdlubium unbguge Bbur t>on einemltnbefanns 
ten (B.?)* ©ie tfl tn oieten 2lu$gaben feet $tet>ier* 
werfe t>on 3.©*S3ad& entfcalten l ) J ©pitta 2 ) bdtt tyre #er* 
funft t)on ©♦ fea<b ffir mogltdj>, tro^ ber befftmmten 
' 3lu*fage gorfef **) — geftfifct auf griebemann 93acb — , 
ba$ 23acb bad Xfytma nur in ber Jiunfl bet guge bears 
beitet fcabe* Sebenfatte mfifjte e* ft<b urn etn 3ugenb* 
roerf fcanbeln, ©pitta fpricbt t>on „ben erften Sabrjetynten 
be« 18. 3abrbunberts", 

3.-5. ©rei gugen t>on @- 21. ©orge 4 ) (S. I, S. H, S. III). 
2)a* Sbema ber erften ffifcrt ©tmon aU tyt>. £. SJadfr 
jugefc&rig an, bad ber britten ern>A|mt an ber obigen 
©tette ©pitta, ben e« an SBujrtebube erinnert 

6. Sbrifii an 23a c& (C. B.) guge ffir ba* pianoforte ober 
bie Srgel f omponiert fiber bit 93u<&fiaben feine* 9lamen* *)♦ 

7. 3***«Rreb* (K.) guge fiber ben Stamen »a<b 6 )* 

a 3- ©♦ 2Ubrec&t*berger (A.) guge fiber B-A-C-H, ffir 

blaster ober Orgel 7 )* 
9.— 14. JR. ©(bum an n £)p* 60. 6 gugen fiber ben SWamen 

S5acb ffir Srget ober ^ebalfTfigel (Sch.I bit Sch.VI). 



*) j- S3* SBifc^off, S5b. VII. <5*jr»fanber, S5b. IV* 

2) 3. ®. »ad&, II 6. 684, *$l % ©d&reper, SBeirtdge jut SBad^fritif 
J^eftH @.68f. 

8 ) 5orfel fpridjjr biefe Stnftc^t nod^ beutlic^er in einem SSriefe an Jpoffs 
meifler tinb ^ufjnel an*, beffen ^enntnid tc$ £etrn .ftutftFn, .ftonfetfjator 
bed £e»er;9Wufcum$ in &bln, toerbanfe. 

4 ) 3fodS> fftr biefe* 2Berf fd^ulbe td[> £errn ,ftin*f» £5anF, bet mix 
bat SWanuflripr au$ ber <priegerf<$en ©ammfong jngdngKd^ mac^te, 9luf; 
fd^rift ifl: 3 Sfugen ft&er ben <ftamen S3ad^ gefefcr toon ©♦ 5L @otge, J^bf= 
unb @tabtorganifien ju So&enflein* 2Hte (Ranb&emerfung „@c£einr ©orge'S 
£anbf<$rift ju fein #♦". 

5 ) S5ei 3L &ftf>nel, Bureau de musique. 

e) ©efamtftuSga&e ber ^on(r6cfe fftr bie Orgel L 9tbt J^eft I, %. 1. 
^agbeburg, £einridS>$§ofem 

7 ) JDenfmdler ber ^onfunfl in £frerrei$, XVI. 3a^rg v ^eil II. 



JDie &taft be* Xfymai. 11 

15. g* Sifjt 9>&antafte unb guge fiber bad 2#ema B-A-C-H. 
(L.) 

16. ®. Schumann 9>aff<*cagtia unb'gtnale fiber B-A-C-H 
fur Orgel £)p. 39. (G. Sch.) 1 ) 

17. 3K. Steger gantafte unb guge fiber ben Women fdad) 
ffir Orgel Op, 46. (R.) 

18. 9t SRim^f^^orfafow^gugbettaB-A-C-Haud Para- 
phrases pour Piano sur le th&me favori et oblig£ 



j,^ | rIrJ | rJVij |i 



t>on »♦ SSorobine, <£• @ui, 21. ftabow, 9h JRtmSfysJJor* 
faforo* (R. K.). 

19. ®nige fleinere SBeifptele, triefleic&t jum £eil ^ufafl** 
btlbungen: 

tfleine* $armotufcfte* gabprtntfc (2lu*gabe ber S3acfc 
gefettfaaf* »anb XXXVm @. 225) im „Senirum"- 

a3eetfcot>en, ©tubten ju einer Out>ertfire J ). 

S3ra&m$, au* einer $abenj ju Seetbosen* G burton jert 3 ) 

9& Steger, jwei Xattt au* ber ©onatine Op. 89, 9ir 4 ffir 
\Rlatner 4 ) 

©amtt bfirften wemgflen* bte Jpauptbearbettungen bed SEbema* 
ber Unterfucbung jugrunbe (iegen. 

9»it 2lu*nabme ber gragmente in 19 unb ber 9>affacagtia 
t>on G. Sch. fyabm atte $ompontf!en bie gugenf orm gewdblt, 
©n ©runb ifi jweifetlo* dufjerer 2trt — eine ®&tenbejeugung 
ffir ttn ©rofjmeifler ber gugenform* SBieHetcbt eignet e$ ftcb 
au<b nic^t recbt ffir eine anbere gorm. ©dmtlicbe gugen ffcUen 
«$ beutlicb at* /,tfopf" in langen SEBerten (eraut/ wdb^nb 
feine gortffibrung bann meifl SKotit>c junefcmenber 93ewegung 
bringt; in einem ©onatenfafc wfirbe ber $opf nidft fo beutlicb 
in bm SBorbergrunb gefefct roerben finnen. 

*) 3)a6 Xfyma tft mit I, bie SBariationen flnb mit II unb forlaufenb 
bejei<bnet. 

*) ©♦ %>tte&obm, gacire SBeetbo&emana, S. 12, 542, 678f. 
3) TO. tfalbetf, 3. ®ra^m« I, 6. 265. 
*) @.& 3.3. 



12 $aul Htie*, 

Stonatt ifi meifi Bbut (10 mat)/ 6a^ betfjt: bet etfie SEon 
gibt 6ie SEontfa; fonft etfefceinen Cbut unb cmott (S. I, S. n, 
S. Ill, R. K.), dmoff (S. B.), Fbut (Sch. V, mit einem attet* 
bing* wenig <bataftettflifcben Jfraupttbema), gmotf (Sch. Ill, 
bie 9>ataCeltonatt t>on Bbut): afle* nabe 8&etnmnbte son B* 
2lu* bet ©letebbeit bet SEonatten folgt, bag bet flopf bet fcincr 
jeweitigen ©tebetfebt auf ben nd<bfit>etroanbten SEonfiufen et* 
febeinen mug* 25et SBetflJctc^ jetgt babei, bag bet attgemetnen 
SReget folgenb 1 ) fotcbe Xonfiufen besotjugt wetben, bit bet 
©betbominantteibe angeboten, alfo B-*F-*C->G-*D, nur 
bie 9J?oC*gugen (befonbet* S.II) jeigen biufigetbteUntetbomtnant* 
teibe B -* Es -* As -► Des, 2)ie B burgage K v bie fofott mit 
einet Srngffibtung be* Jtopfe* begtnnt, beantroottet audna&m** 
roeife in bet Obetquatt Sltfe SBeantwottungen ftnb teat 

Die t)om $opf aufgejroungene Xonatt befiimmt 
mit ben tb^tbmtfcben JBeginn bee $opfe$, feine 2luf* 
taf ttgfctt obet 9ti<btauf tat tigFett Sltfe gugen, bie mcf>t in 
Bbut fieben, b<*ben einen auftaftigen 95eginn; b §at bann fiatfe 
Seittonfpannung, bei S.I bid S.1II ifi e$ ©eptime bet SEomfa c, 
fogat in jweietlei ©efialt aU b unb h 2 ), d^nlic^ bei C. B. 
unb Sch. V in Fbut* Die Bbimgugen ftnb metfl nicbtauf? 
taftig obet febwmtfen jwifeben SIuftaEt unb 9ti<btauftaft; eine 
SOetfutjung bee etfien tfopfton* tu'elfacb au* ©tunben be* 



3ufammenflang$ rote }♦ 25* bei Sch. VI 9 : ^ J 5= 



fiatt bed fonfiigen 9 ^ ^ J J j ifi babei Fein eefctet 2luf: 



taft. J5et Sinffofi bed tfopfe* auf fconatt? ©tufe bet ©teber* 
bolungen unb JRb9tbmiF ifi bamit etnriefem Sinige* Sefonbere 
jeigen bie ©cblfiffe son S.I unb S. Ill; btibt t^tbmifteten 



^ 2 - 



t> f 1 J^ ly E fatt feb p I J p ^j 



C 7 F G 7 -> C 
abet nut um btet butd) beutKcbe Sluftafttgfeit bet btibtn ©eptu 
men b unb h bie @d)luf;Faben$ (D 7 ) SD 7 T in Stnbenj ju 

*) 3. 95. na<b 9T. ©cbalge, 2e$r6udS> bet $uge, Bd. I, ®. 191* 

2 ) ®te$e bie 93emetfuttg son 3. ©irnon ju 9fr. 3. 



2)xe &raft be* fyemai. 13 

fefcen* Sch. II tbttfbmifiert fo ben $opf, urn ifyn beutlid) ab* 
gu&eben* 3m ubrigen ftnb aber betart untegelmdfjige Styptfc 
men bem $opfe fremb* 

©d)on bic lefcten SJeifpiele ftnb ©erdnbetungen bed $opfe& 
9ta&r setwanbt mit biefen rtS^t&mifc&en ©<j)lufiffrebungen in 
S. I unb S. Ill tft eine 3ufa§note in S. II Salt 8 beim ffiieber* 

■ • a, 
etnfafc be* Xbema* j fob 1 • = ^3^ :== ^= -offenbar }ut 



SBerbeutltcbung be* @timmeneinttttt& Slucty bic in 23fp. 1 et* 
rodbnte SBerfurjung bet 2lnfang$note gebort bteirbtn; in S.II, 
Sch. VI, R. ifi fie bdutfg, s£Bie biefe SJerdnbet ung meifl baju btertt, 
anbere ©timmen auSlaufen ju laffen unb Jpdrten ju sermeiben, 
fo aud) eine Sfnberung eine* $opf toned, roobet natfirficb bit 
&$n(ic$feit nitfyt t>erlorengeben barf* ©olebe $nberungen finb 
B A.C B, B As C B, B A Cis C, B A Ces B, B As Ces B, 
BACisH; am bdufigften FommtBACB vox. 2lucb treten biefe 
SBerdttberungen mit bem $opf in tyataihk auf rote SJ, £♦ 68/69 

^ a ^, fd)ltefHtcb (auf en in ©equenjen bed Jtopfe* gem 

fotd)e 23etdnberungen unter, wie in B.? Z. 48/49 es d f e g fis a g* 

fiatt ♦ . ♦ * . ♦ gis 
Slue alien ©erfen liefjen fid) biefe Serdnberungen nacbroeifem 

R. liebt befonbet* B A Ces B j. »♦ in bet ^arallele {jdefesd 

(5£aft 40) ©te eine etn>a$ weitergeljenbe £l)ement>erdnbetung 
ati ©teigerungdprinjip aufjerbalb einet ©equenj bienen Fann, 
jeigt in mteteffanter gorm Sch. II, wo be* £opf nad)einanber 
lautet: m 

U ml ! FfttH fi e i r I '^ 



5" m^rptj*^ 



Xatt 1, Xatt 29, 



Krtt 34. 



fc&Uefjlicb fogar ^ i ^ z FT a =%•= ; attetbing* trdgt&tetbie 



Zatx 139. 



14 tyaul OTxe*, 

t&pt&mtfa* ©d)Atfe bed JSopfed in beutticfcem ©egenfafc ju bet 
ganj anbert geatteten SBewegung bet gottfu&tung be* £l)emad 
wefentKd) jut ©iebetetfennung be6 JSopfed bet* 

*$u ben ©etdnbetungen gel)6ten aud) bit UmFefctungen, unb 
jwar foffen ftd) tf tebdgang unb ©ptegelMb — btibtt H C A B — 
md)t untetfefceibem 23etbe tteten fetten auf, in f ugented)mfc$et 
J?mfic$t benufct fie nut Sch. in unb. Sch. IV* SReift fmb 
fte nut ^ufattdbtlbungen; fo mod)te id) etwa S. B. & 32/33 

5, ^-^ 

Xb p ty : ^ f faum aid eine beabftd)tigte ©etdnbetung 



bet UmFel)tung anfpted)en. Dafi unbenmfit betattige SBilbun* 
gen einfttefjen, tfi nut ein neuet 93en>etd ffit bie 93ebeutung 
bed Sl&emenFopfed, Die Umfel)tung, bad fonft fle&enbe #tffd* 
mittet bet guge, tfi alfo felten. Damit t>etroanbt tfi bie 
feltfame Stfcfcetnung, bafj, mit #udnafcme; t>on Sch. IV, btt 

Jiopf immet bie famflfc^fr J p i)^ =unb nid)t bie ebenfo 



<*jpi 



n)abtf(beinti(be /k ty J = I)at; tein fl>eotetifd> 



btctet bie legtete fogat nod) ben SBotteil, bag butd) ben SEiefs 
fptung bie @equenjenl)aftigfeit bed tfopfed gemitbett witb* 
25en ©tunb fut bie 5Betnad)I4ffigung biefet gotm fd)eint mit 
ba$ oon SKaumann 1 ) gefcf)itbette ©efefc ju geben; nad) il)m 
l)at bad Wafftfd)e gugentfcema einen ©tpfetton, bet babutd) 
l)ett)otgel)oben witb, bafj eined bet $'n einfc&liefjenben Sntet* 
saCe bad gtofite bed^!Cl)emad if!; babei l)at ba^ Xfytma $u* 
meifl einen Jiulmtnattondpunft, fetten einen tieffien 9>unft 
SSeifpiet 6 l)at ben beutttd) ifotietten ©ipfel c, felbfl wenn 
ed nid)t wttdngett ifi; gotm 7 i)at feinem 95ei bet Umfefc 
tung H C A B ifi bet ©ipfet fel)t nad) sotn t>etf#oben, t>iefc 
leic&t bal)et tyt fettenet ©ebtaucfc* 

3m fotgenben feien bit ©ipfettSne bet ganjen 2#emen, 

*) & *ftaumann, SatjMung eineS HSfjer noc£ un&eFannt Qtblitbmm 
(Stifeefefcca im 3fof&au be* flafftfc^en $u9entf>ema*, 1878. 



©it Rxaft be* %f)m\a$. 



15 



atfo Jiopf unb 93etldngetung untetfucfct. £ie S^emen oon B?, 
Sch. VI unb R. feten at* SBeifptele gegeben: 



b.? £E 



j^a'gg-^if l M 



©ipfel f, ifoltctt but<$ bie fcetun Ctuint h->£ 



Sch. VI 



»V „ J J l ^TTyp 



3^ 



I I 



3 



©ipfel f, tfoliett btsr$ bie teine Ctuatte c^>f. 



R. 



» 



f 5 ^ 



* 



^ 



©tyfel as, ifoUert biw$ bte setm. Ctuint d->as. 

Die ^ufammenfletfung bet ©tpfettSnc* attet SBerfe etgtbt, 
6a§ tn bet RSEonart f, c, es, as, d, in bet F*£onatt f unb c, 
in bet OSEonatt a unb c be&otjugt wetfccn, atfo immet ffit 
bie SEonart obet $te ©omtnanten cfcataftetiftifc^e ©tufen* 
6* ift brutlicfc, wie fccr $opf fo fcie obete ©tenje be* 
X$ema6 mttbeftimmt 93otau$fefcen ttefj ficb fctefe drfc^et^ 
mmg faum; i$te StHdtung ift, ba$ bet in bet Xonatt fe$? 
unbefiimmte $opf — ©equenj unb Sfctomatif roitFen einet 
tonaten SBeftimmtfcett ftarf entgegen — tm ©tpfet etne @tu§e 
bet 5£onatitdt fucfct unb baffit bie gunfligflen ©ipfetflufen 
nimmt, unb bat finb bit obtgem Damit abet gen>mnt bat 
3trtett>atf „flopfcnfang -> ©ipfet" unb „,Ropfenbe -> ©ipfel" be* 
fonbete 23ebeutung, babet in etjletSime b-*f, h->f, b-*es> 
h->es, b-*c, h-*c, b* $♦ teine unb wtminbette £lutnten 
unb Cluatten unb ©efunben, wit fie ben $opf felbf! befcett* 
fcfcen. Die btei S^emen au* 93fp* 8 jeigen bat, ebenfo Sch. I r 
Sch. II, Sch. V, L. Die metobtf^e Sinie bee Xfcema* 
if! atfo weitgefcenb butd) ben $opf bebingt 

3d) ffi&tte f#on an, bafj bet $opf meifl in tangen 9lotem 
wetten sotangefegt nritb* Die SWefctaafcl btt SBeatbeitungen 
ge&t bann fyflematifcfc ju fc&mtfeten 9lotenwetten 6bet* 25a* 
gefc^ie&t ni#t immet fo ttotfen unb pebantifct) nrie in B? 



16 



tyaul 3Kie*, 



(»fp. 8), man fefce ctwo S. Ill, Sch. I, A (23fp, 11) bie »eet* 
^ooenfd^en Sntrofttfe 1 )* 



a s.m 




Sch. I 



m 



tf P>' j r r ^^ 



E 



.? 



,, f ~ ? ^ * *_£ 



=E 



4 L. 



v i mr r 



^^ t^f^ gi^r c ajjir i, 



Sine Ketne ^a&l t>on £bemen befcdlt bie anfdngttcfce SRb^tfc 
mil; e* banbelt ftcf) bann meifl urn eine t>om ©ipfel abfaOenbe 
cfctomatifdje SOetldngetung; C B. (S3fp. 10), Sch. V tm 
9le6entbema Zatt 44, Sch. VI (»fp. 8) ftnb 6a cfcataftetiflifd^ 
10. 



i 



w=$ 



IP 



=t 



f*^ 



R. (33fp.8) fteflt eineSBetbmbimgSfotm biefet betben ©tuppen 
bat* 3luf bie Sntroicflung bet 3tbt)tbmif unb bamit 
aucb bet SWelobif tfi alfo bet tfopf t>on gtnflufj* 

©djltefcttd) witb bet fotmale Slufbau be$ ganjen 
Xfytmat nocfc bebtngt* Die ©equenj be$ $opfe$ fcbeint 
patallele 23i(bungen bet 83etfdngetung ju forbern unb ju t>et? 
langen, benn bit meiflen 3$emen — 2lu$nabmen ftnb bit Fleine 
©tuppe bet xf)t)ti)mtfd) glei^mdfjigen unb cbtomatifcfc abfattem 
ben — jeigen aucb be$ mittxn ©equenjen. B? (23fp. 8), 

i) a. o. £)., @. 578/79. 



SDte &xaft be* Zfyemai. 



17 



Sch. I (Bfp. 9), Sch. II (SBfp. 11), Sch. IV, A. (5Bfp, 11), S. HI 
(S3fp* 9) feien angefu&rt 

11. Sch. II 




Die @ruppe mtt ©equenjbttbung M fcduftg in einer 
©cfceinftimme 1 ) btatonifcfcen ober cfcromatifcfcen Slbfatt unb auc$ 
fo tfi t)ie SBerbinbung mtt feer jweiten ©ruppe fcergefleflt; A. 
(SBfp, 11, es d c), B? (S5fp 4 8, f es es d), Sch. II (»fp, 11, 
ntannigfacfc), ber jweite 23eetbot>enfcbe Grntnmrf (23fp* 9, g 
f es) jciflen bai. <£$ iff Mar, ba% cine SWenge ttberetnftimmungen, 
wie fie bem 2#ema obne befonbere 2Jbftcf)t be* jtompomfien 
bur#.ben gewdfclten $opf einftiegen, auf ba* ©anje einnrirfen 
mug; einmal baburcfc, bag in bet guge ba^ Sterna at* @an* 
je* unb jerflficfelt fortrodbrenb erHingt, bann aber burd? gteicfc 
gertcfctete SBeemffaffung t>on Jlontrapunftif unb jparmonif. 

SBom Sintritt be* ©efdfcrten ab lagt flcfc metfl t>on einer 
^armonifierung be* $opfe* fprecfcem SBie biefer metobifcfc 
fcfcon eine ©equenj ifl, fo jeigt aucfc bit Jparmome leicfct @e* 
quenjen* 

I. 25ie Jparmoniewbinbung if! jwei ftufemoet* fteigenbe 
©equenjen D ->T*) ober D 7 -► T ober eine trgenbnne altcrierte 
Sominante. S. I, £. 31/32 jeigt ba* einfacfcfte SSeifpteh 

*) 9la$ bem *>on & &urtf), ©tunblagen bed Uneaten ftimtrapiinftt, 
a.eptda.ten 3Cu*btncf, &ap. VHL 

*) SDie 9lngabe bet *jatmonif<$en gunftion fcejtefjt ft<$ im golgenben 
tmmet nut auf ben -ftopf obet feme fceile, nid&t attf ba* ganje Sterna. 

»a$.3a$tM> 1922. 2 



18 



(Paul Wtt, 



|#pN 



± 



-> Chr. 
->T.IV 



J ' ti J f 



A 7 D H 7 E 

Bet ©efunbfatf mtt fetner 2eittonfpatimmg legt biefe fcarmo* 
mfc$e Shtffaffung fe^r nafle* Bag berartige ©equenjen (eid^t 
ernt&beti, if* War; c* ^cttfc^t ba&er bat SBcffceben, buwfc meto* 
btfc^e figuration bet gmjdfttmmen ober bur# Alteration bet 
J^atmomf Slbwecfcffang ju fd^afpcm 25a$ crjlere be&anbfc t# 
fp&ttr, fur ba^ »}n>eite gebe id) cinige 25eift>tete: 



is, s. n, z. 37/3a 



' ft i f if ffi .. jl^f 



o? fr I r fr r 



Gfyc.') 



K., C 9A0. 



pP¥ 



'■V r J IJ 



E? AMsfE 



F 7 B #l» C 



Sch. I, £. 5. 



4 J i . 



r r pt" ~t 



^7 



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->-C4t. 



->-8. 



JR. Schumann iff in bet 2l&»e<$f(ung fc^r etfmfcrifty, 
wd&trtnb tie 9tegcrf<$< ^antafte tride einfo^e ©efunbtxr* 
fegungen entfy&U, tin ©tilmoment au$ anftem Sflegetfd^er 
©etfe. £i< Slhwotionen felbft ftnt f«$t mannigfa<#: 



>) 5Diefe gufdfce teetten on fp&ttm ©ttUe wftftrt. 



• J)ie .ftraft be$ Zfytmat. 



19 



14, R., £. 120. 



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©etten ifl tie bommanttfcfce Jjarmoniftetung in anbcrer 
gofgc ate bet etner ©cquenj im ©anjtonabffcmb; biefc tegtere 
fommt attgemem pot* 23eifpiefc bet ctften ftnb: 

,15, A., g.6/8 . | 



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Sch.VI, 5L37. 



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tyaut OTieS, 



Slllen SJeifptelen tft bit SCuftafttgteit gemeinfam* £et @tun& 
ttfflt na&e: auc£ r&9i&mifc& wtrb burcty Setonung bet Xonita 
bte ber .fcatmonte eigene gofung t>erft&rft« Son biefer Kegel 
gibt e* taunt tint 3(u*na$me* 2tudf> in ben gegenteiligen SBcfc 
fpielen au* Sch. VI u. R. (SBfp. 14 unb 16) erfcfcetnt bie Dominant* 
fcarmome auftafttg, in btefem @inne tft alfo bie erfie 9lote 
bed Jtopfe* nut nac£ t>orne t>erl&ngert 
. n. @equen)barmoniftetungen bet gorm T-*D (ober S-*T) 
mtt ©anjtonabftanb* 

16. Sch. g, 22. 



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T.III 
T.II 



Mud) biedmal fallen bet R. bit flfliflgen ©equenjfcfctebungen 
auf, wA&renb fonft' wrfuc&t wirb, i&nen oud ban 2Bege ju 
ge&en- B.? unb A. entfcalten Mefc Jparmomefolge bid jut 



Die Rxaft be* Xtymat. 



21 



Smt&mgfeit £et SRbptbmud if} aielfacfc m$t auftaftig, ©egen* 
beifpiele tteten abet baufigct auf. 

HI. ©equenjbatmonifietunflen SDT, b. f>. jroet ©anjfc^tfiffe 
tm ©anjtonabflanb, C. B. tnfy&U fte tm etfien £etl bid jum 
ftberbtu§, cin ®tunb mit fur beffen Ungeniefj (forfeit* Sot* 
Suglid) t>erroenbet fie Sch. I in Soft 53 aid ©teigetung *untet 
£ebnung bed Jlopfed bid ju ganjen 9totem 
17* c. b. X. n. 




IV- Jparmomfierunflen ber gorm (°S)->D->T obet in 
anberet Muffaffung T°->D-*T\ Diefe Jparmoniefolge if! 
ni#t ganj felbftoetfWttblicb, &at abet benSBotteit, bafj bie@equenj 
t>emueben wirb. €d tft bejeic^nenb, tafj fte fic& ^auptfdc^lid^ 
bei 9t ©c&umann finbet, bet jroeifeUod neben bet mufiFalifc^en 
9>b<wtafte au# tnel t>etftanbedgemdfiie tfonfltuftion in fetnem 
SBetfe b«t n>a(ten laffetu 

ia a. £,12, 



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Sch. If S.27. 

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Sch.m. £.46. 



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• 3Hc(fa$ crgibt ftc^> bet fciefct jjamtonifterung cine ftfjatfe 
©ponnung jur Starttlngerung &tn, tote bet Sch. HI (23fp, 18) 
unb J. S. B. Z. 3. 

19. £. S. ' 



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Die SR&pt&mtflerung tfl »etfc$«eb«t. 
V. ^tttmoniefolgen D-*T = S-»-S-»-T, olfo etww Q 
FCG. 

2a S. B. X. 25. S. I. 5C a 



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R. £.103. 



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Die &xaft be* Sterna*. 



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©iefe Jjmwtonipetung finbet ft# mii 3fo$na&me *>on R. 
im roefentfic&en in dtteten ©etferi; ©otge Kebt fie bet ten etfien 
©nfdfcen. ©et etfie unb btitte Slffotb fte&en auf bet gteidf>en 
©tufe; tie SSetonung tudft mlfad) ganj auf ben ©cfctufj. 

VI. golgen bet Sotm S T t D T v wo T t unb T 2 ©anjton* 
abflanb fcaben, S unb D ntc^t auf betfelben ©tufe fie&em 
Die ©omtnante ifl meifl ftatf aftettett, Jptet&in ge&6ten: 



2L Sch. VI. £♦ 101. L. £♦ 133. 



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R. £.43. 




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©te* ftnb aCe* neuere 2Betfe, fo bafj beutlicfc bet ©nffafl 
bet t>etfidtften ©frtomatif $ut ©eltung fommt 

VIL 25ei L. unb ©♦ ©ctyumann if} fcduftg bet *>etminbette 
©eptaffotb, bet ate ©an$e$ ©efunbtftrfungen (eicfct jugdng* 



24 ?«ut Witt, 

22. G. Sch. I. 



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K. X. 133. 



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3n Mem ©erfen tjl btefe gorm, »o$l i^rer ftorfen S&ro* 
matif wegen felten. 23et K., etnem an S&ronattf fc^r return 
©erfe, tritt fie beim @$lufjorge(punft att flr&nung auf. 

Sicken tf<& 6ei I— VI glemente be* @anj* unb #albjtyluffe* 
erfennen, fo fdjliefjen ftc$> jc§t an bte p&fpgifc&e unb neapoli* 
taniftfce Jtabenj mnnernbe JJarnionifurongen an. 

Vffl. S. Ill X. 16 tfi b<a etnfac^fle SBetfptet mtt ber 
pb>9gif#en aBenbung, jugletcty ba* einjtge au* bee dltern 
Siteratur. 



s. in. K. 16. 



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iDie &taft bti Zfytmai. 
Sch. I. £. 18. 



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#dufig ifi fie in Sch, I unb R., fogat mit jweimaltge* 
p&r^gtfcfcer SBenbung; bie ©equcnjen' ftnb butcfc gefcfcitfte 
©timmfufcrung toetmiebetu Sine $ette folder SBBenbungen tfl 
bte ©runblage ber ©cfylufftafte toon R. 

24* R. 225. 



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IX. SBenbungen, bit barin Stynfictyfeit mit ber neapolita* 
nifefcen $abenj $a6en, ba% bit btm erjfen ober jweiten $aar 
bet $opfnoten jugefcbrigen Jparmonten Jpafbtona6ftonb fcabetu 
Det jweite Slfforb if! babet, jum Unterfcfcieb turn bet eigentfiefcen 
neapoKtanifcfcen Jiabenj, meifi tin £ut*2lfforb* 



26 



$<utl Witl, 



2b. G. Sch. XXIV. 



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©er anbere ©efunbfaU tmrb oerfcfcieben fcarmoniftert, fogar 
jroei neapoittanifcfce ffienbungen fommen do* wte $. 95* R. SL12; 
jebe SRote be$ $opfe$ ifi bann ©runbton bed auf ify rubenben 
£reiflang$. R. licbt bte neapolttamfcfc ©enbung befonbe**; 
auf feme SBorliebe fur bad 9Uapolttanifcbe unb ^^gtfd^e 
iji aucb fonfi tyingenriefen roorben. 1 ) 

Sttufjer btn angef filter* gibt e* nocb anbere Xparmomfterungen, 
befonber* folcbe, bit nic^t au$ beuilicben ©cfctufjfdflen befteben, 

*) 3* ©• bet £. ©ra&ner, (Heger* £annomf. 



SDic Sxaft to Zfymat. 



27 



wit bieobigen* £ie eVrodbnten ftnbenfic&inetnetgtof en 
Slnjabl bet gugen gemeinfam; anbe^ ifi flat, 6a§ au$ 
bet gleic^en garment! bie gfeicbe JMangwitfung f olgt 
©ann abet jeigt ficb beutlicb bte ©etdnbetung bet b<wnonifcben 
gd&tgfeiten ettva bte ju ben 2Bet?en von St. ©cbumann, unb 
*>on tbnen ab; bid ju Sch. bie 93otKebe fur bte einfacben 
gotgen mtt Dominant unb ©ubbominant, fpdtet bte tmmet 
tetd^Hd^ete SBetroenbung cbtomatifcbet 2lffotbt>etbtn8ungen, bte 
ftcb melfacb ate altetiette ©omtnanten obet fonftnrie etfldten 
(affen, bamit abet ffit bat £>bt t>on ibtet (S&tomattf nicbtt 
einbufien. 

gng oetbunben mit betJpatmonif, abvc n\d)t ibenttfeb mittbt, 
ftnb gewiffe fonflante $onttapunfte ju ben 9toten be$ tfopfe*, 
btetcbfonttapunftifc^eSlppenCXOnenne. JJteanjuf&btenben 
ftnb felten tnbiefet dinfafytyit *>otbanben, fanbetn bie 2typen 
ftnb bie bfttmonifeb witffamen #auptt&ne, rodbtenb bat ftbttge 
melobtfcbe 2lu$fcbm&tfung ifr Dtefet felbji ifi nacbbe* ««e 
eingefcenbe gettennte Untetfucbung geroibmet 

SLI. S$ fyanbtlt ftcf> babei urn bte gunbamentalbdffe bet 
©equenjbatmoniftetungen D -> T unb S -> T\ 21m einfaebfien 
ttwa in G. Sch. XXVII, 



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26, G. Sch. XXVII. 



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roobei tnteteffant tfl, ba% biefe etnfaebfie Jpatmoniefolge tm 
Sktein mit Molto Adagio, ppp, getnwetf bm 2lu$btutf be* 
Sletbetifcben, @ebeimntet>oUen beabftcbttgt ©a$ if} cbatafte* 
tiflifcb baf&t, nrie einfacbe £teiflang$fo(gen in bet neueten 
SWuftf bejtimmteten Shtebtutf baben, ate in ben $tiUn, beren 
#atmomt ntcbt fo reicb an *>etnricfeiten SBUbungen war. S. I, 
& 53 jetgt ben Z. I in einfacbet gotm in bet Obetjfimme, 



28 



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27. S. L S. 53. 



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Sch. m. £. 64. 



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Sch.VL £.54. 



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£a$ 3ntert>aC jwifctyen flopfbeginn unb $ontrapunf tanfang 
tfl beim ©ubtominanttyp meifl ber Sinf (ang, bcim ©omtnanttyp 
©ejrt ober ©efunbe; bieSigenfcfcaf* ber £♦ I ate gunbamentalbdffe 
crftdrt ba* Iciest 3n Sch III Z. 54/55 faufen jwei SL I 
parallel- £♦ I if} on ftcfc nid)t lebiglicfc an bie obigen einfacften 
Jparmonien gebunben, fonbern tritt aud) bet altcrierten Semis 
nanten auf; aflgemein gilt babei, ba% dttere SBJerfe bie einfac&en, 
neucrc bic olterictten ©ominanten besotjugen; Sch. VI 2^54 ifl 
baffir cin 83eifpieL 

X* II: Sine Stetye wn fteigenben £6nen mit je einem ©anj* 
tonabfianb, bie auf ben beiben mittlem Jtopfnoten tiegen bleibt 



£>ie Rxaft be* Sterna*. 



29 



83eglettenfce Jparmommrbtnbung ifl mctft S->T; B? X 45/46 
ifl tin einfadf>e$, G. Sch. XXVIII tin fiarf t>erjierte$ (p$U 
S5fp* 26); $ontrapun?t unt> $opf beginnen tm StnHong. 

28. B.? St. 45. 

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2l6er gebunben an* fciefe Jpatmonie ifl fcer 2typu$ nic&t; 
R. jetgt ifcn £. 190 mit bet neapolitanifcfcen 8Benbung, ebenfo 
S5fp- 25 S. II SL64 mit D-*T, 91b. 18 A, mit gemifc&tet 
Jparm&nie. - 



29. r. £♦ 190. 



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SL in: golge jweicr Xerjctt tm @ef unbabfianb, a(fo etn 
©equenjtppu** 23fp. 16 ent&dtt SBcifptefe aerfcfctebenet Sfct: 
Sch. I SL 22 jwci groge SCerjen mtt ©anjtonabfianb, S. ni 
5L 47 jroet Heine Xeqen mtt ©anjtonabfianb, B? 5L 22 etne 
Heine unb etne gtofje 5£erj mtt Jpalbtonabftanb* £te jparmonie* 
fotge S -> T unb S£e*jabflanb jroiftyen tfontrapunft* unb Jlopf* 
anfang bilben bie Stegel 

SL IV: Sine groge ©efunbe, bewt SE6ne fiber je jwei SRoten 
bee flopfe* gelten. G B. X. 11 (»fo- 17), S n & 64 (»fp, 29), 
R. SL 19 (»fp, 14) mtt jwet patatfelen SL IV gefciren fter&in; 
J&amtonie if* D-*T, jiontrapunft unb Jtopf begtnnen tm 
©efunbabftonb* . <5tn S5eifptel mit S -* T tfl G. Sch. (»fp, 20). 

%. V: Slufftetgenbe unb wieber faflenbe ©efunbe (obet 
umgefe&rt); bte mittlete9tote (at (atmomfcfce S5ebeutunfl ffir bte 
jroette unb britte tfopfnote* SBeifptele feten C,B. &4(fleigenb), 



30* a b. % 4* 

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C. B. £♦ 32. 



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£>ie Sxaft bet XtymaS. 



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C. B. S£. 32 (fattens, wobet affetbmg* no# 3 w tfdN&<rcro°w*n 
eintteten), K. £. 133 (23fp. 2?, bte ©timnriffifctung jwifcfcen 
&n unb £♦ V tfl aetnrifat) unb A, 2* 21 (fattenb)- 

2^ VI. = <£&*♦ eine cfytomatifcfc auffieigenbe ©timme* Jpat* 
monifietung ifi (miner D -> T, mancfcmal aftettett; $opf unb 
Jtonttapunft beginnen tm 3nten>aff einet ubetmdf tgerf duatte* 
ittere 2Berfe ent^olten biefen tf onttapunft fefct aiel, fo S. I 
(S3fp. 27 unb 13) S. H (95fp. 29), S, HI, C. B., K., A, (»fp. 15). 
Sch. 1>at if>n aud>, Sch. VI (95fp. 27), meiji abet melobifd) 
flatf au*gejiert, fo Sch. I %. 12 (S3fp. 31 unb 13). 

31. Sch. I. £.12. 

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9leuete 2Betfe setmeiben biefen StypuS, wtit et fe&t leicfct 
ju ©equenjen ffifctt. &$n(i$e mit abroecfcfelnben #alb* unb 
©anjtonen, and) fattenb, treten bafur melfacfc auf; bie fyap 
monie toitb babutcfc beroeglicfcet* Sine JWafftfijietung ifi abet 
nicfyt me&t m&glic$. 

£♦ VII, J5ie fonttapunfttetenbe ©timme Iduft bem flppf 
pataffel; bie ^atattetitdt fann babei eine oofffommene fein, 
obet bet $onttapunft iff eine bet frfifcer 1 ) angeffi&tten 93et* 
dnbetungen (mit ©. bejeic&net in ben 23fp.), bie bie Sterna* 
d&nlictyf eit nic^t beetnttdcfctigem 3m etften gaffe tfl bie Jpat* 
momftetung melfacfc D ->T, bet c^tomatifdfc Jtonttapunft Z* VI 
trttt getne fcinju; bte beiben pataffelen £$emen fcaben $lein* 
tetjabjlanb, fo ba% bit 2(nfang$t&ne oon $opf, jiontrapunft 
unb X. VI jufammen einen ©teiflang au6 jroei Heinen Xerjen 
bifben. S. I SL 37 (SSfp, 13), Sch. VISE. 54 (SBfp. 27) ge^oren $itt* 
(in, R. 5L 19 (85fp. 14) f>at f einen 5L VI. L. 2. 133 (Sfp. 21) itf 
ein 85eifpiel mit wecfcfelnbet Untet* unb ©betbominantf otge* 3fi 



t) ©eite 24. 



32 * au * Witt, 



bet jtonttapunft ba* aetdnbette Xf)tma, fo ftnb bie Jpatmoni? 
ftetungen manmgfaltiger; Sch. I 5L27 (S3fp.l8), K, £.133 
(S5fp. 22), R. SL 190 (93fp, 29), G. Sch. XXIV (»fp, 25) unb 
XXVII (SSfp, 26), SBta&tn* finb setfc&tebenattige SBeifpiele; 
tfonttapunft unb tfopf fcaben fcetjs ober ©e;tobj}anb* 

1 32. ®ra*M* 



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*v — 1_ 

£ie angef ii&tten f on ttapunf ttf #en Stypen f ommen in manners 
lei ^ufawmenjieUungen t>ot* 3>t Sefer fe&e batauf &in bit 
SBeifptele btt lefcten Slbfd^nitte butcfc, in benen aUt angemetft 
ftnb* JJiefe manmgfacfcen, in alltn SBetfen gletcfcet* 
weifeauftretenben^onttapunfte,bietrD§aCetmelDbifcben 
2lu$f <f)mud ung. ftc& inf olge ifcret fcatmomfefcen Sebeutung betnetf * 
bat madden, finb ein neue* Slement, weldM bit gletc&e 
JMangtottfungalletBACHsgugenmitbebtngt SBefonbet* 
bit dlteten SBette, bei benen bit Sodtofung t>on bet ©equenj be* 
$opfe6 oielfad^ nicf>t geltngt, madden fo einen jiemlicty gleic&en 
Smbtudt Snteteffont ifl babet, bag bie Stegetfcfce guge in 
JpatmoniJ unb ^onttapunfttf fiat! dttete Slemente aufioetfl, 
im ®egenfa§ ju bet sotfcetgefcenben 9tyantafte; bie tne(obif$e 
8lu*gejialtung alter ©timmen ifl afletbing* eine au*na$m$n>eife 
melgejfaltige, fobaf* in tyt 3teget btt SWelobifet ju 2Bott lommt 
gegen ben ffi^nen Jparmonifet in bet spfxmtafie* 

6$ fei jefct bie tne(obifc$e 2Iu*gefkltung bet Stypen bttxadtttt; 
benn bie SBeifpiele jeigten febon, bag bie fonttapunftifefcen 
Stypen fcfcliefjltcfc nut Slbfltaftionen melobtfcfcet Jfige finb mit 
9lu$na&me weniget SBeifpiele* Die 23eroegung$motit>e SBacfc* 
f)at JJuttfc jum ©egenfianb eintt Unterfutfcung gemafyt St 
fagt 1 ): „au* gleicfcattigen lineaten ©tetgetungtootgdngen bilben 
fic& au<& gleicfcattige SWotiojftge aW 2lu$btutf ein* unb beSfetben 

*) 3ur OTotfo&ilbmiB tdafyi, a3a<$atjt&u$ 1917, ®.86f* 



£>ie &xaft be$ Zfytmai. 33 

®effaftung$nntfen$/' «nb: ^SWit^in entftefcen bietbei SWotfoe, 
He jt# son ben tragenben #auptmotfoen etne* ©a§ed butcb 
tyre 23efHmmung untetfcfcetben: fie treten mcf)t nrie biefe urn 
tfcret felbfi written bersot ♦ ♦ ♦ fonbetn (inb tatenten Snbalten 
jugefcorig"* tfuttb nennt fie „entnncflung$moti&e 1 ' unb 
untetfucbt ifcte ©genatt unb gortbttbung unabbingig t>om 
S£b«na* 9teben bem 9lacb weU, ba% autb bei aerfdHebenen 
Jtompomfien „au$ gteicf>en ©tetgetung$t>otgdnjjen ficb 
gtetc&atttge 3Kottt>juge btlben", ^alte icb e$ fut ba$ 
rotcbtigfle Stgebnid btefet 2lrbett, bafi e$ fut biefen 
f pejiellen gait gelungen iff „bte latenten 3n^alte tf bet 
Sntn>icflung6motit>e nacbjuweifen* £tefe Snbalte finb 
namlid) x\id)U anbete$, at* bie *tofammenbdnge unb Set* 
wanbtfcbaften bet SWottpe nut bem $opf, Diefe ©etroanbt* 
fc^aft iff abet meifl tiid)t ttxoa motfoifcHbematiftbet 9tatut, 
fonbetn fte t>oltjiebt ficb auf bem SBege: $opf -* Jpat* 
moniftetung ^z fonttapunftifcbe 5£ppen -> (Sntrottf* 
lung*motit>e, roobet bie mittleten ©Itebet tyre ©tellung 
t>ertaufcben fonnem Damit jetgt ficb eine bid in* fteinfie 
tmrfenbe ^eugungeftaft be* Sterna*- £enn biefe Sntnricf lung** 
motfoe finb bie #auptgtunblagen bet Durcbf fibrung unb ^roifcben* 
fptele; finb fie dbnlicb, bann iff bie gtoge ttynlifyltit 
bet ganjen ©etfe felbfHetjUnbltcb 1 )* 2U* SBeroei* biefet 
tegten @a§e feien einige 2Rotit>teiben au* btn wtfcftiebenen 
2Bet!en unO mit petfcbtebenen 5£ppen jufammengefiellt, tfelcbe 
jeigen, roie bie 8inienjfige nacbbet eine gtoge gamtttendbnltcbfeit 
genrinnen* Die Slnjabl bet SJeifpiele liege fic^> — rote ubetbaupt 
in bet ganjen ©tubie — etbeblub oetbicbten unb t>etmebten* 
SBfp* 33 entbdlt SJerbtnbungcpbtafen au* im wefentlicben auf* 
unb abfieigenben SRotfoen, SBfp* 34 fcbroebenbe 2 ) SWottoe, xoobd 
nocb jnrifjbcn einfacb fcbroeb*nben(34a),weUenf5mugen(34b), 

A ) %ntmftant t(t ba ju beo&acbten, »ie ftarF 8tim$F»^orfaFon> son 
bem boppelten gwang bed JDbfHnato unb bed BACH gebunben »itb, 
fobafj bie nifftf^en (Slemenie gdnjlid^ au3gef$altet ftnb, ganj tm ©egens 
fafc ju ben 66tigen ^^ara^^rafen^ 

2 ) ^urt^ betont bie SBtc^ttQFett bet @c^»ebefiduren bei 93ac^, ju bcnen 
«r aucf) bad B A C H telnet 9L o. @. 122, 

25a(^*3at)tbu^ 1922. 3 



34 



<Paul Wit*, 



folc&cn mtt fceutlicfcet ©djeinftimme (34 c) getrennt ift. ©c^arfe 
@tenjen jroifdjen (en (Sruppen gtbt e* naturti$ ntc^t 
33. B.? X.UL c.b. a:, m. 

s. n. e$t. s. n. a:, v. c. b. <5fo. 

V V V V V V V V V V V V 



A V V V V V v m V V V V „v 

jifrC i ftlr II J liJTTTTTynf 



Sch.L 9* 

V V V _ V 



sch. Lin. 

V V V V 



■jyfHT^ifr^jji^j i i 



i 



Sch. m. ©. Sch. m. 2:. i. 

v v v y v v v 



J iU JIJI ' lJ. <flM J|i 3 33p 



J >* * 

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A. £. IV n. V. 

V V A V 



V A 



L. X. IV. 
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R.©. R. IE 

V V V VV. V vv 



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R. K. 9. 



p.- ar rT rzrft i ^ fir i f 



34a. B.? St. IIL 



B.? X. n. 



y JW f OT f i ] )mj JTfl ii 



B.? X. IV. 



A. <51>r. 

V V V 



vWrU* T Wi \ ' g $m 



L. 



V V V V 



s^l^f^pp^ 



34b. 
v 



S.I. ©&r. 

V V 



£>ie foaft be* £*jemaS. 



S. in. I. III. v v 



35 



^wii\*m\£ tm\\ \\ 



k. 2:. n. 




Sch. vl 2:. n. 



Sch. V. Retrograde 

V V V 




$M fifij&ffiififi II 



34 c. S. IE. I. IV. 

V V ..V V 




*$u 34 c treten bann fcte gletc&ariigen SWotfoe bet Stotfnge* 
rungen, wte in S. I, Sch. in (93fp* 1J.) u. a* 

£)te Sinnrirfungen bed Jtopfe* auf ben 85au bee ®efamt* 
t$ema$, auf Stypt&mif unb 2Retobtt bet Stottngerung/ auf 
f onttapunftifefce Stypen unb ifcte melobifcfce 2fo*f#mfitf ung ftnb 
gleic&bletbenb in alien ©erfen t>on S. B. bid ju R., bie Sjax* 
monif tfl bagegen beuttiefcen SterAnberungen unterworfem SDtan 
fann eine ©ruppe etwa bid A., bie anbere son Sch. ab rec^nen. 
£>a$ fc^eint ju jeigen, baf bie Stadnberungen bed mufifaltfc^en 
gmpfmben* feit ttn Jetten 95ac&« me&r fcarmonifefcet 9(rt ftnb/ 
tod^renb bie melobifc&e Stnie fetne fo fltorfen Umwanbtungen 
erfafcren &at/ wemgfien* ntc&t in bejug auf bie guge. Damit 
$4ngt folgenbe* jufatnmen: bie in itm Jtopf fc&on t>or$anbene 
©equenj tegt nalfre, in btefer 3Beife auffleigenb fortjufa&mu 
3n atten Afteren SBetfen ifl son biefem nafceKtgenben ®eban* 
fen au*f6$riic& nut einmat ©ebtaucfc gemac&t worben, bet C.B. 

3* 



36 ?<*»! Wica, 

Z* 13—19 in ber golge B A C H h b des c c h d cis cis c e dis 
dis d f e e dis g fis, fleine SBerdnberungen floren babri bit 

©equenj n\tf)U Die SBtrfung bet ©telle iff fcblecbt: bit jut 
SJerffigung fiebenben #armomefterungen serm&gen 6ad Sfntereffe 
mcfct roacbjubaltem Srfl L. unb R. bringcn bann wiebet folcbe 
©equen jfettem Die SRegerfcbe ©cblufcfequenj erodbnte icb fd^on 
(95fp« 24), anbete ftnb L. Z* 310 jf bach d cis e es ges f as g 



in tyaxatttlt. Die teic&en 



unb R. Z* 18ff a gis b a c h d cis 

fegfisasgba 

fatmomfcben Jpitfamtttel, t>or attem ber *>erminberte ©eptaffotb, 
erroeifen ftcb bo aid nricbttg. 

3um ©c&lug einige SBemerfungen fiber gortfe§ung$m&gttcb* 
feiten biefer ©tubie* Sinmal mfigten dbnticbe gdtte unterfucbt 
werben, j. 95* bie SKeffen fiber L* homme arme, ober SBear* 
beitungen t>on ®ott$ltebern, wie bad „3ofepb/ lieber Sofepb 
mein", roobet eine genugenb groge 2lnjabl n&ttg ifl, Dann 
ergeben fief) t>ietlcid>t SWetboben unb Sftegeln, bte geflatten, aud) 
beim (JinjeWbema bte 3 u f ammcn ^ n 8 e m ^ bent @anjen feft* 
juftellen, otjnc bag man bei ben motimfeben ^^nlid^fetten fleben 
bleiben mu^ Die Unterfucbung td§t ftcb nocb in anberer 
SRtcbtung fortf&btem B.?, L., Sch. I fyabtn faft bad gteic&e 
Zbema (»fp, 8 obne Za!t 3) mit serfebtebener 3tfyt)tf)tnil ; e* 
beftebt au$ bent $opf unb fefunbenroete fallenben Cluarten, 
mifebt alfobte fur bat Zbema cbaraBtertfitfcbe Quart unb Sbw* 
tnatif* 3d) jroetfle jroar nicbt, ba$ Stfjt unb 91* ©cbumann 
bad Zbema B.? fannten, unb bag barauf bte ©leiebbett mit* 
berubt; aber biefe Seridngerung mug tbnenbocb befonberSpaffenb 
erfebtenen fein, benn fonfi batten jte aucb ben britten Zaft wn 
B.? fonfer&iert Umgefcbrt jetgt bae „barmonifc£e Sabprtntb" 1 )/ 
beffen Centrum mit dbnltcfren Quartengdngen unb Sbromatit 
begtnnt, nacbber in Zaft 11 etnmal bai BACH — fafl 
jufdllig. Die ©erfoppelung bee B A C H mil bem Jjtedbrett* 
tbema bei Stimefysjtorfaforo geb&rt auc$ fytxfyin. 

* *) ©tc&c barfi&er ©pitta I, C 664, 



; 



SDie foaft bed Stfjema*. 



37 




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36. 



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jTrilfrrfffr i ^r M fiii 



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j* 1 J r r m I j ■ • iiJ j 



@an§ a&nlt#e9Jtotu>e tm^ufammenflang ent^dtt bie@t*etcfc 
quartettfuge ju Op* 133 t>ott 23eetbot>en unb nocfc mefcr bte 
Srgelf uge in emott son 3* ©♦ 23a# (2)fp*36). Jptet fcanbett e$ fic$ 
atfo urn SKotfoe ^gleictyarttge* ©tetgerungtoorgdnge''* £te 9R6g* 
ttd^Cett tfcrer fontrapunfttfctyen SBerroertung ift be* ®wnb tfcret 
©erroanbtfcfcaft Jtennt man nocfc mttytxt fotd^ct gebunbene* unb 
t>erroanbter SSilbungen, bann befiefct tnefleic&t einmal bie STO^g* 
licfcfeit, bie funfilerifcfce Sinfcett serfcfciebene* 3$emen etned 
@a§e$ obet wfc&tebene* ©age etneS 2Berfe$, aucfc btim ge&len 
motimfcH&emattfcfte* ^ufammenfcdnge, J u fog* finben, rodfaenb 
baju bietang roefentlicfc ba* ©efufcl bienen mujjte 1 )* 2>amit 
wdte bann ein neuer SSeitrag jut mujtfaltfc&en ©tilfunbe geleijtet* 

*) (5. £♦ 2t* Jpoffmamt i&jtt feinen itreiSIer fagen: „£>ft roitb bicfe Stars 
manbtfc^aft bem gutter flat, roemt er fie au£ bet ^etbinbutig jroeier €>&$e 
fjetaultyort ober in bem jmei t)eTfdj)tebenen ®&$en gemeinen ©nmb&ajj enfc 
becft, abet eine tiefete &e?roanbtf$aft, bie jidj) auf jene 2ltt nic£t bartut, 
tyric^t oft mir au$ bem ©eijfe ju ©etjfc" (OTuftfalifd^e ^otJeHen unb 9Cufs 
fdfce, ^erauSgeg. son <2, 3(tel, SBb* I, 6. 64), 



tntf&efonbete im SSetgleic^ jit betjemgen in bet vor* 

gebtic^ QJac&ft&en Sufatyaffion* 

©on Dr. Sofcanne* SftfiUet (SJafelX 

^Det bi$betigen 93acbfotfcbung finb @cb6pfungen nicbt ent* 
gangen, in benen Ungleicbbeit bet 2>iftton, SRurffd^rittti^fett 
bet gotmbebanblung obet anbere fogenannte nirf)t=25acf)t(c^e 
3&gc auf ftelen (t>gt« ben ©tteit um bie ?ufa$paffton> 2lbet 
ntcbt f onfequent genug, in folcben gdCen -Jroeifel an bet d£d)U 
bett autfjufptecben, felbfl roenn bie 9tiebetfcbtift autograpb w<*t, 
glaubte fie bie SWdngel burcb tetcbltcb ft&be Satietung ent* 
fc^utbigen ju mfiffen. Jptetmit roat 93acb fein JDtenfi et* 
nriefem Det ©cbeingrunb frubet, \a ftubeftet gntflebung §og 
nunmebt bie 9lotwenbigfeit na<b, ftcb mit bet $unfft»eife bed 
jfingeten 93acb beftiebigenb autfetnanbet ju fegen, wa$ feine** 
n>eg$ immet gelingen wotlte 1 )" — unb n>a$ bfebet and) in 
unbeftiebigenbet 2Beife in Slngtiff genommen rootben tft S5tog 
feftjuftetten, „bafi 93acb nicbt nut fr&b bte Stemente bed ©aged 
fpielenb bebettfcbte, fonbetn aU em t>on bet 9latut 2fa$et* 
waiter ebenfo ftfib <*u<b bie immanenten @efe§e bet mufi* 
Batifcben gogtf unb ©ebanfenentroicflung unbenmfjt mit altera 
gtofjtec ©ttenge befolgte", {jenfigt ntcbt, um eine bejfiglicb 
eine$ Sugenbwetfe* gejteflte £cbtbeit$ftage §u bejaben, — 
felbfl ntcbt ju t>etneinen 2 )* 25ei jebem gtofien SKeijiet nritb man 
wabtnebmen, baf; aucb.fcbrodcbete ©etfe ein genriffe* nut ibm 
gtgentfimltcbe* — fei biefe* nun motitrifcber obet botmonifcbet 

i) 3L ©Retina, SBa^a^bud^ 1912, 6. 126; Mtf. 1913, @.39ff, 
2 ) 2Bie e&ettba, €>♦ 125, Jjeworgeljo&etw 



2Rotn>fpra$e unb <Stilaxt be* jungen 33a$. 39 

2ltt — gletc^fam ate aufgebtucften ©tempel ttagen, unb fetbjt 
in bet ftfi&en Sntroicflung roenn 6a$ Setnen nodj ben>u§te$ 
ebtt unbenmfite* 3mitteten mtt ficfc btingt, tritt e$ jut«ge, 
Da beginnt benn bit 2lufgabe btt gotfcfcung, ba* gigene fc&eibenb 
Hatjulegen uhb aufjujeigen, n>ie ein petfSnltcfcet, otganifc&et 
©tit crfhrebt unb ettetcfct nutb, unb rootan man i$n etfennt 
Sin biefet Slufgabe ^ter, n>o ed fic$ urn 58a# fcanbett, mitiu* 
wirfen unb auf @runb ifctet Stgebniffe, gfeicfcfam ate $tobe 
auf$ @;empet, fibet bie @#t&eit$m6gtt#feit bet £ufa$*9>affion 
ein Utteil abjugeben, ijt Jwecf biefeS 2luffa$e$* 

Die @ef#ic$te bet 2ufa$s$affton ifl feit i&tet SBiebetent* 
becfung bie ©efcfctcfcte eine* ©tteite** Dotffet $at im ©or* 
wort bet 9teuau$gabe ffit bie SSacfcgefeafcfcaft (1898) biefe ®e* 
fctyictyte in bet Jpauptfactye au$gef ufctt 2lm eingefcenbflen unb 
am nrirffamften nad) negatfoet ©ette fcin fyabtn gefc&tieben: 
€ric& ^rieget „&<f)t obet une#t? Jut £ufa$s$affion$forfc&ung" 
(SBetlin 1889), unb 25etnfcatb $itf)n „93ettac$tungen ubet ben 
€botalfa§, nebfl Sot*, gnrifcben* unb 9lac^bemetfungen im 
Slnfc&tufjj an bit t>otgebli# 25a#fc$e £ufa6*$affum" .(Vttge* 
meine SRuftfjeitung, S^attottenbutgsSBetlin 1891) unb „3n>eitet 
SBeittag jut gufa^MftonSfotfaung", (ebenba 1893). 

Diefen 2lbfcanb(ungen fe&lt bie Dutd?fd[)lag$fraft, infolge 
fTOangete an Hatet Jj>etau$jteCung bed fcf)on bem jungen 3Jac$ 
©gentumtictyen unb ifcn t>on aflen anbetn Untetfc&etbenben. 
©eitfcet fyabtn 3ofcanne$ ©ctytetjet in feinen „58eittdgen jut 
SSacfcftittf" (DteSben 1910) unb 2Jtojr ©cfcneibet im SBac&jabt* 
bucfc 1911 (Seite 105 ff*) ba$ bte&et ate unbejroetfetbat get 
tenbe Dogma, ba$ bie 8uf a$*9>affion in 93ac$$ eigenet 9Hebet* 
fctytift sot&anben fei, angefoc^ten, unb jroat metnt ©cfcnetbet, 
wa$ and) muftfalifcfc etribent witb, ba% 25acf> nut bid jum 
Sfcot „#ett, fofiten wit mit bem ©cfcwette bteinfcfcfagen" ge* 
fcfctteben ^abe. „Damit fctynrinbet voofyl bit Jefcte SBa&tfc&ein* 
licfcfett", fc&tetbt ©c&neibet, „ba% btt gtofie X^omadfantot ba* 
SBetf in jungen -3<$ten Bomponiett ^aben Wnnte* ^te&en 
bod) biefet angefangenen Stbf^tift eine ganje 9tei^e anbetet 
Stbfc^tiften gegenfibet, bit an ©otgfaft bie eiligen ©c^tiftjuge 
bet £u!a^s?)affton nidgft unetfcebK# fibettteffen*" 



I 

40 3o$annee 5Wftttet, 



■ f 



SBer freiticfc ^SSa^ifc^rt" in ber Xufa^^afPon frn&et, wirb 
e* and) nad) btefer STOanuffrtptanafyfe, unb er nrirb feme Sfn* 
ftd^t burcfc &ie ©c&neiberfc&e Jpppotfcefe faum bebro&t fe$em 
Die crfle 9iieberfdi>rift ware bann aud^ biefe* SSac&fc&e »uto* 
grapfc nid)t geroefen, fonbern etne Slbfcfertft, ju Mr, aucf) wenn 
SBacfc biefetbe nut teilroeife nrieber t>ornafcm, ein S3ac^fd^e^ 
Original ate Serfage rtacft nrie t>or fcdtte bienen ftnnen. 

©a er&ebt ficty bie grage: 2Ba$ ifl fiberfcaupt „&a<&ifc&?" 
>Juerft negatfo au$gefagt: nocfc lange niefct, road an 95ac& an* 
flingt ober roorauf ©pittas Argumentation unter anbern fcinauS* 
Iduft: „fo ge&altDott unb eigentfimlicfc, ba% auger 23ac$ me* 
manb §u nennen ware, ber e$ gemaefct $aben fSnne", fonbern 
n>a$ au$ feinem ganj bejiimmten @o*fein alt jlomponifi, b. (« 
roa* au* fcenmften ober unbenmfjten @<&affen$prm$ipten, bie 
felbft fefcroiefcere 2Berfe nie t>erteugnen, fcerau* geroorben iff. 
Sad SQJefen ber 25adtf#en SKuftf Itegt begrimbet in feiner 
2#ematif, bad problem berfelben in ber ©tifart, ben 9lu$* 
brudfts unb DarflettungSmitteln ber SWuftf, beren Spoc&e er 
abfcfcliefjt, tit fid) felbfi bie ^affetoofle" nennt, mil fie auf 
d&arafteriftifc&e unb realifKfcfce ©arjteflung au$ging* 

@o feien jundc^ft SBa^fd^e SrjllingSroerfe, bie un§weifefc 
&aft ©arjieCungen geben, tfcematifcty unterfuefct, unb bann bit 
©gentfimlicfcfeiten bed jungen 'Sad) bei ber Durctyfufcrung bed 
JEfcematifctyen fcerauSgejietft. 

211$ 23ad)(^e erfttingSroerfe unb jroar ate fotctye, bie ber 
£ufa$*9Mfton jeitlicfo sorangefcen, fommen omnium consensu 
in 93etra#t: 

gur Orgel: Die Suneburger G&orafpartiten ^Sfcrtft ber bu 
bijl ber &etf e Stag" unb „0 ©ott bu frommer ©ott" (9>eter6 V, 
©♦ 68—75), bit S&orafoorfpiele „93om #immet fyod) ba fomm 
id) &er" (9>eter$ VII, 9tr* 54 unb 55), „3efu, meine greube" 
(VI, 24), „S$rifi tag in Xobeabanben" (VI, 15), „2Bir glauben 
all' an einen ©ott" (VII, 62). 

gur fllatrier: guge in emofl (aSac&gefeflfcfcaft »b* 36, 
©♦ 155), ©onate in Dbur (ebba* ©♦ 19), Saprtccio in Bbur 
(©♦ 190), (Sapriccio in Ebur (©♦ 197). 

Die ^antaten: ^Senn bu nrirfl meine ©eele ntcftt in ber 



9Rotfafpra$e rntb @tila« bed jungen 23ac£* 41 

J?6flc laffen" (aSacfcgefeCfc&aft 9tr* 15), „@ott iffc mem JWnig" 
(Wt. 71), „Det #etr benfet an und unb fegnet und" (25acfc 
gefeflfaaft »b* XIII, 6. 73ff0 unb „2lud bet Xiefe tufe tcfc" 
(9lt- 131). 

attotfofprac&e bed jisttgen 3$a<$, 

SRtt btt Untetfucfcung bet S^oralparttten „S^rifl bet bu 
bijt bet beffe Sag" unb „£) ®ott, bu ftommet ©ott" fei be* 
gonnen, Die (S&otalpattite „3efu fei gegtuget" ijl nid^t §u 
betutfficbttgen, &a fie fpdtet wdbtenb bet SReifletfcbaftdjafcte 
im ganjen roobt btetmal fcbetatbettet wotben ifr Die Sfcotat 
pattiten „0 ©ott, bu ftommet ©ott" unb „G&rift, bet bu 
btfi bet $eCe Stag" ftnb, toit man teic&t merft, in enget 2tn* 
tefcnung an folc&e bed Sunebutget Stganijten 256bm gefcfttieben, 
beffen Sfcotafootfpiet befanntlicft ein bit Sbotatmetobie fret 
imitietenbed, t>ott SBetjietungen unb SJetfcbtingungen in fut 
bamaltge Jeit „mobetnen tomanttfcfcen" Jjatmomen gebattened 
©ebilbe tfh 3n biefen pattiten jeigt ficb beim jungen SBacfc 
bei attet Smitation SBSbm'fcbet Stgentumli^feiten em gefcotiget 
gottfcfctitt gegen&bet feinem Ztfyttx. $ufjjetlt<G ifk fdad) in bet 
Sluffieflung btt ju t>ariietenben SWatettald togifcfcet aid fein 
Ztfytx. 2Bd$tenb 93S$m feinen S&otafoatiationen ben S&otafc 
€antud fttmud f$on tin roenig t>et$tett, mit Heinen Dutcfc 
gdngen unb SBotfcalten setfefcen, t>otanjiettt, fte^t et bet 83a# 
ganj ^omopbon, aid tin ju wtjierenbet unb im 93ebutfnid 
bed ©egenfaged gegenubet bet ifcm folgenben 2frbeit in bti ifcm 
fpdtet felten anjuttejfenbet SBoCgtifftgfeit ba. Dad gtofie 
9leue, bad btt junge 93a<& btacfcte, unb bat bit bid&erige Sltbeit 
btt SBotgdnget erft jut SBottenbung ffi&tte, n>at bie t>on feinem 
in dbnlicbet 3Beife ge^anbbabte Sleytejregefe btt betteffenben 
2tebt>etfe* Sdbfym gibt brei SJatiationen ubet „@btijt, btt bu 
bifl bet f)tttt 2ag", 83ac$ fieben* Diefet @botaf f>at ndmKcfc 
fteben SBetfe, unb bie faben 25a<$ ben 5£ejct ju feinen SBatias 
tionen, b* b* bie SBilbet baju abgeben muffen, unb babet ojfen* 
batt ftc^ fc^on jene tppifd^ SSac^f^e 2Itt, jene eigenattige Sin« 
^eit in btt SRannigfaltigfeit, befiimmte Sbeen na<f> bejiimmten 



42 3of>anned W&Uex, 

SKotfoprinjipien au*jubr&tf en« ©urjeln unb 2lnf% fo meter 
in ber SWeifterjett bet entfprectyenben ©orten unb Sbrflettungen 
angewanbter SJtotfoe unb Xfytmm ftnben ftc$ bur^weg in btn 
3ugenbn>etfen. 

Ber* 2 be* Siebe* „S$rifl, bet bu bifl bet freCe Slag", bad 
ein 2lbenbgebet ifl, bittet urn 95e^utung t>or b&fem geinb in 
bet 9la#t, (Sfcowilpartita 2 t>eranfc&auti#t biefe ©efafcr* Set 
t>er jiette Santu* flrmu* tfl mit einer @ecfoe&ntefc23afjiftgur 
umgeben, &te — bie Slbftcfct tiegt auf ber Jpanb — bte ©or* 
fteUung t>on ft* nrinbenben @cf)(angen unb ndc^tlic^en Jp6ffen* 
gewatten geben foil. SBenn 95acf> SBorte, in benen t>on Sleufet, 
Jj)6tfe, @atan ufnn bie Stebe iff, t>or ftd^ $at, bann seran* 
fc^autic^t fein Slonbilb mit ©ortiebe enttoeber ben ©atan aid 
©change (nd&er au*gefityrt bei 21* ©ctyroetfcer, % ©♦ SBacfc, 
©. 470), ober er malt bat jungetnbe, gierig tecfenbe Jpoflen* 
feuer (p$U ta* Seflomotit) im Sfcor: „Du rootfefl bem geinbe 
nic&t geben bit ©eete meiner Slurtettaub", ber tfantate „©ott 
ifl mein $6mg", aSac&gefeOfdfaft 9lr* 71). Die* tfl au# in 
tyaxtita 4 burdj ba* auf? unb abjutfenbe ©ecftje&ntefcgiguren* 
roerf beabflkfytigt Der baju gefcorige Ztjct fcet§t: „a3e&fit un* 
t>or be* 2eufet* Sift, ber flet* nacfc unferer ©eete trac&t'". 
Die $8tynii#feit be* 9Rotit>* mit bem ber erflen ©tottne im 
erflen Sfcor ber tfantate „D eroige* geuer" (9tr* 34), bie gteicfc 
faC* ifingetnbe glammen barftetten foC, ifl uni>er!ennbar* 
Ber* 3 t>on /; e&rift/ ber bu btfl ber &efle Slag" bittet barum, 
„bafj ba^ Jperje toadtx fei, obfc&on bit Slugen fcfctafen"* ©ie 
partita ifl mit einem erfrtfc&enben, ttefcaufmuntemben SRotfo 
burdfoogen, roetcfce* betfpieteroeife auc$ in btn beiben erflen 
Sleilen be* S&orafoorfptel* „<S&rifl ifl erflanben" (9>eter* V, 
9tr* 4) rote in $arfreitag*na#t unb ©abbatflitfe fctnetnrufenb 
t>orfommt« Da* flarfe, felbflfid^ere 9Rotu> ber ©ariation 5, 
eine SIrt greubenmotio, bringt 2$ac& in biefer gorm mit ©or* 
liebe, roenn er ®lauben*fraft unb *©ic$er&eit au*brurfen nriff 
0>gl ©(jorafoorfpiet „©ater unfer im Jjimmelreicfc" 9>etere 
»b, V, 9tr* 48). /; @inb wir bo* bein ererbte* ©ut", ^ei^t 
ber Xttf. gin aWeiflerflurfd^en t>od Snnigfeit ifl partita 6 
(Slept: SJeftefcl bem gngel, bag er fomm' unb un* bttoaty 



9Rotfc>fpra$e unb ©tilatt ted jungen 23atf), 43 

bein ©gentum"). Dad Heine tttiitnbt SKotfo tft etn m 9ioten 
gejei<fcnetet Sludbtutf bet (Smpftnbung, text wenn man t>on 
Sngeln leicftt umfefcroebt unb umgeben ro&tbe* 3$ benfe bet* 
fpieldroeife an bat d&nticbe S5ilfc bed Umatmend unb Urn* 
faffend im ©ei&nac&tdotatottum (SSacfcSefettfaaft V2, ©♦ 246) 
unb in tfantate: forget bid), o ©eele niefct" (25acfc©ef* 186, 
©♦ 142), 2Bet partita 7 butc&fpielt, xvuttt taunt glauben, 
bafi bet S£e# lautet: „@o fc&tafen wit im Stamen betn, bie* 
writ bit Snget bet und fein"* Den 9lacfcbtucf (egt 58ac$ bet 
bet Xeytaudlegung auf ben 9tebenfa$, bet bie eigentlicfce ©tint* 
mung aufjeigt, ndmlicf) SJetu&igung unb ©icfcjutsStu&ebe* 
geben in fotd^er ©timmung* Die but$ bat ©anje jt# &m* 
butdfote&enbe, in ©efunbfcfctttten fief) fenfenbe SRelobietime 
fommt jum 2ludbtutf bet SKubigfeit and) in fpdteten SSetfen 
bei dfcnticfcem Ztft immet roiebet t>ot, meifi fynfopiett; fctet 
if) tied nut tetfoetfe bet ftall, (t>gl, ben ©c^tufjefcot bet SRattfcdud* 
pafjton, JJantate „3c& jie&' mit einem §ufj im ©tabe", 
9tt* 156, Jlantate „3# nritt ben tfteujftab getne ttagen", 
9tt* 56, uf»0*. 

Die Sfcotafoatiattonen tibet „D ©ott, bu ftommet ©ott" 
bejeugen benfetben tfompomjten n>ie bie t>otfcet befptoctyenen* 
3n Dotfgtifftgen #atmonien iff bet ju vaxiitttnbt Sfcotal roiebet 
Jjingefletlt, bann gibt ed an btx Jpanb bed ©efangbuctyed 7 93a* 
tiationen. Die 2, Satiation iji eine Heine 9>affacaglta* ^it 
Stejrtbitte urn SEteue unb SJejtdnbigfeit in bet SSetufdatbeit 
fotbett ju biefet 9)etpetuum*mobite*§otm getabeju auf* Die 
SJtoti&e bet ^artiten 3 unb 5 ge^&ten ju jenem Stypud, btn 
SBacfc Detroenbet, roenn ed fid) urn 93eatbeitung t>on S&otdten 
aflgemeinsdMfttic&en Sn^altd fcanbett, wie in btn Sfcotafoot* 
fpielen „2Bet nut ben tieben ©ott tdfit roalten" (^etetd V, 
9tt, 53) unb „93atet unfet im Jjimmetteicfc" (V, Rr. 48). 
2Bie ftaftsofl witb in partita 4 (2ejt: ^inb' fid) ©efd&t* 
Kc&feit, fo lafi micfc ntcfct setjagen, gib einen #etbenmut") 
atted feinbfelig in ben ©eg Sttetenbe niebetgefefctagem Sd 
fommt einem babei bit Sttnnetung an manege unbdnbige 
Jttaft unb gteube audbtfirf enbe SSegleitt^t^men (t>gC @(^n>ei§et, 
gSad^ ©♦ 437). Det 6. »etd t>on „Q ©ott, bu ftommet ©ott" 



44 3*&«m** aJtoHcr, 

tebet baoon, bafj man man# fauten £tttt madden mug, be* 
t>ot man ind Sitter fcinbuttbbtingt, unb tie partita oetan* 
fd)aultd)t bted butcfc ein roanfenbed, tajienbe'd, nne na<b Jpilfc 
audfc&auenbed ©<&rittmotii> (t>g(« §♦ 58* bte umoetfennbate $&ns 
lic^fett mit bem ein ©fcicbed audbtiitfenben SKotto bet jroeiten 
Setdjeile im (Sbotatootfpiel: ^Sefud Sbriflud unfet Jfrrilanb", 
VI, 9tt* 31). farttta 7 unb 8 fSnnten roegen i&tet SRrife 
unb Slbgefldttfceit jut ?eit bed ©tgelbucfcletnd entfianben fern* 
3nnig gettofl ge^t ed in partita 7 (£e;t: „2ag micfc an 
meinem Snb auf Sbtifli Sob abfcbetben") in fein gejei<#netet 
Slc&telberoegung abwdrtd: bet Zob ift em ©d)iaf rootben (sgL 
bit SBafjbewegung bet 2ltie: „3cb bin nun 80 3a&te alt", in 
tfantate „®ott ifk mem JUnig"), unb fceimlicfc ftngt bad 
gteubenmotip aid SSegleitung baju t>on tytmmlifcbet ©eligfeit 
Die ^atmonien finb Don einet ©efdttigtfceit, bafi man getabeju 
(ogU ben funft* unb fecbfilefcten Zalt) an SBtafcrnd etinnert 
roitb* partita 8 fle&t ebenbuttig bcu ©te tebet (£e;t: „bem 
£eib etn SRdumlein gonn' bet ftommet Sbtijlen ©tab") ©on 
tfirc^offc&metj, fcetbem Sluffeufjen unb 3n*ft4*3ufammeit* 
jtnfen, buret) tin efctomatifebed 2Rotu> ausgebtficft, ba$ bet 
bet gtetefcen ©timmung immet n>iebet angeroenbet ifi 9>at* 
tita 9 (£e;t: „ben 2eib wed' aitf unb ffi&t t&n fc^6n setfldtt 
jum aueerodfclten Jpauf") ifi tin ptacbtwtfet ©ang t>on ©fret* 
fteg unb (Snrigfeitdglanj, £>at ftegbafte, geinbltc&ed ju SSoben 
fiampfenbe SDtctit> ifi aucfc in partita 4 ©etwenbet. 2>ad 
gteubenmotto: 



^ » | y m y — f ■ ! I i ■ 



Uf)Xt j. 85* fpdtet im Stgelbucfclein (Ctgelc&otat: „Jpett ©ott 
nun fei geptetfet", V, 9tt* 22) genau in biefet gotm nriebet* 
£d feien audD bit 3ugenb<fcotabotfpte(e in 23ettacbt ge« 
jogem Den 3n&att bed totaled „3Jom Jptmmel fcocfc" t>er* 
finnbilblicfct etn auf* unb abfletgenbed fconlettetmotto, welched 
fpdtet oft bet analogen ©ebanfen angeaenbet rottb (t>gU u* <u 
Sfcotafootfpiet: „2Jom Jjimmet fam btx gnget ©cfcat", (9>etetd V, 
9tt* 50). 3m Gfcotatootfpiet „3efu, meine gteube" ijl bie 



9ttoti\)fyrad)e unb ©ttfart be* jungen $a$» 45 

Jiombtnatton t>on 85uj:te&ubefd?em Srgelcfeoraltypu* mtt einer 
SJacfcfcben, teytoerfinnbilblicfcenben SBegleitftgur no<# baburcft 
gefieigert, ta§ ein fgntfcetifcb bte ©timmung ber erfien $Ber$* 
jeife au$brtttfenbc$ greubenttyema aufgefiellt, fugtert unb au# 
fiber bem @antu$ ftrmuS burd?geftibrt erfctyeint, unb jroar mtt 
einer 9laturlidtfett unb ©elboerftdnblicbfeit, ate roenn ber (&an* 
tut ftrtiiud nitr gfiflpimme wire. £er Srfldrung @d[m>ei§er$, 
,/bd§ juerft bie Unrufce ber ganjen 4Belt sorfiberjietye, au$ ber 
ficty bit ©eele bang auf Sefu jurucfyiefce", fann id) nic&t |u* 
fttmmen. Da$ Sterna tfl ein ftegbaft etnfcerfcbreitenbe*, ecfct 
S3ad>fcbe$ greubenmotfo, bem ein beina&e fcfeerj&aft unb fiber* 
mutig etn^erjie&enber Some* jutetl nrirb, ber tmmer mtt tfcm 
seretnigt roieberfebrt Diefe betben iKottee finb bte eigentlicfy 
treibenben; bie anbere, unbeftimmte unb ungleicfy nrieberfefcrenbe 
©ecfejefentelftgur btent lebiglicb jur Segleitung* Son einem 
ft# bang auf 3efu ^urfitf jie&en tjl n>eber mottoifefc no# $ar* 
montfeb etn>a$ ju merfen, ©bne #emmung unb £rfibung 
raufc&t bte ganje Durcfcffibrung babin, bte bie Interpretation 
ber tffiorte „@otte* ?amm, mem 25rdutigam" einfegt.* STOit 
fetnen ©trtd)en nur angebeutet unb nacbgejeictynet, n>trb bte 
9)?elooie jegt mtt einer ISegleitftgur t>erfeben, bte 23ad> tmmer 
serroenbet, roenn er mpftifebe greube, inntge Seibergebung, £roft 
unter Xrdnen au$brficfen will, fo in ber allbefannten 2lrie 
^SWdc&e btcb, mein Jjerje rein", im Sfcor „D 9Wenf#, beroein 
bein ©finbe grog", im Sboratoorfpiel: „Q 2amm ©ottee", 
($eter* V, 9lr. 44). Da* ©anje fM)t — gleicfcfam ate <&ttU 
gerung unb in roelctyer ©erfeinerung jugleid?! — in s /^Zatt* 
£5u „®otte$ ?amm mein SJrdutigam, auger btr foil mir auf 
€rben fonft ntc&t* ?tebere$ roerben", febieft ficfc niefct mefcr bit 
alte gugenroeife, metnt SBolfrum febr fefcon. 

2lud> bie Sugenbfompofition „@&rift lag in SlobeSbanben" 
weift anfdngli(b 93uytebubefcben Srgelcfcoralttjpu* auf, ift aber 
garij burebfegt t>on 93acbf(bem S)7otit>gut @ie beginnt „mit 
fc^wer abjieigenben 85egleitfecbiebnteln, bie mit i^ren lafienben 
Sanben bie iKelobte nieberjie^en", (©c^roeiger, ©. 448). $toblf 
5£afte lang, rod&renb ber (tnnentfprec^enben 2)er6jeilen, wirb 
ttefe* ©eebje^ntetmotio burdgfgefubrt; bit 3Relobie barfiber ifl 



46 3*$<""u* 9R*U*t, 

retd^ aerjtert. 23et ben folgenben jroci ^etten it>irb bad je* 
rocitige 3n>if(^enfptel nadf> ^Oac^elbeld ©eife gebilbet „£ne 
@a<$e macftt ficfc bann immer ungebunbener unb „p$anta* 
fHWer" meint ©pitta. Diefe Ungebunbenfceft ^at abet me&r 
Concentration, ate ed auf btn erften SJHcf erfc&eint Set ben 
ffiorten „Unb ^at und bradjt bad Seben" beginnt im SBafj 
eine fraftootte ©ed^efcntetoeroegung, bie immer mdc^tiger nnrb, 
bie 3nten>atfe oergr&fjert unb m bte oberen ©itmmen fibers 
greift 23ei ben SBorten „@ott loben unb banlbar fein" fegt 
ein gebrungened 2I(^tetmottt> ein, biefed gefct bann tciln>ctfe 
gtrid^fatp jur ©teigerung in ein anatoged ©e<$jebntetmotit> 
fiber/ urn jum ©#lu§ wteber an bat frfi&ere ©ecfoe&ntetmotio, 
bat fcier nocfr erroettert wirb, ju erinnern: eine btm Ztft tnU 
fpred^enbe audgejeid)ncte ©teigetung, bit jiemlid? einfceitlid> 
entnricfett rourbe* 

Dem in attgemein religiofen SBanbungen ge&fcftenen, farb* 
tofen SEejt bed S&oratd „ffitr gtauben ad an einen @ott, 
S3ater", entfpricfct ein gefclen jebed beftimmten SRottobtlbed im 
(Sborafoorfpiel fiber feine ©eftaltung fd^reibt ©pitta fo t>otl* 
ftdnbig erlduternb, bag feiner Sfaatyfe ni^td fcinjujuffigen tft 
Der Slid in biefe Sborafoorfpiele unb Sfcoralpartitcn Idfjt 
in bit SBrunnenffatbe ber grofen Sadden SWufif fcfrauem 
Dad, wad (piter fo ungefceuer unb abgefldrt jugteic^ bafitfy, 
ift &ter in beimli$em, f einem Steifen* Der frier in feiner 3ugenb 
fomponierte, ift im tiefften @runbe berfelbe, ber bie S&tfrener 
unb Seipjiger SWetflewerle fcfruf, 3<$ gefce ju ben Aantaten 
fiber* 

Die Stantattx „Denn bu wirjl meine ©eete nicfrt in ber 
S)bVit taffen" beginnt mit einer Ouwtfire in ber atten gorm, 
„bk burd) feierlicfre ©treicfrerafforbe unb in einem baron am 
f$Uef?enben 2Ittegro burcfr jlotje SBldferfanfaren bm auferftan* 
benen ©teger oerffinben" (©olfrum n, ©♦ 75). Der erjte 
Ztii biefed Sttlegromotfod tft fcfton eine Serbtnbung t>on )n>ei 
Sinjelmotfoen, bie fpdter }ur ©eranfcfraulicfrung einer befKmm* 
ten @eban!em>erbinbung ^duftg wrroenbet werben* Sinerfeitd 
finbet ft# bit furje gotge t>on auf bemfelben Xon nrieber* 
gotten ©ecfrjefrntefa, bie oft bei feelifcfc erfa&tternben ©jenen 



Wlotitfpxaty unb ©tilart be* jungen 93ad^ 47 

wtroenbet wit* 0>gL bte Sltie „£tfc#retfet, i&t setflecften ©fin* 
feet" m 6er Jtantate „2Bac$et, betct, feib betett")/ anbetetfeitd 
trie aud 3nten>aUen 6ed teinen Dteiflangd gebifoete SMobif, 
bte ^atbettfc&ed, Jpetbenfcafted, f&ntgti^ STOajeftdtifc&ed aud* 
btucft, ©a$ STOotit) „Denn bu nritfl meine ©eele nictyt in bet 
Jjofle laffen" t>etanf#auK#t ben teic^ten unb bocty fiatfen aud 
bem ©tabe fteigenben ©c&titt bed 3lufetftanbenem 3n bet 
Sine „aRein 3efud iffc erffanben" (tfantate: „J?alt tm @ej>dc&t* 
nid 3efud G&tijl", 9it. 67) finbet ficfc baffelbe t>on Xonita jut 
£ominante anfleigenbe 2Rotu>, bott tm fcellen Ebut* £te 
SBofalife bet „Daj; betn Jpeiliget wtroefe" bient wiebetr jum 
Sludbtucf grower @tdt!e, rote oetfunbigenb, bag bat ©tab — 
man fie&t betm 2Bott „t>etn>efen" otbentticfc in em fotc^ce 
lutein — nic&t bat tegte 8Bott befallen roetbe* Sftejttatw 
9tt* 2 tfl nadgf ©pitta getegentltcfc etnet fpdteten £etp§tget Abet* 
arbeitung fctnjugeffigt unb a(fo mcf)t jut SJefptec&ung fciet&et* 
ge&6ttg« Stn cd&t bac$ifc$ed gteubenmotfo tjl bat Sjauptmotw 
btv Sftie: „2Betc&et §utc&t unb ©c&recfen" (9hr* 3), gegen bai 
tin ptajftfc&et, nrie tn ©tetn gemetfjeltet Sontinuo fonttajtiett* 
2Bte tteffenb tft bti JWetnmaletei bed fe&nfuc&tigen unb bod) 
jut>erftd)tttc^en SlufbKtfend betm jweitmaligen „Zobt*nad)t",< 
bit Fu^ne Datftetfung bed in Slobedtac&en fWgenben Gbtiftud, 
urn bie £oten aufjuetwetfen, unb bet buret) ein tdnbelnbed 
SWotfoctyen t>on btm fpielenb (ei$ten @ieg 3efu fibet Zob 
unb ©tab gegebene Sinbtucfc Sluf bit Siel&ett bet SSilbet 
with metjl ju wenig geac&tet Die qtyantajte bed jungen 93ad|> 
fann nic&t fibetfetydgt roefben, unb fyinttt fc&etnbat Sinfactyem 
fterft oft eine fomplijiettete 3bee. SBei bet ©tetfe „Sntfe$et 
Su# nic&t" malt bie ©tngfiimme ben 93egtiff ^Sntfefcen" 
gleic&fam jut Setnemung in ungett&btem Cbut mit unrufc 
ooltum&etfa&tenbet SJofatife* £ie ffiotte roetben am ©tabe 
bt^ Sluferjtanbenen turn Sngeln audgefptod^en, unb bit alte 
Sngeldt>otfietfung, ©eflatt mit gl&getn, bejlimmt mit bat 
3»otit>bitb* Cet SR^t^mud btt \t erflen fc&weten XaBtteitd, 
bet an fo manege g(aubendflat!e 93ac^fc^e Z^emenanfdnge an- 
flingt (ogt* bie %nt w 3ion ^ott bie SQBdc&tet ftngen" in Stan* 
tate: /; 2Bac$et auf" 9lt* 140, obet bit SItie ^3Rein ^etje 



48 3o$atme* WttiUtt, 

gtaubt unb liebt" in Santatt ^Sie ©enben fatten effen", 
9lr* 75) tjl berfelbe roie in ber 2lrie „93leibet, t'br Gngel" in 
flantate „S* erbub ft* em ©treit", 9t 19, ober in ber Sngefe 
flnfonie be* 2Beibnacfct$oratortum$* Sin rounbert>oBer ©tanj 
tiegt in biefer 2lrie, mon fte^t roie im ©cbein unb in bet 
SSJdrme bet ©flerfonne* 9lur bei bem ffiotte ^Oefreujigten" 
fftbft man roieber etroa* wie t>on fflolfen unb jie&enben SRebeln 
(Sbromatif), abet bann (deceit bie Sonne roieber, ate rodw 
nicbt* gefebeben* „£r if* auferflanben", b*ifit e$, unb in ben 
Karen Snteroatfen bed ©reiflangSafforbe* gebt* in bie «£6b** 
2Bie oft wrroenbet SBacb fpdter jur SDMobiebilbung biefe 3nter* 
t>atfe: £onifa, £erj, Quint, Slonita in ber Oftaoe ufro* bei 
$ampf* unb ©legfttmmung! £a* innig freubtge 2#ema ber 
folgenben SIrie ifl 1 ) em ©tfitf ectyter beutfeber ©olfomufil 
S5ei btm SBorte „erlofl" trifft man, roie ju erroarten, auf erne 
jener teid^en 83ofaltfen, bie in ber greube ber OotteSgemem* 
febaft ftcb faum genug tun ftnnem £a* $uz%5obtnz®etvorfmz 
roerben bee Sofen („ber ©atan erliegt) roirb burcb eine bei 
&f)nli<f)tt SBorflellung ftet$ anjutreffenbe SBeroegung nad) unten 
bargefleflt (roie bei „@tur$e ju SJoben" in ber ^antate „Wd), 
roie flficbtig" 9lr. 26), unb jroar, roeit x>on tfegreicbem jiampf 
bie Stebe id, in £reiWangeintert>allen* ©a$ Slerjett 9tr* 6 
weifi SBortmalereten son beinabe unm6gtt#er 2)urcbffib*bar* 
Jeit auf* Die muftfaltfcbe ffiiebergabe ber SBorte: ^fen", 
„pmcbttg", „?orbeer" 2 ) mi§braucbt gerabeju bie ©timme §um 
Snftrument; f)itt berrfebt tie SRafjloftgfeit be* iungen geuer* 
geifle* (©pitta). Sie ©ofalife bei „rei§enbem ©cblunb" ober 
ber Segriff „eilen // (ogL Santatt „3Ber nicbt Uebet" 9t 74, 
6. 126, ,«it" in ber 3o^anned^affton, XII, 1, ©♦ 84, aucb 
„9tyoebu* eilt", in Rantatt „2Betd^et nur, betrfibte ©(batten", 
XI, 2, ©♦ 79) ftnb gemtlberter roiebergegebem ^eiebnerifebe 
Slnbeutungen ftnben fief) and) bei: „2Bfirge urn btcb" (t>ier nm 
c ft<b roinbenbe ©ecbjebntel), bei „jertreten" (graufame* J?erum* 

i) SBolfrom, 3. & $<*$, n ©♦ 13. 

2 ) >S'il est question dans le texte de couronnes ou de guirlandes, 
les notes se groupent en arabesques enveloppentes, dont l'ordonnance fait 
image*, % ^itto, L' EstWtique de J. C. Bach, S. 38. 



j : 



T 



2Rotit>fpra$e unb ©tttart be* jungett SBad^ 49 

tfampfen). Die umrounbene ©ctyldfe nritb tn 6cr &6&nif#en 
Stage: „©et b<*t beine tfegptangenbe ©cfcldfe entlaubt" butc& 
gteic^e Xcnfytyt umfpielenbe Xetjenpatattelen t>or Slugen ge* 
ftellt Det Cbut*2)teiWang bebettfcfct ttnefcer ben SWittelteit 
©et 26we au$ 3uba ttttt ptdcbtig fcewot* ©a$ SWotit) iffc in 
benfelben 3ntett>attengebalten, wte & a * gw 2lnfange bet ndctyjten 
tfantate „©ott tft mem $6nig"« Die in Sltauet unb gteube 
fo inmge Sine 9lt* 7 btingt anfdngltcb art ©egenfafc ju bem 
ftenbtg beroegten, fonnigen, batmonifcb flaten „3cb jaucbje, 
icb lad)*" bat abfleigenbe cfctomatifcbe SJ?otn> f&r bte ©otte 
„3c& Wage mit ©euf jen", 3n 85acb$ Sugenbroetfen trifft man 
tt bduftg, fo in (Sfcotalpattita „£) ©ott b\x ftommet ©ott" 
(Variation 8), tm „@apticcio fiber bte Slbretfe bed geliebten 
SBtubet* (@a§ 3), bafelbfl fogat alt 25affo ostinato (23acfc 
©efellfcfcaft, 58b. 36, 6. 192), in be* Sttfifclbaufener tfantate 
„©ott ifi mem «8nig", Sltie: „3cb bin nun 80 3a&te alt", 
3n bet eben etwdfcnten 2ltie „3# jaucfcje" ttfitb motfoifcb 
*tne tealiftifcbe ©d^Ubetung fpotttfcben Slitytnt gegeben, bie 
tbteSgtetcben fucbt* ^ut SBetjidtfung finb neben auSbtucflictyet 
SJotfcbttft jum ©tattato Xetjenpatalleten mtt Scborottfung an* 
$en>enbet (x>gk bat ©taffato bei „@c$afi(et" in bet ©cfclugatie 
bet tfantate „@<bnringt fteubtg Qnd) empot" 9lt* 36). SRacb 
©tebetbolung btt ©nleitungefonate unb etnem futjen feutigen 
fRejitatio — bat ©ott „banfen" mit feinet fteubig mtQtm 
fBofalife ifl im 2Jer^Sltni6 jur ftmge bed ©anjen beinabe 
nriebet mafjlo* angebeutet — , beginnt ein tnntgeS ©ebet 
Die Slntebe an 3efu btingt beim ©ebanfen an feine SKacbt 
noc$ einmat ettegte SKelobtf („butc$ fetn bonnetnbe* ©ott"), 
bann abet roitb bie SWuftf innig nait>, mtt sotnebmlicbet 9lefc 
flung ju SEetjen* unb ©eytenpatattelem Det ©ebtaucb fotcbet 
©ejtten* unb £etjenpataUe(en ftnbet ficb bdufig, roenn bet Slejrt 
93otfleCungen t>on ©egen unb ©Ifirffeligfett in ficb bitQt 1 ). 



l ) >Par la douce monotonie de ces guirlandes accouplles, qui molle- 
ment doublent les mSmes contours, la musique annonce et la parfaite 
concorde, et la joie calme des Smes apais€es, rgunies dans une mdme 
3^nit^.c q)h TO, Esth&ique «[»♦, ©♦ 131. 

25ac^.3af>rbuc^ 1022. 4 



50 So&muk* WtiLtx, 

3m ©cf)tu£cf)or iff bai SRoturifcbe unb ©tiliflifcbe and) wieber, 
trofc ©pitta, origtnelL 3d? t>ern>eife auf ta6 nacb jebet 5Ber*« 
jeile etnfatfenbe tt)pifc^ 23ad>f#e ganfarenmotfo, auf fete ma? 
(erifcbe Sfaflofung bet S^orfKmmenoiettel in $($te(, Me bier 
fcbroebenbe ©etfter oerfinnbilbltcfcem STOan n>irb gerabeju an 
©teflen 3Jrabm*fcber unb iftegerfcber Orcbeflerbebanbtung tn 
ibren SRequiem* (23rabm*: ^©ettg finb tie SEoten", 9teger: 
^©ieb, fie umfcbweben bicb") erinnert 

©te Scbtbeit bet tfantate „©ott ift mein tfonig" ffinnte 
man, wenn fie ntdjt unjn>eife(^aft ate ec^t bejeugt wire, fcbon 
nacb bar t>orau*gegangenen ^antate gerabeju matbematifcb be* 
roetfem Daffetbe @cbafFen*prinjip tritt bw jutage: bie mit 
SBorttebe in grofien Stridden nacbjeicbnenbe unb befonber* an 
ibrer ©efegmdffr'gfeit tmmer erfennbare SWotfomaleren >Jur 
©erftnnbtfblicbung bet 2fafang*n>orte „®ott iffc mein Jtfinig" if* 
nrieber (t>gt oben ©♦ 47) ein in ben 3nten>atfen be* £ret* 
Wang* ficb bewegenbe* 3TOotu> bemsgt, ebenfo in ber Slrie 
„&utd) beine attmd^tige tfraft" unb bem Coro pleno ,,©16*, 
#eU, grower @ieg". Sfafdngticb fleben bit ©timmen in ge* 
fcbloffener Jj>omop$onie, nrie immer bei na<bbrfitfKcber 23e* 
tonung etnbeitttcben Smpftnben*, SBei ben ©orten „t>on Sitter* 
ber" fyatfdft, burcb ben ©egenfag bet unrubig beroegten ttnter* 
fiimmen ^erootftec^cnb, im ©opran bai ©treben, §um 2lu** 
brutf be* Unabdnberlicben auf btn (onfonierenben £reiflang** 
intert>aflen ju wrbarren unb fie ju nrieberboten 0>gf* au$ in 
ben (egten Xaften be* ©cbtuficbor* bie SEenortime bet „ganj 
befldnbig"), S5ei ben ©orten „©er a He #i(fe tut" werben 
bier nrie im Sbor „Sein Sifter fei nrie beine 3ugenb" bet 
^®ott ifl mit bir in SlUem" nrieber roett au*gefponnene ©o* 
falifen angeaenbet ^Sfuf (Srben" nrirb burcb ©eben bet 
©timme in tiefe SEontage nriebergegeben 0>gt* im ©cblufccbor 
ber barauffotgenben tfantate „2)er #err benfet an un*" bei 
„#immel unb grbe", 1* Sbor> 3n ber SIrie: „3cb bin .nun 
80 Sabre alt'' pnbet man bit abfleigenbe 93af}tinie nrieber t>or, 
nrie fie (t>gl, oben ©♦ 44) bit fkbente partita „£> ®ott, bu 
frpmmer ®ott" im ©ebanfen an* ®rab unaufb^riicb burcfc 
lit$U 2lucb bie ©ingfiimme ge$t iti ben SBorten „%$tm 



i 



OTotfofpvac^e unb ©tilart be* jungen 93ac£* 51 

Safcre" — roie unter ber 2afl tier 3afcre mube — ahxo&tti. 
Daffelbe gefcbiefct bei ben SBBorten: „2Bann fott betn Stntd)t 
ftcfc mefcr befc^toerett", nur bag in biefem gaUe tin 5Btber* 
fireben gegen ba^ Stteberbrfitfenbe, etn i&fyi 9lufn>4rt$jlreben 
jum 2lu*brucf fommt 2Bie f#6n finb and) Heine ^uge 
wiebergegeben: bet btm tegten Reiner SRutter @rab" gebt e$ 
eine Dejtme m bit Zitft, bet „3# wttt umfe&ren" n>trb jur 
SRetobiebifbung juerft etn ©ang nadjj oben, bann etn 3ntert>a(fc 
fprung na# unten unb tSortfefcung in biefer entgegengefegten 
Sfticfctung angeroenbet (t>gf, baju ftantatt „£in ungefdrbt ©e* 
mfite" 9tr. 24: „@o ge$t e* bort, fo ge&t e* &ter")* S5et btn 
SBorten „3&ren geroiffen 2auf" unb „feine @renje" ftnbet ftcfc 
roieber tint bit SBeroegung im 9taum unb beffen 2lu$bebnung 
t>eranfc$aulic&enbe lange SBofalife* ©c&roeiger unb anbere fyabtn 
bemerft, baf; oft ein einjige* 2Bort genugt, urn in einem 
gangen ©tficf ein beftimmte* 20?otit> ununterbroctyen watten }u 
laffen, nrie tttoa in btx Jtreujflabfantate, wo, burcfc bie ffiorte 
„2Wein 2Banbel auf ber ©eft iff etner ©c&iffafcrt gteicfc" an* 
geregt, 23ad>$ 9>bantafie ba^ 23i(b bed Sheeted t>or ftd> fiefct 
unb tin buxd) bat ganje 2lrtofo gebenbe* 2Bogenmotit> fcerauf* 
befctyw&rt Sin gfeic&eS fc^etnt mtr im Sfcor „£u rooOeji bem 
geinbe nic$t geben bit ©eele beiner $£urteftaub ,/y ber gaC }u 
feim Dad 2Bort ,/Seinb" f)at bit immer tmeber nac& oben 
ftrebenbe unb greifenbe SeColinie fceroorgebrac^t* 3$ fcabe 
f#on erwd&nt, bafi ber SWeifter ben SSegriff „!£eufet" oft ate 
giertg jungelnbe* #6ttenfeuer barflettt* 2lu<# im folgenben 
Sfcor wattet ununterbrocfcen ein SWotfo, ein 95affo Oflinato, 
ber w%enb ber SJttte urn ©egen ffir bie Obrtgfeit toit in 
ber (Senriffteit ber Srb^ung ber SSttte mit einem greuben* 
motfo f on jertiertt Die JBofaKfe 6ber „Srfreuen" (senza ripieno) 
ifi bei bem ^omponijien ber uor^erge^enben ^antate t>on t>om* 
herein §u erwarten* 

X)it nad) ®$itta ju S^ren bed SDNtyt&aufener ?)farrerd 
©taub {omponierte J?ocf)jett$fatttate ;/ Der J^err benlet an und 
unb fegnet und" beginnt nacfc aft^erffimmtidgfem ©ebraucb mit 
einer ©^mp&onie, beren nac^ einem grofen SntemUfcfcritt 
eined Sfc^tete ju einem SBiertet einfegenber Sft^t^mud t>on SBac^ 

4* 



52 3o$A«ne* aHftttet, 

gem bet feierltcber ©timmung angeroenbet with. ©cbn>ei§er l j 
gibt bafhx mebrere 25eifpiele* Sad juctft t>on ^opran unb 
Jlenor, bann t>on SJafi unb 2Kt \t einmal in fanonifeber 3mi* 
tation t>orgetragene Sntroitudtbema bed erflen (Sfcot* jeigt bei 
bem 8Borte „DenFen" jlene eben erroabnte SBofaltfenart jut 
©cbilberung t>on teicbem inneren ©efebeben unb beffen Sin* 
brucf auf bie ©eele* 9lad^bem bad Srcbeftet mit bem §bo* 
jufammen fonjettierenb in ununterbrocbenem, in feinet poty* 
pboner Slrbeit burcbgeffibrtem SBacbfcbm Sreubenrb9tbmud eine 
SSeite biefe greubenbotfebaft t>etfimbet fyat, fegt bei ben SBotten 
//Unb fegnet und" nacb etnem fetcrtic^en Dominantbalbfcblufi 
eine Sbotfuge ein, an beten Durcbffibwng bad ©wbeftet mit 
gleiebfam neu btojutretenben ©timmen teilnimmt 3b* Cang 
audgefponnened SEbema gebSrt betfelben ©attung an, wie bad 
obige fiber „©e* fytxt benFet an und"» 23et bem SWotfo bet 
Slrie 9fo 3 „€t fegnet und" macbt tyixto auf bad 23acbf<be 
^>rinjip aufmerFfam, bei befonberd fiberfcbroenglicben 2lffeften 
bie barmonifcb*melobifcbe 2ludgebebntbeit bt$ Shotted nocb 
rbptbmifcb ju twftdrFen, unb twroeijt auf folcbe S5eifpiete 2 ) t 
©er ©egenfag t>on „Flein" unb „gro£" wirb audgebrfirft 
butcb ©egenfiberftetfung eined in Fleinen Stnien gebaltenen, in 
tdnjelnbem Sftb9*bmud ficb beroegenben unb in bie obere ©ttmm* 
lage gefefcten SKotipd unb eined anbeten weit audbolenben 
r^t^mifrf) gleicbmdfjigen unb befefligten, ba^ jum ©cbluf? in 
bie aufjerfle ©timmtieflage gebt (t>gU baju Santatt „8Bet 
Dan! opfert" bei „©on>obl bie heinen aid bit ©rofj en")« Sd 
ifl ffir S5acb bejeiebnenb, bafi e* ben S3egriff bt^ ©egnend in 
erfebopfenber SBeife barjufletfen ftcb bemubt Jpat man im 
JBorbergebenben (Sbor unb Slrie) ben Sinbrurf bt$ ftberffrSmen* 
ben beFommen, fo empftnbet man jegt ttxoat t>on feiner SBeibe: 
bur<b tin (angfam feierticbed unb babei innig einfacbed SWotis* 
Son thfyxtnbtv SBeicbbeit finb bie fcblicbt f)axmontfd)tn ©ejrten* 
parattelen bei „Unb unfere $inbet" aucb beim legtmaligen 
„©er S)tn fegne (Sucb", too ba* ©rcbefler ben ©nbrutf bt^ 
©egenniebertrdufelnd geben fotf* J)ie ©timmffi&wng ifl in 

i) 3* 6* $<*$, ©• 486, 

2) L'Esthetique uftt) v S* 101. 



9ftotittfymd)e unb ©tifort bed jungen Sacfj* 53 

ber ganjen $antate potypbon, nut bier finbet fief) ^omopfcone 
Jparmonie (ogl* $antate „Denn fcu wtrft metne ©eele nic^t 
in ber Jpotfe laffen", S^otquartett „Dir febenfe idf) micb eigen")* 
Der ©cblufjcbor ^Sb* feib bie ©efegneten bed #errn" bat tm 
©rcbefter einerfeitd bie grofie biatonifebe Stnte, bie bet SWaffen* 
unb $o(leftit>begriffen gebraucbt xoixb (t>gL $antate „3Reine 
©eele erbebet" bet ^aitte^", a3acfc@efe«fc&aft, »&♦ 1/ ©♦ 294), 
fewer bie roeiten ©timmlagengegenfdge jut Unterfcbeibung t>on 
„#tmmel" unb „@rbe" (oqU Jtantate „@ei 2ob unb Sbr" bei 
„@rben Suft unb SWeer") unb bie in gleicbmdfiigen SR^t^men 
gefebdftig flieftenb unb immer nriefcer xotit audbolenb gebilbeten 
SWotfoe f fit ^gemacfet". Die beiben Slmem&tyemen geboren mo* 
tfoifeb ber oben erwdbnten ©attung bet grofjed ©efefyeben tm 
SRaum unb in ber $tit barfleflenben Sinien am 

3n Slantatt „2lud ber £iefe rufe icb" finb bem tenner 
ber t>oraudgegangenen ftantattn t>tete ^uge befannt 3$ t>er* 
roeife auf bte in befftmmter SRid^tung t>erlaufenben SRotfoe, 
auf ba* toit in einen Slbgrunb ^ineinbticfenbe „2lud ber Sltefe", 
auf bat 93ilb: nrie ein 83ater jum Rinbt fid) nieberbeugt bei 
„2luf bit ©timme meined glebend" unb auf bat tiefe Demut, 
©ericbtdangft, dngfUicbed ©icfcSBerbergen t>erfinnbilblicbenbe 
Sfiotit) bei „93or bir befte^en"* ©olefye Demut fommt toofjl 
and) bei „9J?eine ©eele fyamt" (Sbor^bagio) jum Sludbrucf* 
SBie aud ber JEiefe febretenb unb immer nrieber jurfiefgeroorfen* 
roerbenb tfrebt ber 93af; ber folgenben 2lrie nacb obem ©olebed 
9lacbobenftreben fommt aucb bti ,,3$ f)am bed Jperrn" (21ns 
fang bed gteidfmamigen Sbo**2lbagiod) unb „Srl6fung" (eben* 
ba, Sbotteit un poco allegro) jum 2ludbrutf* Wad) beiben 
SKicbtungen bin — dngftitcb ficb umberblicfenb — jlrebt bie 
Sofaltinie in ber 2lrie „$OTetne ©eefe (arrets too t>on bzm 
SBarten t>on einer Sflorgewoacbe jur anberen bie SRebe ifi 

Dad biefetbe JEonb&be repetierenbe unb umfptelenbe SWotfo 
fommt in biefer ftantatt etlicbe 3Me oox. 3n erfler Sinie 
unb am audgebebnteflen bei bm SBorten „9Reine ©eele wartet" 
ober „3cb barre b^ Jjerrn" (Slnfang bc^ gteiebnamigen Sbor* 
2Ibagiod)» ©olebed SBarten unb Slnbatten am ©ebet ijl ferner 
in bem bringlicb befebwfirenben „@o bu wittft ©unbe jured^nen'^ 



54 3*$<"""* WftHer, 

(®&or 1, Sfobante) audgebrucft Abet bte anberen grofien 2*o* 
falifen bet „gteben" (@bor 1, Vivace), „gur<&ten" (Gbor, An- 
dante), and) „warten", „boffen" (@&or, Largo unb Poco 
allegro), „€rl6fung" (Allegro) ijl nad[> obcn ©efagtem nicfctd 
betjuffigen* #en>orjubeben fei nod? bte Combination t>on \xx* 
fcfciebenen SJilbern in ctncm ©tfidt SBdbrenb in bem Slriofo 
„©o bu wtflfl ©finbe jurec&nen" bet 93ag bicfe ffiorte wit 
gurcfct unb ^tttern betet, ber ©opran abet im @ebet auf bad 
atle ©d^ulb titgehbe Xobedleiben 3efu binweifl, flingt ittnig 
getrofl em greubenmotfo in ber obligaten SBtoIine* Sbenfo 
t>ernimmt man im Sfcor ,/STOeine ©eete garret" wdfcrenb be6 
bemfitigen SBetend ein unaufb&rlicfc t>erbeifjenbed, freubiged 
©ingen in ben beiben SBiolinflimmen; fie ftnnen ficfc nic&t 
genug tun, btefed greubenmoth) ftc& gegenfeitig immer wieber 
jujurufen* „3n ber ©cfclugboppelfuge flettt ba$ tint cfcros 
mattfcbe SWotio bie ©finbe, bat anbere bie gleidfoeitig tdtige 
6rl6fung bar" (ffiolfrum)* Da6 nadfoetctynenbe fWotit) war 
fc&on ©ewobnbett bei ben t>orbad[>if#en STOeiftern, aber ed 
berrfc&te bei tynen nid^t biefe ©nbeitlicfcfett unb Jtonjentration 
barauf, urn in bie JEiefe ju gefcen unb ifcrn STOannigfatttged 
abjugewinnen* ©#on in ber Jtonfequenj feiner 9Rotit>fprac$e 
unterfcfcetbet ftc$ ber junge 93a<& t>on feinen Sebrerm 

©tilart bed jutigett 95a#* 

2$ad[)d Denfen war, roie feine frubeften Jtompofttionen be* 
jeugen, t>on Sugenb auf ein potypboned* @e(b{t wenn atte 
Sugenbfompojtttonen t>on ii)m t>erloren gegangen wdren, unb 
wir gar nicbtd t>on ibnen wiifften, muften wir annebmen, 
baf; in ibnen bad 9>otypbone in auf erorbentlicber SBeife jum 
Sludbrucf gefommen fei, im fyinbM barauf, baft er gegenfiber 
atfem Sfabebenben, 9leuen ju einer ^wf^tnmenfaffung bed bids 
ber ffinjllerifcb Srreicbtem beflimmt war* 

2fod ganj frfib** 3*i* iff «nc guge in cmott er&at 
ten, ©pitta 1 ) meint, aud ber ©brbrufer $tiU S5et aUm 
STOdngeln befunbet fie bai SBeffceben einer t&emattfcben 

*) fcacfc I, 216. 



9Wotfofrrac$e unb @tilart be* jungcn 93ad). 55 

2lu$nugung, fowo^l in ber SBielbeit ber X^emenemfdge aid in 
ber S3etbe#attung be* Some*, rote e* bei grofcberger, $erfl unb 
9>ac^e(be( nicbt ju fmben iff, 3n faft atten fugierten ©dgen 
unter 23acb$ Sugenbwerfen tfl biefe* geftyalten be* Some* ju 
bemerfen* STOan sergleicbe baju bie „Fuga all' imitazione 
della cornetta di postiglione" im Sapriccio fiber bk Slbretfe 
feme* geliebten SJruberS, !8ad)*®tftttWaft 25b* 36, ©. 194, 
bk ©cblufifuge bet gleictyfatt* nacb $u&naufcbem SWufler ge* 
arbeiteten Dbur*@onate fur Plainer (ebenba ©♦ 320), ©rgefc 
fuge in Cbur (^JeterS III, 9lr, 7), guge in amotl CPeter* HI, 
Wn 6), guge in cmoff (*Peter* VI, 9tr, 9), Sborafoorfpiel 
„3efu meine greube" (^eter* VI, 9tr. 29), bie 2Irie „3cb 
jaudjje" in ftantate /; Denn bu wirfl meine ©eele", bie Sbor* 
fugen fiber „<£r fegnet ba$ Jpau* Sfraete" unb fiber ^Slmen" 
in Slantatt „£er Jperr benfet an un$"« 23ei gro&berger, Jtertt 
unb 9>ad^elbet finbet ftcb ba$ geftyalten be$ ©egenfage* jum 
Zfyttna bei mebrftimmigen gugen Baum; in feinen prdcbtigen 
SWagniftcatfugen #at ^>ac^etbet bei fallen, bte fiber bie $mi* 
flimmigFeit fyinaufyttyn, ben Some* nicbt ein etnjige* 5M 
beibebatten* 23ujrtebube* ©egent&emata geben meifl rodbrenb 
bei ganjen gugent>erlauf$ mit, abet bie innere ©efcbloffenbeit, 
bk man erroattet, iff infolge ber in faft aff feinen gugen fib* 
lichen 3#emat>ariation nicbt erreictyt 

3n ben 2fineburger Sboralparttten ifi ber pofypbone @a§ 
eigentltcty febon fertig au*gebilbet, unb jroar jeigt ftd^ bier 
biefe* ^u^mbinierenfuc^en be* SSefien feinerSefcrmeifler* SWan 
merfe auf bai ©treben nacb ©elbftdnbigFeit ber ©timmen, 
ba* f)at er t>on ben „2ttten" gelernt, ber ^actyelbelfcbe unb 
SJuftebubefcfce $rei* fennen fotcbe* nicbt me&r* Sluf ffibbeutfcfce 
©cbule roeift jene leictyte £inienfcb6nbeit, bk SBujrtebube unb 
aucty 956bm mit tyrer mancbmal auf berfelben ©telle berum* 
friecbenben SWetobif ober ftereotyp fcdufigem SBieber^oIen eine* 
unb beffetben SEone* (bjro* jroeier nebeneinanberliegenber abs 
wecbfelnb angefc^tagener £6ne) bocb nicbt fyaUn. 2)a* 3Hr* 
tuofe, romantifc^ SRanfenbe erinnert an norbbeutfe^e ©cfcule* 
8Benn icb aucb bei ber t>orliegenben Sttudfu^rung febeinbar ein m* 
nig matbematifeb operiere, fo ^anbelt e* ftcb babei btog urn 



56 %t>f>anm* SDWWer, 

ein juerjl fc&eibenbe* unb bann wiebet wbinbenbe* 9lad^t>et» 
fle&enfuc&en bet »on aufjj en bebingten (SntnridMung bee jungen 
SJacfc, 8Bot bem ge&eimnitootlen ^Ding an fid) 4 * $at bit 
gotfctyung J?alt ju mac&etu SBenn au# fpdtet bad etne obet 
ba* anbere btefet ©tilnotmatioe 93ac$$ but# 2lnlefcnung an 
biefen ober jenen STOeiftet (i$ benFe an SJujrte&ube unb tfu&nau) 
wd(jtenb bee Sntroitfiung ubetnmcfcett rootben ifi> wie etne 
ttntetfhr&mung tft e$ tmeber fceroorgebroefcen. 3n S3ac$$ fdmt* 
lichen 3ugenbFompofitionen, t>on ben Sfinebutget S&otalpattiten 
ab, treten biefe 9>tinjipien tmmet toiebet jutage, foroofcl in 
ben 3nfhumentaU nrie au# in ben SBoFafoerFem 25et biefen 
tjl ba$ gat nid^t fo felbfh>erftdnblic$, rote e$ oielleicfct erfc^etnt; 
id} oerroeife nut auf bie ©runbt>etfd^ieben^eit SBujrtebube* in 
Stget unb JtantatemoetFem SWan glaubt manc&mal Faum, 
bag betfelbe SWann beibe* Fomponiert fcabe, 

Die meiften mitttU unb notbbeutfefcen SBoFalroetFe jenet 
£eit finb ftilifttfcfc anfptudS>$to* gefefctieben* 3cfc wage ju be* 
fcaupten, bafi SBad?* Slnlefcnung an fie bei feinen beiben erften 
jfamtaten em retarbietenbe* SWoment gewefen iff; bennocfc 
fc&ldgt motfofptad[>lid[> unb fKlif!if# — in bet jweiten Stan* 
tatt ja befonber* — fein eigentlic&e* SBefen bur#* 3$ t>er* 
weife jundc&fl auf potypfconeS* 3n ben beiben tfantaten 
„Denn bu roirfi meine @eele nictyt in btt Jpofle laffen" unb 
„<8ott iff mein $6nig" trifft man in einigen S&oten unb 
2lrien jene oben befproefcene SBenoenbung bed 9laturbreiF(ang$ 
unb langeret ©ejrten* unb SEetjenpatattelem Die Strt i&tet 
aiufpettung bjn>* Dutc&fii^tung bejeugt abet t>on Slnfang an 
ben potypfconen ^omponijlen. 

Det feinet S3eobac$tenbe bemetFt ein butdDge&enbe* fcfclic$te$ 
jtonjettietem 9lad^bem am Slnfange bet $antate ^Denn bu 
n>irfl meine ©ee(e", nrie febon oben gefagt, bet ©tteietyerctyot 
ben SBldferc&ot in Ffeinet Sngfu&tung imitiett $a\, Fonjettieten 
nad) bem 93otttag bed 3$ema$ butd) ben 23ag bit beiben 
ffliolinen mit feinem Sterna btei JEaFte* Die ©ingfiimme 
nimmt biefe* nriebet auf, unb bit £tombe fctymettert tin 
FleineS t>etn>anbte$ Signal batfibet* 9lad^bem bit SBtolinen 
wiebet foto eingefatfen finb, Fonjettieten bit 5Etomben anfangs 



QKottofyradpe uttb ©tifart be* jungen 83ad>« 57 

li# fiber ifcnen mit bent SBafj tfcema, gegen Snbe in ©ecfcje^nte! 
fiberge&enb, roorauf ein f Jetned c&ortfc&ed SBecfcfelfpiel jwifcfcen 
©ingftimme, ©treicfcer* unb astSfcrd^or folgt unb nac& einer 
Idngeren SBofalife bet ©ingftimme bad einlettenbe fonjertierenbe 
2lflegro wieberfcott wirb* 3m folgenben Duett ftnb bie ©bets 
jltmmen gegenfiber bem ptafltfc^en Sontinuo, ber betm Sin* 
tritt ber ©ingffimme einmal fonjertierenb eingretft, foroofcl tm 
SRitoweC roie tm SBofalbuett jun&bfl ftraffer jufammenfle^atten* 
greiltcfc fte fiberftmngen fid^ balb &ie unb ba, fonjertteren 
r&9t&mtfd) unb melobifcfy unb fceben ft# bet fletnen 3mita« 
tionen befonberd beutli# soneinanber ab* 3n ber 2lrie „£nt* 
feget @udj> nicfct" ift, nrie in ber folgenben, bat Sfafangdmotis 
nocty faum fertig aufgefteflt, fo wtrb ed fd?on tmitiert Die 
melobifcfce Stnte btt jroeiten Slarino tm Slnfangdritornetf 
Fonnte neben ber bed erften beinafce felbfldnbiged JEtyema fern* 
9tac& ctyorifcfcem ©ectyfelfpiel jrotfcfcen SBldfem unb ©treic&ern 
beginnt bie ©tngftimme mtt bem Sterna, bat ber 23afj fofort 
imittert €d folgt bie grog e ffioFalife fiber „6ntfegen", bie 
sorn Slarino in Frdftiger, roeit audfcolenber SMobie nacfc 
geafcmt wirb unb fiber mothwernxmbter SBafberoegung ju 
&nbt gefct 9tad) Furjem Dialog jrotfcfcen ©ingflimme unb 
Snjlrumentalbegleitung, an bit fid) bat Snftrumentalrttornelt 
anfcfctiefjt, Fommt ein Fleiner ffinfjlimmiger, poison wtrFen* 
ber SKittelfafc mit bretmaliger Smitatton ber ©ingjfimme 
burcb bie erfte SBioline* 23et ben Sffiorten „@r tfi auferftonben" 
imitieren ft# ©tngflimme unb etfte SBioline — man merfe 
auf bit fctyine Stnte ber jroeiten SBioline — , worauf nad) 
toecftfelfeittgen Sltttworten ber ©tngftimmen ber ganje erfle Sleil 
nrieberfcolt nritb* 25ei na&erem $uftf)tn alfo ftnbet ft# in 
ber Jpauptfacfce potyp&one Slrbeit 

3n ber folgenben Slrie greift ber 95ag in bie Slufftetfung 
bed X&emad imitierenb ein, bei Sintritt ber ©ingflimme folgt 
in ber jroeiten SBioline eine 3mitation, unb bit ©ingflimme, 
bie aldbalb eine lange SBoFalife audffi&rt, wirb wieber in pt&ty 
tiger ©inbung t>on ber erflett ©iotine nac^gea^mt unb urn? 
fpielt* 9lac^ einem Snfhumetttatrttornett auf ber Dominante 
beginnt ein furjer, pat&etifcfcbreiter SWittetteil, in bem wed^fet 



58 3oJjft*me* SWfttta, 

n>etfe cin Wetned STOotit) son ©mgftimme unb ©reseller t>or* 
getragen wirb, wobei in ber S3egleitung bc^ Srdjjefterd ber 
Heine Somed btefed SWotfod fletd feftge&aftw roirb* ®egen 
Gnbe nurbd bewegter, ©tngftimme unb SBioline ge^en in JEer* 
jen, wd&renb jweite SBioline unb SBratfcfce unisono in gewaf* 
ttgen 3fntert>aflen (Sttbflanb eine Strebejime) ein&erfcfrreton, 

3n ben jcn>ettigen ©timmparattelgdngen bet 2lrie „2Bo 
bletbt bein SKafen" &at cine jebe bet beiben ©ttmmen einen 
melobtfcfcen 2ludbrutf, ber ft# meift felbftdnbtg fcoren taffen 
f&nnte, tttoa bti ^©eine ftegprangenbe ©cfcldfe befaubt" unb 
„3&n fcinbert fetn SRteget nocfc (jollified 5lor"« 23et „©n 
jcber t>erfucfte bat SBefte fur ftc$" Eommt man beinafce in Sets 
fuctyung, ju fragen, roelcfce ©timme aid Sberflimme gebacfct 
iff, ber im ©runbe tiefer tiegenbe, aber bod) in ber ©trfung 
(jeraudtrctenbe SEenor ober bie 2lltfiimme* 3n ben JErompetem 
gdngen ftnbcn ftcfc jroeimal faft brei SEafte fcinburcfcge&enbe, 
©uirtanben aeranfcfcaultcfcenbe ©edfoe&ntefcSEerjengdnge, bie ber 
baju geborige Xtft forbert Sr fpric&t &om lorbeergefcfcmfidk 
ten ©ieger, ber prdefttig fcemrtrete* ©onfl §at bit betreffenbe 
SWitteljiimme i&re etgene SMobie, bie ftettenweife fiber bit 
jDberfiimme ge^t $mimal fmbet ji#, rod&renb bad ©arino 
auf bem tang auflge&altenen 5Eon g triflert, eine Heine 9lacfc 
a&mung jnrifefcen Slarino II unb 9>rinjtpale* Der mittlere 
5£eit bed £uettd „3c& jauc&je" — ber erfte ifl eine feme 
giligranarbeit — $at einen Sontinuo, ber ein SRotfoftficfcben 
ber S^orpimme bed 1* JEetfed faft roie etnen 95affo OfUnato 
t>erwenbet ©ie (Styorarte „9Wein 3efu, mein Jpelfer, mein 
?)ort" ge$t nacfc jroei lltintn Duetten jroifctyen 5Eenor unb 
SSafi unb ©opran unb 2ltt in potypfcon wtrfenbe gfinffttmmig* 
fett fiber (nad) after 2lrt etgentlicfc Oberfltmme fiber Sber* 
flimme)* 2luc$ ber folgenbe ©#luf;c&or iff in biefer UBeife 
gefe§t, 

©ie 2mien ber OberfKmme in ben SErompetenmotfoen bed 
Slnfangdcfcord ber Siantatt „®ott ifl mein Jtonig" unb ber 
SUtarie „X)urc& beine attmde^tige ^raft" finb nac^ Slufflettung 
btt X^emad in i^rer wetteren ©eftaltung burc^ bit ^armonifc^ 
einfefcenben SWittetftimmen befiimmt Die beiben fetytiefcten 



SttotMpwdje imb ©tilart bed jungett SBadj* 59 

©rcfcefter* unb Sborfdge: 2Wofo „3;ag unb 9lacbt" unb Sfcor* 
ariofo „2Iuf jegltcben SBegen" ftnb fiber etnen 93affo Sflinato 
gebaut, fo bafj bie oberen ©timmen unb ber SBaf* bjro* ©treicb* 
orcbefier unb Sembalo mitetnanber Fonjertterem <£$ erubrtgt 
ftcb nocb, barauf aufmerFfam ju madden, bag bei ben roentgen 
tnerjitmmtgen ©tetfen, wo bie ilontrafKerung nidftf burcb 23affo 
©jlinato unb irgenbroelcbe 3mttation erfolgt ober bte etgent* 
licfce SterftimmigFeit jur gfinffltmmtgFett geroorben if!, bte 
©ttmmfage eine fefcr wette nrirb, jur felbftdnbigen @ntfaltung$* 
moglicbFeit ber etnjelnen ©timmen. (33gf. tm S&ot^ttofo 
„X)a$ neue 9tegiment'< bte betreffenben ©tudfeO geftge* 
flcttt tjl btefcet folgenbe*: gaft atte S^emata in biefen bar* 
montfcb gefegten ©tfitfen finb imitierenb aufgeftetft £$ &an* 
belt ftcty tabct urn ein jfonjertteren entroeber jnrifcfyen jwei 
3nf!rumentalF6rpern ober jnrifcben S^otfitmme unb S3a$, wo* 
burcb roieber jroei $tangF6rper: Srcbejtertnjfrumente unb Sent* 
bato (ober Srgel) ftcb gegeniibertretem Ste SWittelftimmen 
baben, wo etne Idngere SJJeriobe iff, fiet$ etne gegenfiber ber 
Sberfltmme c^araftenftifd^e Xtnte* 

2>te aud btefer potpp^onen SBeranlagung ^eraud erfolgenbe 
©leicbfteflung unb Snetnanberoerfd^metjung t>on S&or unb 
©rcbefler beginnt flcb fctyon in SantaU „©enn bu rotrft metne 
©eele" anjuFfinbigen* ©o bet ben Sttnfdgen ber ©rctyefter* 
jlimmen, bit ©ingflimme ju tmttteren ober mit ibr ju Fon* 
jertteren: 1. Allegro SEaFt 9; Duett, Zalt 10, STrte „gntfe§et 
eucb nicbi", Xatt 8ff* — fcter Smttatton jwtfd^en ©tngfttmme I, 
Slartno unb Sonttnuo — ; femer SEaFt 20 ff v 28 ff.; 6ann in 
ber Slrte „2luf, freue btcb ©eele" Zatt 5 unb 6, 10 unb 11 
ufto* 3n „@ott iff mein $6nig" ^at ftcb befonber* bei ben 
Sborfugen btefe ©leicbfteCung fcbon geborig bwauSgebtfbet 
Dergletc^en ftnbet man roobt feften bet einem fetner 93orgdnger* 
£er Sonttnuo ift bei t^nen geroofcnticfy fttefmuttertid^ beban* 
belt; wobt Fommen FJetne Durc^ffib^ngen jwifcben ben £>r* 
d^efters Cberfltmnten oor, aber ibrem SJafj gebW wie bem 
SWeere^grunb, er toirb oon bem, wa^ in ben oberen Stegionen 
oorgebt, nicbt berfibrt 95etm jungen S5ac& nurb er ju einer 
felbflSnbtgen ©ttmme, bte ate Sontinuo entweber ben Fontfe 



60 3of>amie* WMix, 

nuierlic&en gfufj bt$ ©anjen roeiter tretbt, tnbem fte, jtonfo* 
nanjen burcbfreujenb, ©cblugimtfungen serbinbert ober mo* 
tfoifcbed SWaterial t>erarbeitet ober ber SberfKmme mit felb* 
jWnbigem SE&ema gegenubertrttt Sludgenommen bet 23afft 
SfHnati trtfft man in SBacbd SBofalroerfen t>on ber 3ugen& 
bid jum Sllter ganj fcltcn einen in gleicben 9totenroerten, ttwa 
SBterteln, einfcergebenben Sontinuo, unb bann nur bci feinfter 
giligranarbeit in ben STOittelftimmen ober potypboner ©teige* 
rung fiber bie aSierfttmmigfeit binaud* ©egebenenfalld trtfft 
man etne audgefprocbene melobifcfte Unit, toit im gingangd* 
d)ox ber $antate „2lud ber JEiefe", im <&f)oxaid)ot „3Bem foCC 
ed bocb gefcfceben" m tfantate „?obt ©ott in feinen 2Berfen"* 
£ie SBereinigung bed ^otypbonen mit bem 83irtuofen bringt 
in bie Sugenbroerfe eine gewiffe Unrube; em ©treben naff) 
jtomplijtertbeit macbt fid) bemerfbar* £d iff bad ®ente im 
SBerben, bad jwar aucb ©nfacbed ju fcbaffen ba^ SBebfirfnid 
fyat, aber nicbt in 2l(ttdgltcbfeit Siefe Unrube jeigt ficb aucb 
in ber Umgebung, in bie 95ac^ in feinen SrjHingdfantaten tit 
betreffenben fcomopfcon flingenben ©tellen gerficft fyau &at 
breite Xbema ^Denn bu roirft meine ©eete" fommt nacb bem 
fonjertterenben bewegten 3nj!rumentalanfang. 9ta#bem e& 
jroeimat son ben ©ingftimmen sorgetragen roorben ifl, fcbliefit 
ba^ Satan anfefcenbe Snfirumentatritornell mit ©ecbjebnteln; 
nacb furjem cborifcben SBecbfelfpiel jnrifcben ©ingftimme, 33io* 
linen unb SBldfew fegt biz lange ©ecfoebnteloofalife ber ©tng* 
ftimme ein* Die in Slcfytefn freubig unb bocb befiimmt ein* 
fegenbe Slrie „5Betcbet Surest unb @d>recfen" gebt balb in 
©edfoe^ntel fiber; bei bem folgenben SBofalbuett, ba^ tint va* 
riierte SBieberbolung ber Snflrumentaleinleitung iff, ifl ba$ 
gleicbe ber gall* Der nacb bem potyp&on nrirfenben ffinf* 
fiimmigen Slbfd^nitt in amott („3&r fucbet 3efum ben ©efreu* 
jigten") beginnenbe Slbf^nitt in Cbur „€r iji auferftanben" 
gebt .roieber in tint ©ecbjefcntefoofalife fiber* Smmer folgt 
auf einen fcomop&on flingenben Slbfctynitt ein reicb bewegter* 
©o aucb in ber Slrie „2luf, freue bicb" bei „Der Jpeilanb 1)at 
bid) t>om ©terben erloft"; ben b*>»««>p^on flingenben WlitttU 
teil befctyliefjt ba^ jwifeben Oberfiimme unb 93afi fonjertierenbe 



flttotfofyradje unb @ttfart M jungen SBacfj* 61 

unb beroegte SnflrumentalritomefiL 3m Quttt ,,8680 bletbet 
bein Sftafen" folgen auf &tc in ber Jpauptfacbe 9lote gegen 
9lotc gefegten ©tellen jebedmal gro§e SBofat ober Snjlrumen* 
talliniem 3m SWittelteil ber Slrie „3cb jaucbje" roerben bit 
Slerjenparattelen t>on einem ein beroegted SKotfocben t>erarbei* 
enben Sontinuo unterbrocben, cbenfo bet in Slcbtetn fyofytitt* 
t>olt babinfcbroebenbe ©dSrtufjcbor abfcbnittroeife immer roieber 
t>on in ©ecbjebnteln cnbcnben 5trompetenmotit>en, um fcbttefj* 
licb ganj in laufenbed gigurenroerf fiberjugebem 3m 2lnfangd* 
cfcor ber $antate „@ott ift mcin Aonig" fotgcn auf bic %ox* 
monifcb enggefcfcloffenen S&orteile jkbedmal plaftifcbe in ©ecb* 
jebnteln beroegte 23dffe, bedgleicben auf bic im (Sborariofo 
9tote gegen 9tote gefegten SBorte „Kad neuc SRegtment" unb 
nacb ben beiben furjen Sfcoralabfcftnitten „3riebe, 3tu(> unb 
SBobtergeben" unb „©a£ an atten Srten ganj beftdnbig fci 
sorbanben"* llberall offenbart jtcb ein ©turmen unb Stan* 
gen, ein jugenbltcbed ©icbnicbtgenugtunfonnen* 

STOan betracbte bie ©cbtufjpartiten fiber „@&rii!, ber bu 
bift ber bette Jag" unb „£> ®ott bu frommer Oott", ba* 
(Sfcorafoorfpiet „6b«ft teg tn SEobedbanben", t>a$ £erjett „2Bo 
bleibt bein SRafen" in „©enn bu wtrfl meine ©eele nicbt in 
ber Sjbilt laffen", ten ©cblufjcbor t>on „@ott ijl mein $6nig", 
t>or allem bie ©rgelroerfe: ^rdfubium unb guge in Cbur 
(9>eterd III, 7), §uge in cmoft OT&eterd IV, 6), bit *Pbantafie 
in Cbur (Meters IV, 11). £>a* ©treben nacb ©rofjem, SRetcbem 
if! ein Srfennungdjeicben bed jungen 23acb* 3n ben paar 
febtiebt $armonifcben @d§en, bie nacb «ftubnaufcbem SDfufler 
gearbeitet jtnb, trifft man relatit) met mebr Smitation unb 
mafftgere ftcb aneinanber reibenbe Jparmome ate bei $ubnau 
felbfi 

3ft, bem @barafter bed ©tficfed entfprecbenb, eine $ombi* 
nation t>on Smitierenbem mit SBirtuofem 08erjierungen ober 
gigurenroerf) nicbt roobl angdngig, fo tritf meiflend eine folcbe 
jwifeben Smitierenbem unb barmonifeb SWaffigem unb &omplU 
jiertem eim 2Ud 95eifpie(e laffen ftcb auffibten: JUatrierfonate 
in Dbur, erfter ©a§ (SBacbgefellfcbaft 36, ©♦ 19), Sapriccio 
fiber bit „3lbretfe bed geliebten SBruberd", trierter ©a§ (ebenba, 



62 3°$<mtte4 fttftBtr, 

©♦ 193), €$orafpartita fiber „£) ©ott, bu frommer ©ott" 
($eter* V, Sir* 7), guge fiber ^SBom #tmmel W ($eter* 
VII, Sir. 55), tyrdlubium in Cbur unb guge ($eter* m, 
9tr* 7), tyrdfobtum in amott (ebenba, 9ir, 9), partita in Cbur, 
erffet unb jweiter @a$ ($eter* IV, 9tr* 11)* Jpinteretnanber 
angefc&tagene, unt>erdnbert Meibenbe reine Qreifldnge ftnben 
fi<& beim jungen 93a$ niemafe, ebenforoemg langere* SBer* 
xvtxkn in berfelben #armonie bet ©ttmmenfortfd^reitung, ab* 
gefefcen t>on ben oben befproc&enen jwei bi$ brei Zattt langen 
Serwenbungen be* OTaturbreiHang** Sdngere* Stegenbletben 
einer ©timme iff — abgefe&en t>on SRejitatfoen — jlett mtt 
biffomerenbem gortfd^reiten ber anberen t>erbunben* SJeifpiele 
baffir bieten ^artiten unb Sboraloorfptele ebenfo toie JMatrier* 
werfe unb flantatem S* fct auf bie groffcn JBafftaftetone mtt 
ben geroaltig barfiber geftfilpten Jparmonien in ben Sugenb* 
©rgelprdlubien t>ewriefen: ^rdlubtum in Cbur $>eter* in, 
9lr*7), £aft 5ff v guge in amott (tyeter* III, 9ln 9) t>on 
Slaft 7 t>or ©<s(>lufj an, 9>rdlubium in cmott (9>etert IV, 
9tr* 5), Jlaft 8ff v $$antafie in Gbur, @a§ 2 unb 3 (9>eter* 
IV, 9lr* 11); ebenfo in ber tfantate „©ott iff mein Jtonig" 
auf bit beiben Sb6re senza ripieno „5$on alter* &er" unb 
„2)afj an atten Orten ganj befonber* fei t>orbanben"» 2#eo* 
retifcb mag jtcb ber junge 95a<& fiber feine Jparmonif trofc 
atter immenfen SSegabung jebenfatt* mcfct immer Har geroefen 
fetm Die fomplijierteren barmonifc^en ©ebilbe waren (egtlic^ 
gewottte, bewufjte ^ufdttigfeiten, bie ftc& au£ ber ©urc&ffifcrung 
feiner Sl&ematif ergabem STfan fpfirt eigentfimttcbe garben* 
revere, wunberbare £id)U unb Dunfetwtrfungen unb beren 
t>on gait ju gatt neue SBerfctymeljung* 2Ber ficfc fiberjeugen 
witt, bafi ber junge 23acb burcty folcfce gufdtiigfetten an „mo* 
bernen" Jparmoniebitbungen einem SReger faum nac&fle&t, t>er* 
gleicbe j* 25* fotgenbe ©tetten: ©rgelprdlubium Cbur (9>eter$ 
III, 9fo 7) Zaft 2i, 9>rdtubium in amoti OJJeter* III, 9ir* 9), 
britter Xatt t>or @#tug, guge in cmott (peters IV, 9tr* 6), 
ben tnerten unb lefcten Xalt t>or ©cbtu^, ^bantafte in Gbur 
(?)eter^ IV, 9tr, 11), jweiter 5Eert, Xatt 81, 96 unb 97. Jpier 
offenbart ftd^ etne Mbn^eit ber Jjarmonie, eine SBJilbbeit brt 



9Jtoti»fpra$e unb Btilaxt bet juttgen 23ad). 63 

Sludbrutfd, bie man bet 25ac(d SBorgdngern sergebend fuc(t 
Snbem man bte £ufad*9>affton 95ac( jufc(rieb, jetgte ftc(d, bag 
man i(m fttfgefc(ic(rtic( unb pft>c^o(ogtfc^ noc( mc(t na(e ge* 
nug gefommen roar* 

2>er jtwge 95a^ unb &tc Sttfa«*^*ffuw* 

9tac( bent bidder ©efagten tdfjt ftc( tie Sfotwort auf bie 
grage fiber He €c(t(eit ber Sufad^afpon (ajac^eefettfcfcaft, 
S3b, 45, II) in eintgen ©dgen wiebergeben* fiber i(re QnU 
fte(ungdjeit fei furj noc( feftgejMt, bafi fie, felbfl wenn fir 
ein 93ac(fc(ed ©erf wdre, unbebingt nad) ben tfantaten ^Denn 
bu wirfi meine ©eele" unb „©ott ift mein $6mg" entftonben 
fein mfigte* 3n biefen Jtantaten ift bat SRingen urn bte Slrien* 
form, bat mit ber J&eruberna(me ber da CaposSttrie enbete, 
noc( nic(t abgefcfcloffen, wdfcrenb in ber £ufad#affton bit 
da Capo*2We burc(n>eg angewanbt ifr 

Die 8ufa$*9>affton fei juerft auf t(re 2ttoti&fpra<(e (in 
geprfift, unb jwar jundc(ft ^inftd^tttc^ i(red 9tejitatu>tetld* 
9tac( ©cfcnetberd geffftettung (at 23a<( nur bid jum 6(or 
,r^err, fotfen nrir mit bem ©c(n>erte breinfctytagen", gefcfcrieben- 
Son biefem £(or ab bid and @nbe tfl man alfo t>or S3ac(fc(en 
SBerbefferungen — fotc&e $at er befanntttc( beim ^opteren t>on 
fremben unb eigenen gBerfen faft immer t>orgenommen — 
fitter unb (at jebenfattd ben Urtejrt t>or fid). 

3luf motfofprac(tic(e Sarftettung t>erjic(tet nun ber $om* 
ponift ber Sufad^affion faft soflftdnbig* ginige 93etfpiele* 
SDton &ergleic(e „2)ied ifl eure ©tunbe unb bk SWac(t ber 
ginflernid", ^artitur ©♦ 41* 93ac( wdre wo(t mit ber SKe* 
lobie in bie JEiefe gegangen* gerner einige Jlafte nacfcber 
„Unb tytttut fotgte t>on feme"* 95ac( (dtte einen toeiten 
Snter&atfabftanb jnrifcfcen „f otgte" unb „ferne" jufianbe f ommen 
laffen. ©ad J?a(nfrd(en ©♦ 41 iff ntc&t imitiert, bat ©tc(* 
wenben (einen 5laft fpdter) gleic(fattd m$t S5ac( wfirbe jic( 
wo(t beibed ntc(t (aben entge(en faffen, (t>gU JJantate ^©ott 
ifl mein flonig" Ui „3c( witf umfe(ren", ©♦ 13> S5ei „Unb 
9>etrud ging (inaud", ©♦ 42 unten, wdre oermutti^ eine t>om 



64 3°$A«™* 9Kfttter, 

2lu*gang$punft ficb weitet entfetnenbe mefobifdje Sime ange* 
mnbtt wotben unb bet ten SBotten „Unb fubteten ibn (inauf 
auf &ad „binauf" Fein @icb*©enFen bet SWelobie juftanbe ge* 
Fommen, rote e$ f;ter ber gattifi 

ffienn ein Fletne* «Rinb bit Stjdbfong bort/ ba^ man 
@imon oon Jtytene ba^ <Rteuj jroangflweife aufetlegt b<*be, 
bag et'$ Sefu nacbttuge, fo fleflt e* ftcb jroeifeltod ten 8Bot* 
gang fo t>ot, bag bet ftatFe SWann, fobatb et mit ©ibetftteben 
ba^ Jtteuj auf ft$ genommen, unter bet iaft gebeugt mtt 
fctyroeten ©Written etnbetgebt Jpatmto* unb baiter gebt abtx 
bie ganjc ©efcbicbte tn bet SJuFaS^affton (@. 55) t>ot ficb* 
Die SWelobie bet „auf ibn" Fann icb blog ate guf&Kgfeit an* 
feben* SBeitetbin: £ut SBetfinnbiiblicbung einer ©ebnfucbt, 
bte S3etggipfel t>on ibtet Jpotye b^tinterjteben mocbte, fy&ttt tin 
Stonfeget, bet nut ein roenig batfteUenbe 2lbficbten gebabt 
bdtte, bet ben SBotten „gattet fibet un$" etn entfptecbenbe* 
STOotio gebilbet ©et ^ompontft bet SJuFate^affion gibt gat 
Fein SJilb, fonbetn gebt bei „ftbet un$" fogat nocb einen @e* 
funbfcbtitt in bie J?6be (9>attttut, ©♦ 80 unten). 3m felben 
SRejitatio ttmten wobt t>on JBacb aucb bte ©egenfdge „jur 
Stecbten" unb „jut SJinFen" gejeicbnet tootbem 

N X)a$ SRetfjjen be* $Botb<mge$ im SEempel iff nicbt ju maten 
t>etfucbt (©♦ 91 unten). Die SBotgdnge „Unb roanbten ftcb 
toiebet urn" (©♦ 98 t>ot bem Sbotal) unb- „<£$ flunben abet 
feine SBetwanbten t>on fetne" (©♦ 99) ftnb nicbt betficFficbttgt 
Set ben ©etten „Unb nabm ibn ab" (@. 106) gebt bie 9)te 
lobie fogat in bit tybfyt, unb bei „?egten ibn in ein gebauen 
<Stab" bleibt fie bejfanbig in betfetben 3nten>atfb&be* 

©ebon bit £abl biefet gdlte genfigt jum 23en>eife, bag e$ 
bem Jtomponiflen btt JiuFate^affton auf STOotfobatftetfung gat 
nicbt antam. 2Bo eine fotcbe bennocb angeroenbet tft, Fann 
bit SBetmutung nicbt aufFommen, ba% S9acb bet Slutot xv&xe. 
Wlbd)tt man j* S3* bei „33atet, in beine Jjdnbe befeble icb 
meinen ©ei|!" mit gutem aBiQen eine 2Ibftcbt bed ^omponijlen 
betaudlefen, fyitx tin mhbtt Slblegen bee Keben* ju fcbilbetn, 
fo wfitbe bet Actus tragicus (bet, wenn bie 8uFa^?)affion 
<in SSacbfcbed ©etf xotixt, ungefdbt gteicbjeitig mit i^t ent* 



9KotfofytftC$e unb ©tifom be* jungen ©ac$* 65 

flanben fein mfigte) — aufjeigen, nrie Dad bet Junge 95oc^ 
ticfer empfunben &at/ aid et untet biefen SBBotten bat S3i(& 
befc Jpinauffcfctoebend bet etloften ©eele ju intern ©ott gibt 
£igentumtid|>etroeife tfi in bm SRejitatiwn bid jum ©jjot 
„Jpett, follen nrit mit bem ©cfcwette bteinfc^lagen", faum eine 
©elegenfcett jum STOalen t>etfdumt Unb jroat jeigen fi$ ^ter 
teitroeife ecfct SBad^fc^e ^fige. „93id bad 3tei# ©otted fomme" 
(©♦ 15, SKitte) wttb t>etjmnbilbltc&t butcfc ©icfcSRiebetfenfen 
ber SMobte* §6t „©ie roeltlicfcen $6mge fcettfe^en" (©♦ 25, 
SWitte) ift bet Cbut*£teiflang gerod&lt* SWan t>etgletc£e (im 
felben SRejttatit>) „©et ©tofcte untet £u# foil fein wie bet 
Sungfte" mit „Det Stfte unb aucfc bet 2e$te" in tfantate „J5et 
Jpimmel lacfct" (9lt* 31), ebenfo ,,3$ abet bin untet eu# roie 
ein Dtener" mit „©et $6nig nritb ein Untettan" in Siantatt 
„;Da$u ifl etfc&tenen bet ©o&n ©otted" (9lt* 40, ©♦ 376). ©ad 
,,©0 fldtfe beine 23t&bet" mit feinem juetjl ftaftt>oll in bie 
Jjo&e ftcfc tedfenben unb bann fid) niebet beugenben 3Rotit> iff 
Sacfcfc&e 2ltt 0>gl. in SantaU „2llled nut nacfc ©otted 2Btllen" 
bie ©telle „gt tfdtft wad fcfaoacfc" (9tt* 72). 3n tiefet in* 
niget SBeife ifl bie ©etfcfemanefjene muftfatifeb batgeftetlt 
Jptet tttfft man bei „Unb et gtng fcinaud na# fetnet ©eroobn* 
tyeit" bat melobifd^e ©icfcSntfetnen in roettetem 3ntett>all* 
taum (t>gL SRattfcdud^affton „Unb gtng f)in ein wenig"). 
2Bunbett>oll ifl bat bemfitige ©icfc93eugen bei „a3etet" (©♦ 31 
unten), M „Unb fniete niebet" (©♦ 32 unten) unb bet „yiid)t 
mein, fonbetn betn SBille gefc^c^e" (ebenba); t>etgletc£e ^STOein 
23rdutigam id) fatle bit ju g6gen<' (23acfc@efellfc&aft 49, 
©♦ 320). „£d etfefeien i&m abet ein Sngel oom Jpimmet" tjl 
butd) tin ntebetgefcenbed 9Rotit> batgeflellt, ,,Unb fidtfte ifcn" 
dfcnlicfc nrie oben „©tdrfe beine 93tubet" befcanbelt S5ei „Unb 
«d fam, ba% et mit bem 5£obe tang unb betete fceftiget" tingt 
fic^ bie SWelobie fd^metjtic^ nad^ oben, urn bann bet ben SBotten 
/; Sd toat abet fein ©d^weig toie SBlutdttopfen" nad^ unten 
ju fallen, (t>gU ben Slnfang bed etften SRejitatiod „©leic^ wie 
bet SRegen unb ©cftnee t>om ^immel fdllt" in bet gleicfc 
namigen ^antate, a3acfc@efellfcfaft 18, ©♦ 237), Set 2lud* 
itucf t>on „Unb et flunb auf oom ®tbtt u (©♦ 34 oben) unb 

»ad>-3al?r&ttd> 1922. 5 



66 3*t>anoe* SJRbUtx, 

„fkf)tt auf* (ebenba) — t>erg(etd^e bamit „©acbet auf, wacbt 
auf" in tfantate „Unfet SRunb fet oott 8a<ben*" (9it* 110, 
©♦ 318) — biefrt fraftood nacb oben aufttetenbe, bit t>ot$et* 
gebenbe £onb&bt unmet fibetbietenbe SWotw tft ecbt bac^ifd^. 
SBte faw&Qlid) witft ^tetgcgen auf ©cite 55 bet ben ©otten 
„Unb er ftunb auf" bet Seginn beinabe in betfetben 5lonbo&e 
bet ©cbtufmote unb bet @ang wd&tenb be* SBetfauf* auf 
biefelbe* 

Slucb fa$tec$nif<$ unb fcatmomfeb ftnb jwifeben bem oon 
93acb* J?anb gefebtiebenen 3lbf<bnitt — id> nenne i&n f utjweg 
ben etflen unb ben anbeten btn jweiten — mancbetlei Untet* 
f<biebe* Stein dufjerficb fdllt febon auf, bag in ben meiflen 
SRejttatioen nac$ btm (Sfcot „S}ttt, fotten wit mit bem ©cfcwette 
btetnf$(agen" bet Sonttnuo fafi ununtetbtocben Idngete SRoten* 
wette aneinanbet tetbt, tvtyxtnb et t>ot bem betteffenben (Sfyot 
meifi in butcb ?)aufen gettennten ©tettefa oetlduft Sluffattenb 
ift au$ gegenfibet bem etflen Slbfcbnitt bie Jpduf ung bet ©extern 
unb Xetjenpataletfen jwifeben ©ingflimme unb 83afi im jweiten 
Slbfcbnitt 3m etflen 2lbfcbnitt wetben, wie fo oft in bet 
2ttattf)4u6' unb 3o$anne$*9>affton, ©jenenweebfel tnfofetn fcet* 
i>otgeboben, al* butc$ Slltetietung eine* SBafkone* eine bett>ot* 
jlecbenbe ambulation beim Sinttitt einet neuen ©jene etfolgt; 
t>etgteicbe SRejitatw 1 „Unb bie Jpofcenprieflet ttacfyteten", „£$ 
wot abet btt ®atana* gefabten"; SRejitatio 4 „Unb et fanbte 
sjOettum"; Sftejitatto 6 „@ie gingen bin", „Unb ate bie ©tunbe 
fam"* 3m jweiten 2lbfdMtt bagegen witb innetbatb bet ©jene 
mobuttett ©et etfle Sbfcbnitt iff, wad bie SRejitatwe bettifft, 
fagteebnifefc butc&au* febletftei, wdbtenb im jweiten ?)ataflelen 
jwifeben ©ingflimme unb Sontinuo ju ftnben finb (t>gl* tyax* 
titut ©♦ 40 aRttte, bei ben ©otten „Unb bit SDtacbt bet gin* 
fletni*")* J)ie ©cbtufjwttfungen im jweiten 3lbf#nitt fint 
teitweife gteuKcb; wgteic^e (©• 39 oben) „ttnb bieb i&m ein 
Obt ab a , (©• 41) „Diefet wat au# mit ibm", (©♦ 61 mette 
3ette) „3u Setufalem wat", (©♦ 68 etfle $tili) „Unb t>erftagten 
ibn fcatt", Diefet Untetfcbieb jwifeben bm 3tejitatit>en bee 
etjfen unb benen bed itotittn Sbfci&mttt wdte febon ©tunfr 
genug, bit SBe^auptung aufjuftetten, ba% jene entwebet t>on 



OTottofyracJje unb ©tttatt M jungen 83ad^ 67 

einem anbetn $ompomften bettufcten, obet butcb etnen Sfte* 
baftot aetbeffett wotben finb. 3n bet Xat banbelt e* tfcb 
jebenfaflfe urn SBetbeffetungen, bte 58acb in eiliget 2(bfcbttft, 
rote 6te Jpanbfcbtift jeigt, unb bem fcblicfcten ©til bed SSBetfe* 
ficb jtemltcb anpafitnb, angebtacfct f)at Dag bic Slbfcbttft 
eilig wat, gefct aucb barau* $ert>or, bag fagtectynifcbe getter 
Men geblieben finb, Det Umftanb, bafi 93acb ein$ fetnet 
Sugenbwetfe nnebet fopiete, obne eingebenb ftcb bamit ju be* 
fc^Afttgcn, mfifjte ein setbdcbtige* SDtoment fern* Sobanne* 
©cfcteijet gibt in feinen ^SSeitr^gen jut 23acb?tittf " (I, @. 31) 
eine Heine SH&tenlefe t>on fiuinten* unb £>ftat>enpataflelen in 
bet 2ufa«^affion, Det junge S3ac^ fat fibtigen* einen teinen 
@a§ gefcbtieben, batauf iff [(fan t>on anbetet ©eite 1 ) 1)in$& 
roiefen wotbem 

95ei bet 95etta#tung bet 2frien unb Gfcote, in benen b/i 
bet Sttbfd^rtft gtunbtegenbe* mernat* obne gdnjlicbe Umgejlafc 
tung fy&ttt gednbett wetben Knnen, offenbatt ficb bit ndmlicfa 
©teicbgfiltigfeit gegen bit SIKoti&fptacbe, obet, faflfe eine fotcfa 
bod) jut 2fawenbung !ommt, beten t>6Kige Setfcbiebenbeit son 
bet SBacbfcbem 

SDtolettfc^ unbet&tf ficbtigt ftnb bie 58egriffe unb Jpanblungen 
„Stquitft unb jWt!t" in bet 2(tie „£)tin 2eib, ba$ SDtonna", 
^tdnen" in bet Sttie „;Du gibft mit »tut", „@efdS>tagen" in 
btx SItie „J)engete fat9Kof**@to& gefcfctagen", „bag et be* 
£obe* ftetben mug" (ebenba) — eine ffipcfa ©tetfe, bie genrig 
nicftt au* einet „£omm, fufjet £ob"s@timmung betau^ge? 
roacbfen if!, ba bet @ebon!e an btn fatten SRdcbet „fcbtetfen" 
f K _ f^et „I>afj et ba* SBott abwenbe" im Sbot „J)iefen 
finben wit", „#inweg mit biefem" im gtetd&namigen Sfat. 
„8egt meinen gteunb in* ©tab" in bet Sltie „?a£ micb ibn 
nocb einmal !uffen" (5la!t 19 unb 27). 

2Benn ficb ©elegenbeit ju fcfcmetjlicbem ©ef&bfe<*u*btu<f 
bietet, finb in 23acb* Sugenbwetfen fatb fic3& teibenbe Diffo* 
nanjen angewenbet $itx if! nicfct* bat>on ju ftnbem STOan 
fefa etwa „gutc&t unb ^ittetn" in tfantate „3^ atmet 9Kenfc$", 



i) »flL ©Retina, »a(b=3^tbwc^ 1912, (5.25; be*at- 1913, ©•39ff* 

5* 



68 Sarnie* SWftHer, 

(9lt* 55). 3n bet 2We „2>u gibfi: mit SBlut" — wo man im 
SWittetteit bei ben ©otten „Du ttiefjlMn bet Jpinabberoegung 
eine* Slcbtel* ju einem SSiertet mit gutem ©illen bad arm* 
feltge gotten eine* Stropfen* betau*boten fonnte — bient jut 
ffiiebetgabe son ,,3* roein" (©♦ 23, Xatt 4) cin Heine* tf)to* 
matifae* 3Rotu>, nm* an 23acbfcbe 2ltt etinnetn fonnte* Sin 
folcbe* finbet fi$ auc# im 2lnfang*titotnett bet Sine „t)en 
gel* bat SWof** ©tab gefcfclagen", Xatt 5 unb 6 unb beffen 
ffiieberbolung, in bet 2ltie „Da* £amm oerflummt t>ot feinem 
©(beret", Xatt 6 na# ©inttttt bet ©ingfKmme unb im 2ln* 
fang*ritotnett bet Slrie „?afj micb titf) nocb einmal tuffen" 
unb fetnet ffiieberbotung bei Sintritt bet ©ingjlimme. 2Ib^ 
gefeben bason, bafj bit Jpatmomfietung butcbroeg jum 93et* 
tdtet roitb, unb in btn Slrien „Den gel* f)at SWofe* ©tab ge* 
fc^lagen" unb „Da* 2amm oetftummt t>ot feinem ©cberet" 
motu>fpracblicty ft# gat Seine Seranlaffung bteiet, ein cbto* 
matifcbe* STOotto ju bringen, routbe bet Umffcmb, bap e* im 
gleid)en ©turf an anbetet tejrtlicb analoget ©telle nicbt ein 
etnjtge* mal wieberfebtt, 3n>cifct an bet Scbtbeit begrunbem 
Jubem batte n>obl 23a# bei einet ftgutattoen Sluefcbmutfung 
be* cfctomatifcben SWotto*, roenn et fid) ubetbaupt eine folcfce 
nrie biet (©♦ 23, Xatt 4) gcleiftet b&te, fdjroerltcb eine ©fta* 
senpatallele gefcgt, nod) roeniger jroei £afte sorbet jut 2Biebet* 
gabe t>on „n>einen" einen muftfalifcben Sluebrutf gebtaucfct, 
bet ebet ein greubenmotio ale ein Xrdnenmotto ifh 

9licbt* in bet 2ufa*s^afjion etinnett an ben JJomponiften 
bet trirtuofen jeicbnerifcben 85ofalifen in ben tfantaten „£enn 
bu nntfi meine ©eele", „@ott ijl mein $6nig", „Det fyttx 
benfet an un*", „2lu* ber £iefe tufe icb"* 3n ber 2lrie „;Dein 
£etb, ba* STOanna" fommen gegm ©cbluf be* SWittelteil* untet 
ben ffiotten „?auter Jj>tmmel*lufi" jioei fleinere fut esentuette 
©etftnnbtlblicibung febt ent|agung*oolle Sofalifen t>ot* SKan 
fann jroeifetn, ob fie batftetten roollen obet nut au* bem 
jebem tfomponiften angebotenen £tteb, jnrifcben fRut)t unb 
SSeroegung abjuroecbfefn, entfptungen finb* Die roentgen t leinen 
Sofalifen in ben ubtigen Sltien paffen motiojeicbneTifcb ju 
i^ten ©otten n>ie bie gaufl auf* Sluge* Da* jeigt jtc^ au^et 



9Rottofpra$e unb ©ttlart be$ jungen 93ad^» 69 

in 6en fcbon errodbnten aucb in ber Sfrie „@elbjl ber S5au ber 
2Belt erfcbfittert" bet „§recber SWenfcben SBut", in ber Sine 
„2afj micb bid) nocb cinmal ffiffen", wo nacb einer in ber 
jpauptfacbe rb^tbmifeben SBeroegung im Jpauptteil fiber ben 
ffiorten ^Sffiangen" unb „93eriangen" im SRittelteil eine Heine 
melobifcbe 2luefpinnung erfolgt, £ur Sarfiellung oon „93er* 
langen" ware toobt eine folcbe 2luefpinnung am $la§e ge* 
toefen, aber nictyt, toie ^ter gefebiebt, in freubig betoegtem Dur* 
Die 5$ofa(ifen fiber „quittt" unb „flarfer §lu|" in ber 2lrie 
„2)en §ete &at 9Rofed ©tab gefcblagen" fonnen nicbt ju malen 
beabfidMgen* 2)a$ §lie§en eine* ftaxhn §tuffe$ ift bocb ein 
fontinuierlicbe* unb fein unterbrocbene*, fcbubroeife& 

3n ben roentgen gdtfen, wo anfebeinenb SMerei beabficfc 
tigt ift, fo im @bot f ,fym, fatten toir mit bem ©cbroerte brein* 
febtagen", „<£x f>at ba* 23olf erreget" in ber Slrie „@elbft bet 
S5au ber 2Belt erfcbfittert" unb in ber Drcbeflerbegteitung im 
2lnfang$cbor, oerbietet timber foroobt bie 52^^cmattE tote beren 
®urcbfubrung, bit t>on ber 23acb$ fo toeit toie ber STOorgen 
oom Slbenb entfernt iff, ibn ate Jtompomflen ber Zuta&tyafc 
fion ju oermuten. SSJenn ^re^febmar 1 ) in „£err, fotten wir 
mit bem ©ctyroerte breinfebfagen" bie jugenblicbe 9iaioitdt ber 
Sfinger jum 2lu$bruc? fommen fiebt, bfirfte er au* faft affen 
6b6ren ber $rieg$Bnecbte unb J?obenpriefier ba$fetbe tyxa\xtk\m. 
Diefe Waivitat fyat ibren ©runb in ber geringen bwntonifeben 
unb motioifeben ©eflaltungsfraft bed ilomponiften ber ?ufa$* 
9)afftom 83on einem potypbonen Senfen ifi bei ibm Beine 
Sflebc, gefebweige benn oon einer 3neinanber*93erfcbmeljung oon 
(Sbor unb ©rcbefter* Site SBeleg genfige bie geftftettung, bafj 
auger ber ©cblugarte in feinem £eil ber £u?a$s9>affion eine 
biatonifeb felbftdnbig fontraflierenbe SDKttelftimme ju ftnben 
ifl:, abgefeben oon jroei geringen 2Infd§en baju in ber Slrie 
„£>u gibft mir S5fut" (3. unb 4. Zatt oor ©cbtufj) unb in 
ber Slrie „®eb unb ©cbmerj in bem ©ebdren" (£aft 3 unb 
im SRitornefl)* Sine recbte Durcbffibtung eine* STOotio* trifft 
man nicbt. 23ei Sboren, bie mit einer gugfcette beginnen, urn 



i) gftijw butd^ ben ^onjettfaal, SBanb IT, @.63ff. 



70 3o$anne* 9»6tter, 

bann in Jpomopbonie fcberjugeben — eine ©cbreibweife, bit 
befonber* in ber t>tc 35acfcJ?4nbelfcfce Spocbe ablSfenben nod) 
bdufig angewenbet nmrbe — gefc^te^t e$, ba%, fobalb Me Duress 
f ftbrung t>on oben nacb unten gebt, ba$ 5£bema unten wegen 
febr einfacber J&armonifterung abgednbert wirb* SKeifi banbelt 
e* ficb ba urn paratfele SBejiebungen jwifeben SWittel* unb 
SlufjenfKmmen mit mebr ober weniger 2lu$fcbmftcfung* Slucb 
bie gagottjlimme im SKittefteil bcr 2lrte „J)en gel* b<rt SWofe* 
©tab gestagen" if! blunter ju reebnen* 

SBurbe man bit 2lrie „?afjt micb ibn nur nocb einmal 
fuffen" in trgenb einem ©opran* ober fcenoratbum fmben 
unb man ba$ anbere gar nicbt ju ©effect befommen, fo mufjte 
man trog bet Smitation in ben ©berfHmmen an bet Slater* 
febaft 95acb$ jwetfefn. Die tm Jpauptteit fafl ununterbrocben 
f ortgebenben Sterjen* unb ©ejrtenparafifeten jnrifctyen ©ingflimme 
unb einer bet beiben ©tolinen, bie in btefer Jpdufung felbft 
2lboo!atenfunft mit motiofpracbltcben ©runben nicbt entfebufe 
bigen f&nnte, bit dngfllicbe SSe^utfamfeit in einem unter* 
brecbenben bocbfl ftmpet bwroonifterten Sborat mit ber Sing* 
flimme bei jebem Siertelfcblag auf ein barmonifebe* Snteroatt 
ju treffen, bie ftotfenbe SBafjbewegung, bie, meifl 9tote gegen 
9tote ju einer nicbt minber flotfenben SBiolafKmme gefefct, fafl 
nur inSierteln einberfcbleicbt, wfirben gegen bieScbtbeit fprecbem 

Slucb einen motioifctyen SBafi fennt bie £ufa$*9>affton nicbt. 
SWan trifft in ibr, abgefeben t>on @bordfen unb SRejitatfoen, 
einerfeit* nur ben „gebenben", ber ^omopbonie ein wenig 
aufbelfenben, eine SWanter, bie jicb nacb SJacb nocb Idngere 
$tit at* alter 3<H>f biett; t>gl* f)auptf&tf)li(f> bit tybtt „gurcbt 
unb bittern", „9iie !einen", „^err, tytx jtnb jwei ©cbwert", 
„Sr \at anbern getyolfen", „i?inroeg mtt biefem", „23iji bu 
ber Suben tfonig", unb bit Slrie „$a$ 8amm t>erf!ummt". 
2lnberfett$ if! ber 25afj ein nur barmoniemarBierenber fcrommeU 
bag; \>qI befonber* bie Slrie „2Beb unb ©cbmerj"* 2Benn 
SBoffrum meint, bie @bordle ber 2ufa6^affton b«tte 23acb 
art ©ejrtaner nicbt fo gefebrieben, fo !ann man wobl f^gticb 
btfjaupttm einen fotcben Orgelpunft wit in ber tegten Slrie 
aucb nicbt 



9Rottafpra$e unb €>tifatt btl jungm 83adj, 71 

£te 3t>entifijterung bed jungen 2$acb mit bem $ompo- 
ntjlen 6ct2u!a^^affton ifl wie bic aSetwecbdlung eine$ teifienben 
@ebirg$ba#e$ mit einem ©iefenbdcfcleim £$ iff unbegteiflicfy, 
nrie man ©cfyrodc&licbe* erwartete, wo @*ofje$ nacb Sntfak 
tung rang unb uberfcfmumte, 25ac# unb bet unbefannte $oms 
ponift ber 2ufa$s9>affion ftnb grunb&erfcfctebene SWentatitdten* 
£>b e$ jemato getingen n>irb, biefen Unbefannten fennen ju 
Uxntn obtx bet genauerem SJetracbten ate einen fc^on befannten 
nneberjuetfennen, ifl einflweifen nic#t abjufe&en* SKancfce $&$t 
&f)min langfl Sertrautem, abet e$ finb immer nux etnjelne* 
2Me ©efamtgeftatt lafit ft# no# nicfct tbentifijierem Sin t>or* 
ba#f#e$ SBerf, nrie $re§f#mar meint, bad in ben ©ebaftia* 
mfcfcen Jfcete ^ineingeboten !6nnte, ifi jebenfaflfe bie 2ufa$* 
9>affion au$ motfofpracfclicfcen unb ftiliftifcben ©ttinben nic^t* 



Mtitit. 

VOilfytlm TO ttttv. €>tubtfn fiber bte €>»mm(trie im S3 aw bet 
$ugen unb bie moH&if^egufammenge^rigfett bet $r&lubten 
wnbjugen be* „9Bo$ttemperiertcn Clavier*" von 3o$ann @es 
bafHan ©a(£* (Sp^anblungeti bed @&$fif$en ®taatli(£en Jotfc^iinak 
inflttut* fftr ^uftftoiffenfc^aft &ft 3), £eipjtg, 93mrfopf & Jpdrtel 1922. 

3666* 

&cfpro$en von ftrnolb ©Bering (Jpatte a* b. ©•)♦ 

2Bad biefem Snbe 1922 etfcbienenen 23ucbe afe €mpfebtung 
mitgegeben wetben fann, ijl fein Xttel. g$ tfl ganj genrifj 
bed ©cbweiged bet Sblen wert, bad ^SBobltempetiette &bnrier" 
einmal auf feme mneten unb dugeten @ttu?tutgefe§e ju ftabieten 
unb bet anjiefcenben gtage nacbjugefcen, inwieweit bte gugen 
getfttg unb fompoftttondtecfcnifcb an ii)xt ^tdtubien gebunben 
ftnb* 3ebet, bet btdbet nicbt nut mit ben gingetn, fonbetn 
and) mtt $opf unb £etj SRutff gettieben b^t, wttb ftdj biefe 
Stage wtgetegt unb bte 2lntwott auf feine SBeife gefunben 
baben* 9tun fommt einet, bet aotgibt, bad ©ebeimnid bed 
gtogen JUatrietwetfd t>6ttig butcbfcfcaut ju fcaben, unb btx ben 
3Kut bejtfct, ed ju aCgememem ©ebtaucb auf tin paat !utje 
gotmetn ju jiefcen. 

Diefe gotmetn ftnb 3<*&fenfotmefa, SUcbenfotmeln, ©let* 
cbungem SDie SWuflf 25ac$d, fo metnt bet Setfaffet, f e i gat 
fetne SWuft? im gew&bnlicben ©inne, fonbetn beftebe aud SRecben* 
ejrempeln, beten jufdflige Sigentumlicbfeit nut bavin liegt, bag 
bem Sluge ftatt btt $af)itn wetf e unb fcbwatje 9totenffy>fe bat* 
gebo ten wetbem &)t 2$acb and tfomponieten ging, fcbuf et 
ftcb sundc^ff etne faubete matbematifcbe gotmet (©♦ 267), n ©iefe 
befttmmte faft tmmet bte Xonjabt/ unb oft aucb SR&pt&mif 
M Xbemad/ bte lobulation unb ©liebetung bed gugenbau* 



1 



tfritfc 73 

plan*, fowie unmet (!) trie Staftldnge bet guge, fei e$ butcfc 
6tc Slaftjafcl, bit gutte bet gotmbejie&ungen obet bit Slnja^I 
bet £&emeneinfd£e". 

9Kan mug ben SItem an&aften, um ben 3n^att btefe* @a$e$ 
in feinet ganjen Ungefjeuetlicfcfeit ju begtcifem Set $eim $u 
etnem SWuftfftiitf entfpriegenb bem SJoben abffraften £en!en$! 
2ltfo Slpot&eofe bet mufifalifcfcen Smpotenj! ©bet bie SetBum 
btgung einet neuen ^fpdjologie be* funflletifcben ©cfcaffen*? 
©a* lefctete ganj geroifj mcfct 2Betfet$ 23u# f)at mit 9>fps 
cfcologie nic^t ba$ getingfte ju tun* S$ t>ettdt in biefet #in* 
fic&t einen soflig unintetefftetten $opf, bet jienem mit ftjren 3been 
atbettenben SDenBen juneigt, bai einet 2ltt t>on SKonomante 
ctynlicfc fiefct Sin SJebutfnfe, feine 2#eotie itgenbwie tiefet 
ju funbteten, fiifclt et nicfct St ge&t auf etnem 2Bege t>ot, 
bet empitifd^ fc&eint, in SBBitflicbFeit abet 9>feubo*Smpirie be* 
beutet $&tnn roenigften* nocb angegeben wfitbe, wit ftcfc bet 
SBetfaffet ben Itbetttitt t>om ^a&ten* unb ©etbdltmffebenfen jum 
anfctyaulicfyen StonebenFen sotftetlt, obet roelcfcet 3«>ang ben 
,Romponiften einmal auf biefe, ein anbetmal ju jenet abfttaften 
gotmel fufctte, SWan etfdfctt e$ nicfct unb iff gejnmngen, ftc& 
2$ac& n>ie einen tec^nenben @ott t>otm erften @c&&pfung*tage 
sotjufteCen: ba roatb au* 2(bbttion unb SKultipltfation bie etfie 
guge be* SBo^ltempetietten 5Uatnet$! 

SBetFet ifl fe&t befotgt, feine pfcdnomenaten ©ijmmettieFon* 
fttuttionen fSnnten jattbefaitete ©emutet jut 2lblefcnung teijen, 
roetl fie auf bem SBoben be* teinen DenFen* geroacfcfen finb, 
unb t>etweifl auf ben SJotaniFet, btt beim Slnfti&auen bet SRegefe 
mdfjigFeit feinet S3(umen bod) and) niemal* $tgetm* empfinbe* 
Sagegen wdte ju fagen, bag 9tegefmdfjtgfeit unb Symmetric 
nocty feinen SWenfcfcen setlegt fcaben, fotange i&te ©efefce tein 
unb flat in Stfcfyeinung ttatetn ffiit fceigen jeben roiflFommetv 
bet un* SBacfcfcfye ©ttuFtutgefege aufbecFt, bit nutflicfc twt&anben, 
b. f). bet 2(nfcf)auung jugdnglid) ftnb. 3Ibcr wit fc$aubetn rot 
^itngefpinften, wie fie biefe* 58u(^ t>ot bem £efet auf jie&en lagt, 
noc^ baju mit bemainfptu^afeffiiebetbetebungaltet/WomSgtic^ 
„niebetldnbifc^et // ^omponiflenweie^eit ju geltem Dag 58ac^ 
bad 9tecbnen t>etfianb, wit itgenbeinet, unb feine SBetfe nic^t 



74 .ftritir- 

auf d ©eratewo&t fcinfcfcrieb, if! flcfcer. Sbenfo, t)a§ t)te ©efcfcloffen* 
^ett, gtn&ett unb SRonumentatttdt and) t>ti furjeften @aged 
auf planwffer Slntage beru&en. 3n biefem gewaltigen Aopfe 
fcctrfc&te btefelbe JWar&eit unb £>rbnung wie in (em t>on Slant, 
©oetfce obet einem anbeten unferer ©enied, unb ba&er na&m 
atted, wad ft# tbm entwirfte, ben ©eifl ber ittat&eit unb £)rte 
nung an, aud> ofcne sorbet ©egenflanb einer matbematifc&en 
©leicbung gewefen ju fern* SBdre toad) fo ju 2Betfe gegangen, 
nrie 8Berfet fid^ ben!t, fo fcdtte er tto§ attem ©enie nut Jpomun* 
Suit fettig gebtacfct* ®d ift 6er fcblimmfte SBotwurf, ten man 
bem SBucbe, abgefefcen oon feiner unnriffenfc^aftticben Sftetbobe 
unb facfclic&en Unric^tigfeiten, macfcen mug, bag ed bad SBer* 
bdltnid oon Urfacbe unb ©irfung, STOtttet unb 3«>e<f auf ben 
,Ropf ftetfo Sd oermittett 25e§iebungen auf bem a posteriori* 
3Bege, beutet fte aber fofort ind a priori urn, wobei eine $on* 
fufion ber SBegrifFe entftebt, bie gerabeju entfefctfcb iji 

€d fonn bem SJacbJa&rbucb ni#t erfpart bleiben, bem SJer* 
faffer bed SJuc^ed aucb in Sinjelbeiten genauer auf bie ginger 
)u fefcen, Die anfangd gefcegte Jpoffnung, bafi eine fauber bids 
pomerte unb einnnmbfrei belegte Unterfucbung bie JWuft ber 2ln* 
fcbauung jnrifcben SJerfaffer unb SReferenten oerringem m&ctyte, 
nmrbe atg getdufcbt 1 )* 3$ fenne !ein jweited 93ucb aud ben tegten 
jwanjig 3a£ren, bad mit fotcber @orglofig?eit gearbeitet unb auf 
tit 2ei$tgfdubig!eit nafoer Scfet angelegt ifi 3bm gebt bad erfle 
unb tegte ab, xoai jebe edjte ©iffenfctyaft forbert: SJjrf urcbt oor i 
ben $£atfa<#en, t>or bem ©egebenen. Sd ifl tm ©egenteil be* j 
berrfcbt unb beflimmt oon einer t>orgefafiten SWetnung, bem | 
bie Zatfac$en mit ©etoalt unb gift bienflbar gemacbt roerbem II 
§ 

l ) #terju fei bemerfr, baf? SBerfer, urn ifjm ©elegenfjeit ju geben, | 

feine ^rorir ^nf&nlic^ tjorjuf^ren, aufgeforbert murbc, auf bem lefctett 
(93re5louer) 95a^fc(l unb in ben OrrtQruppen ber Deutf^en 9Ruftfgefefc 
fc^aft in 2eipit9 unb Jpafle (^ier fogat auf ^inlabung bed oben Qejeic^^ 
neten 9leferenten) ju fprec^em 2)o tjon ben beim ^aQifc^en ^orttag 51n-- 
toefenben letber noc^ fetner fein 33uc^ getefen fyattc, fo befc^rdnfte fi$ bie 
£>i$fuffion na<^ ben tm gluge vorgebrac^ten €r(duterungm bed Cbut^ 
f rdlubtum* mit $uge auf ein paar unettoibett gebliebene Augerungen 
fiarfen SBefrembenft* @onfi ^dtten n>ir i^m wotyl fd^on bamatd o^ne 9lft(f- 
pc^t auf bie ^erfon ewtge gefcbe gefd;»orem 



$ritif* 



75 



Urn biti ju beweifen, gctifigt e* eintge beticbtge 9>atrien 
be* 23u#e$ #erau$jugteifem 

©om #auptt&ema bet guge in cismott 



^ 



fagt SBBerfer (4): „£>et ©tunbton t>on cismott fattt in feinen 
Jcttton his, unb bet ©tunbton bet 9>atattettonatt Ebut anU 
wottet biefem ©tunbgebanFen in Dut: E fteigt in feinen £cites 
ton dis fyttab". £a* Flingt fcatmto*, tft abet beteit* etn @#ttc&* 
©afjj in taufenb gdffen E bet ©tunbton t>on Ebut unb dis fcin 
Settton fcin Fann, weifi jebet* SDat>on jebocfc ju fptec&en, wo 
jebe$ £>£t e ate SWotttetj unb dis afe abfleigenben 8eitton 
empfinbet, iff cbenfo finn(o$ xvk bit SJefcauptung, bie etflen oiet 
S£6nc umfafjjten „fc#on jwei gegenfdglicfce £ongefc&le#tet", 
ndmlicfc cismott unb Ebut. 

SBetFet entbetft nun ba* gugent&ema in ben etjlen t>iet 
XaFten be* ^tdlubium*, tnbem et bie etflen beiben 23afjt6ne 
mit btm h%ttn 93iettel bet Sbetflimme (!) be$ 3, Xalt* unb 
bent folgenben dis matFtett: 



(1) (2) (3) 



(4) 



^« *^Ut ^ f 



fetet 



unb etldutert baju: „Da$ fcfcwete SWott im SJaffe, ba* ficftte 
®ur (!) im ©optan"* SWan btaucfct fibtigen*, n>a$ bei biefet 
©elegen&eit ootautfgefcbicFt fei, bei ber 8e!tfite 2BetFet$ feine 
£>&ten ju fcabem S&t unb mufiFatifcfce Sntettigenj mfiffen, 
xvtil aufjjetotbentttc^ ftotenb bei folcfcen fubtiten Untetfuc&ungen 
ubet 2$ac&fc$e SKufiF, ganj au^gefc^attet bleiben. SDaf&t bebarf 
e* fc&atfet, fc&dtfftet 2lugen, — Slugen, bie Mtfcfcfcnefl fiber 
tie 9totentei£en ju fftegen t>etm6gen unb immet getabe btn 
obtx bit 9totenF6pfe entbecFen, bie SBetFet ffir feine ^ptdfla* 
biltette JJatmonie" gerabe btaucfct, g(ei$gu(tig, ob fol# ein 
Son, fot# tin Slugenmotio in bet £>bet*, SBittefe obet Unlet* 



76 



Mtxt 



fUmme flsfct, ob bet £on betont obet unbetont, motunfcfc obet 
ntcbt motfoifcb, J?aupt* obet gulltou ifi €t ntmmt tfcn, tote 
bet £ieb bet bet 9tacbt, wo et t$n ftttbet* gtguten tote biefe 
(©• 275): 



fli g^^Mhr^Sjr I h r/J |i 



getten t&tn obne toettete* ate @fetcbatttge& Sbenfotoentg bebatf 
e$ etne$ fonbetltcb autfgebttbeten 3ntetoafluntetfcbetbung$oet* 
mogen*. £$ fommt SEBerfet gtofjjfigtgettoetfe unmet nut 
auf ba$ „Ungefd^)t // am Sb alfo, tote ficb fogfeicb jetgen 
tottb, etne fiuatte tein obet oetmtnbett tjl, tut ntcfct* jut 
©a$e* 

9tac^bem btt ubettafcfcte Sefet ficb ubetjeugt f)at, bag taU 
fdcbKcb in bm etflen 9>tdlubtumtaften bte Sftotenfopfe cis his 
e dis ootfomnten — toarum fottten fie aucb nicbt, ba fie \a 
lettetetgen finb! — , etffdtt SBetfet btn mottoifeben ^ufammen* 
bang fut „betgefleUt"* 2luf bte Stage, too benn ba* legte cis 
bleibe, ba* jum Xtyma gebott tote bet §ufj jum $6tpet, ant* 
toottet et nid)t aSegtetfltc^ettoetfe, ba et ba$ Sterna t>on 2fa« 
fang an ubet&aupt ntc^t //geb&tt", fonbetn nut ate opttfetyen 
Stnbtuc? beatbettet bat 9lunmebt toitb nacb toettetem 2*ot* 
fommen bet £bema*9lotenf6pfe gefucbt Dafj fie gefunben 
toetben, tfl bet be$ 33etfaffet$ biplomattfcbet ©c^utung oon 
Slnfang an getoifi. UnmoglicbHeiten, SDunfel&etten Bennt et 
nicbt St tjl bet febtaue SWann bet „3Benn // unb „2lbet", oon 
bent 95fitger$ ®ebtcbt bebauptet, et ^abe au$ Jpdtfetltng ©etjen 
madden fonnem 2lbet bat ffite mteteffiett £$ (obnt fi#, bie 
roentgen £afte 83acb$ ganj fctjufegem 







Mtit. 



77 




Der 8efe* pu$e bit SBrtffe, faffe SWut unl> erfcfcretfe mcfct, 
wenn SBerFer (©♦ 42) au$ fctefen £aFten fca$ fogenannte gugen* 
t&ema nic&t wentger ate metmaf tyerauSfcteputiert, ndmlicfc: 

(5) (6) (7) (8) 



i 



» 



■g 1, J t 



:*=£ 



^5^ 



^^ 



sLLJ> 



(6) (7) (8) 




gaffung 9lr. 4 fteflt „bemt« eine Mfi&enbe a&mation" be« 
jjaupttbema* bat. @ie bringt anfleblicb. fewiet in %oXi 11 
beffen bidber fc&metrjUcfc »ermij}ten ©c&lufiton cis. 

Sttber ber Unfug ge&t wetter. SSacb fcbwibt in XcXt 11 
bi* 14: 



78 



Aritif. 




H- a J - .Vi 



a 1 ; flqj^ty 



(id 



(12) 



WMTO.p 



IT'J'JJJJJJJ 



w 




K 



Mu-j nrw 



(14) __ (15) 



(13) 



si 



^ 



m 



S^ 



Hi 



gg? 



SBerfer* Sluge fltcfct fur fcine ^roetfe fotgenbe SJtotenfopfe 




'• J W h jn <■ = 



i '- J V I * JJ 



^f 



T^ 



(11) 



a2) 



i Hfc 



< V^ 



(13) 



^ 



£ 



(14) 



(15) 



- 1 1 J-r 



^'^ i 1 ; 



si 



unb belobt fi$ fogtetcfc felbft fur feme Seiflung mtt ben ©orten: 
„ftberatf &ben unb gormenretefctum bet &6#f!er Stnfcett" 2lu$ 
Zalt 27, 28, bte bet 95a* fcetgen: 



Mtit. 



79 



(27) 



3Jfe»#FfH 




jsb: 



wetben bte SJtotenftpfe cis his e in foJgenbet gage &erau$ge$ott 
unb „gen>utbtgt": 

3n biefet ungfauMtcfr nabcn SBBeife witb bat gntbetfet* 
gefcfcdft, bat jeber aucfc nut t>on fern apptobtetten nriffenfcOaft* 
lichen STOetfcobe Jpo&n ftmctyt, fottgefegt — £et fcfc&njlen ttbet* 
tafc&ungen ftc^er iff man immer bamt, wenn SBetfet an$ „2la$* 
jd&fen" bet Stone, bet &erau«geftydlten STOotbe unb SWotfo* 
gtuppen fommt 8aum bafii man ft#$ setpefct, jlefct man t>or 
einet feiner beliebten // @t)mmettien // obet ^a&lenfpteteteiem 3ft 
ermc^t ein JpufatenftfidKein, mnn er ant bem 9>tdlubium* 
tjjema 






^ 



3 4 6 2 1(0) 3 4 



SiE 



, ba$ jweimal nacfcetnanbet etftingenbe gugentfcema fyxaufybxt, 
— bie$mal jut Sntmutigung atfet, bte mup!a(if#e £>&ten fcaben, 
witHic^ „$etau$&6rt"? 9tdmlidS> mit btx 9totemtmftettung: 



j fe jp 



3 



-<*>*- 



=PEI 



s 



12 3 4 5 



1 2 



3 4 



Die ©tunbtegeln ber 9>&taftetung, bit nic&t erfi Sl^eotetifer 
in bet ©tubietfiube etfunben fcaben, fonbetn bie fcfcon feit 3afct* 
fcunbetten fejljlefcen, benufct 2Berfet in boppettet 2Beife* Jpelfen 



80 



tfrtHr. 



fie tbm, einen JUienten (ttwa etne %af)ht\fymttutxit) burets 
jubringen, fo ergreif t er fie obne 3&8**nj fioren fie bagegen feme 
Idngji wrfcer fcttige SRecbnung obey finb fie t^m fonfl unbequem, 
fo mug e* We orme 5Btffenfcfcaft auflbabem 3cb f)aU folcfce 
gdUe in ©erfer* 23ucbe ju Dufcenben angetroffen. 25a$ ©efubt 
ber Un§ui>er(dfftgfeit in biefem 9>unfte wdcbft t>on ©cite ju 
€Seite unb fubrt ju ber fur einen Slutor f)bd)ft bef^dmenben 
Slatfacbe, bag man tym aWbalb nt'ebt mebr t>on bet einen jur 
anbetn $tik txaut ffiie bad 9>rdlubtumtbema ju pfyrafteren 
iff, (at 95a* felbft in ben Saften 10, 16, 17, 18, 19 unb 
witerbin angegebem SBerfer bebarf einer anberen ^afietung/ 
ndmli#: 

-[77771 

fonfi ftimmt fein SRecbenejrempel nicbt Unb wie !ann jemanb, 
bem e* urn Srgriinbung ber SBabrbeit ju tun ifi, e$ t>or fei* 
nem ©ennffen unb ber 9tacbn>elt wrantroorten, menu au$ btn 
Xatttn 15—17 ber Sberflimme: 

NB. NB. 



jroeimal bat breitonige (!) Xfyma fcerau$gefcbdlt wirb (©♦ 50): 




m 



-&± — <s>- 



T=XL 



¥=*. 



alfo unter offenftmbiger gdlfcbung ber 9loten bei *, bie im 
Original e unb fis beigen* Derlet Xafcbenfpieterfunflftude er* 
noarten ben 2efer auf ©cbritt unb JCritfc 9toten roerben fort* 
getaffen, jugefefct, STOotfoe gefurjt, t>erldngert, ^Jartifel t>on |>ier, 
t>on ba genommen, — ganj wie e* bem SJerfaffer beltebt, 
beffen 9tecbnung lange feflftanb, ebe er 85acb$ SWufif ibr geffigig 
mactyte* @ebr peinlicb mug e$ ibm fein, ju bemerfen, bag 
tt in ber cismoC*§uge (©♦ 60) einen ganjen Xbemeneinfa§, 
ndmlicb bm von Zalt 85—88 im 2ltt, ju jdblen oergeffen ffou 



wr 



■Sttitif. >81 

Die fiebente 9tote bed $ontratl>ema$ betfit l)ier ndmfid) (wit 
an ben analogen ©tetfen in Zalt 95, 96, 101, 103 nad) unten 
untgebogen) fis, nid)t a* Denn nun mufj 6ad Syempet auf 
anbere SBeife fKmmenb gemad)t werben. Datffelbe paffiert ifcrn 
auf @. 68 unten* Jpier fd)eint et3, ate fet ber 20teinfa§ be* 
son t&m fo genannten $ontratfcema$ in Xatt 57 nut unter* 
fd)lagen, urn nneberum bie ^©ijmmetrie" ju rettetu Der b6fe 
23ad)! 

©old)* Unterfd)lagungen, bit bergefer, wenn er bie9toten 
nid)t t>or fid) l)at, natfirlicl) nicf)t afjnt, fommen oft mebrere 
®tittn btntereiuanber t>or, fo, urn bet ber cismolisguge ju 
bleiben, auf ©. 74 untem Die d)araftert>ofle 2lcJ)telben>egung 
au$ bem 2* 2#ema erfd)eint in ber befagten gorm nid)t funf, 
fonbern neunmal, mad)t atfo au$ *em fd)6nen ffinfblattrtgen 
^astutenfetc^'' auf ©♦ 75 leiber einen neunbldttrigen. Urn in 
ben legten t>ier gugentaften auf er ber (e§ten Sngfubrung bed 
J?aupttl)ema$ mit bem 3* Zfyma nod) eine weitere Sngffibrung 
bed J?aupttbema$ ju entbetfen (©♦ 75 SJRitte), ba§u reid)t meine 
©el)fd)drfe nid)t au& 2BerFer fiel)t jte, roett fonjl bit beljerr* 
fd)enbe 3^1 5 in g**g* gefteflt rodre, wad jur Sfjte S3att)$ 
FeineSfatfe gefd)el)en barf* ©ebr erl)eitewb nrirf t auf ©♦ 81 f ♦ 
bie Slabetfe afler berjienigen £6ne unb £6nd)en, bie in Sffierfer* 
tfSlufbauptan" ber guge bte bal)in feinen 9>la§ gefunben fatten* 
Da aber and) biefe irgenbroie „begrfinbet" fein mtiffen, fam 
er auf btn ©ebanfen, fie t>on liberaliser jufammenjulefen unb 
§u jd&lem Der £efer fiefct unb flaunt: e$ finb nad) SBerfer* 
)3d&lung 115, alfo gerabe fotnel, ate bie guge ZatU l)at! 
„Der @d)auenbe ttnrb mit fteunenbem Sntfegen erffittt t>or 
biefem SSaumeifter SBad)" (©. 65), SBirflid)? Da id) merfe 
nwrbigerweife nid)t$ bat>on t>erfpurte, glaubte id) an ber J?anb 
ber Slabelle tint ©tid)probe mad)^n ju follen unb fanb — 
fefcr \>iel roentgen SBerFer fjatte, ganj abgefel)en Don ailtn 
»orl)ergegangenen SBJitlfurltc^fettcn, aufd* neue gefdlfd)t! 3d) 
notiere bat>on nur folgenbet* (f* ©. 82 oben): 

Zenor: 9tote 9lr* 6 ifl an bie t>orl)ergel)enbe angebunben, 
jd&tt atfo nid)t; bedgf* 9lote 16. 

Sttt II: Olote 11 n>ie obem 

Sa(t>«3a^t6u(t> 1922. 6 



82 Stirfr. 

2I(t I: 9tote 15 fiberfcaupt nicfct tjor&anbem 
©opran: 9iote 15 an bie t>origc gebunben, jd&ft alfo m$& 
ffieitere folder >JauberfunftfHttfe fmbe icfc j. »♦ auf©. 112 ff v 
$rd(ubium unb guge in dmoff betreffenb* 2Ber ftcfc bie SRfifce 
nimmt, ©erfer 9lote f fir 9lotc ju fontroflieren, gerdt t>on eincm 
©taunen ind anbere. 9tid^t ein etnjiged biefer SBeifpiele trdgt 
tie St>ibenj ber sjtaturlicWeit, nic&t em emjiged fiberjeugt Daf&r 
fraffe ©jttffir unb ©pintifterereu Sltfed ouf Soften bed „grof| en 
SBaumeiflerd" S5ac$, bet ftcf> bagegen nid^t tne&r roe$ren fanm 
Sr wfirbe ficfc fd^on bebanft ^aben far eine Xabette rote fete 
auf ©♦ 10ff v He - gan$ abgefe&en ba&on, ba$ fie brei giguren 
unterfctyldgt, alfo aucft ju gunften ber SE&eorte gefdtfc$t if! - 
jum SBerftonbm* bed 83a\id ber Cbursguge nic^t bat geringfte 
beitrdgt Unb mit eincm frdftigen barorfeg 2KuftFantenfludf>e 
rofirbe er ficfc t>erbeten fcaben, ftcfc an ben SEaften 8-10 unb 
19-29 feme* Cbur^rdtubtum* berart ju t>ergreifen, rote ed 
SBerfer <8.1&ft. tut 

JDtefe flonfhruftton be* fogenannten „p$ontfc$en 9lacbfa§ed" 
mit ber an ft# rounberfc&Snen ^tyramibentafel auf ©♦ 19 tjl 
eine ber grfifcten Dretftigfriten bed ©erfafferd; in&aWicfc ber 
bare Unftnm 3$ f firc&te, bafj SBerfer, wenn er nic&t btiititm 
bei ©eb, 25ac# unb bem feit brei Sa^ren faimgegangenen 21* t>on 
©ettingen tyterffir Slbbitte leiftet, nie in ben 9Ruftfanten$imme( 
fommt, fonbern ju eroigem 2)ec$iffrteren p$onifc$er 9tadf>fd$e 
wrbammt roerben roirb, 

Diefe unfaubere 2Bdf<$e tn after SBreite *>or unfern 2efern 
burctyjuroafcfcen, erfpare ic$ mir ber uberaud mefcn notroenbtg 
roerbenben 9totenbeifpiele roegen unb f&fcre lieber no# einige 
anbere Sntgteifungen bed SBerfafferd am 

Unter ben ttwa ein %<Ab SDufcenb $unflgriffen, ntit benen 
SBerfer arbeitet, ijl einer«ber gefd^rfictyflen ba* leicfctfmnige 
Umgetyen mit SBudbrittfen roie „Umfe&rung", „Umbtfbung", 
Variation"; ^SBerjierung", STOit i&rer ffrupellofen ©erroen* 
bung — btm Sefer ate ^felbfberftdnblicfc", „leu$t erfennbar", 
„naturltc^ aufgebrdngt — getingt ed tym, bid ini ®rotedfe 
ge&enbe STOotfobejiebungen fcerjuftetfem SBdre SBerfer 9(bt>ofat 
geroorben, er f)&ttt, urn [eine ©elinquenten ju retten, fdmt? 



Jtrirt!. 83 

licbe tyatagtapfan be* @trafgefe$buc&e$ auf ben tfopf geflellt 
3c& oeweife auf bte 3lu$laffungen jur E bur*guge (©♦ 220(f ♦). 
Jpier jeigt ft<&$, tote fe&r bi^^er oerfdumt toorben if}, folc&e 
factytecftnifcfcen SBegriffe flreng metyobifcfc burdfouatbetten, unb 
ipte bringenb nottoenbtg e* ifi> auf biefem ©ebtete jene ftreng 
formate $ud)t einjuffi&ren, bie unfere um fo t>tct altere 
©cfctoefier, bte 9tyilologte, fo fcocfc gebracfct Dann toirb etn 
befcfcdmenber Dtlettantt$mu$, tote i&n SBerfer vttVotpttt, in 
3u!unft nicfct me&r moglid^ feim Slucfr ber gut mittelalter* 
lic&e 2lu*brutf pes, ben 2Berfer ftd^ ffir tint tm SBerlaufe eine$ 
©tfidfe* tpteberfefcrenbe gigur aneignet, um fcanbjjreiflicfce aritfc 
mettfc&e ftbereinfJimmungen ju erjieten, toirb mifi brauc&t unb 
mufj ftd5> grobe Deutungen gefatlen laffen* Dabei ftfmmt bte 
SRed^nung ntrgenb*, 3n bet Sfcoralpfcantafte ^omm, fceiltger 
®eifl" (»♦*«♦ 25 II, 79) nennt tx pes bte gigur: 



frr, t f JP *Tfl J^ | J' 



9tac& 2Berfer$ ^prdfJabilterter #armonie" mug bte $aty 
i&rrt grfc^etnenS 53 betragen, n&mli$ bte J?dtfte ber Xaftja^t 
ber Jtompofttiom Um biefer faen 3bee tottfen e$famotiert 
er ben jtoetmal erfd^etnenben Sluftaft: 

mtt fcineim 2to$ if! aber, Jperr ffierfer, fetn „8ufj", fonbern 
eine,, 3*$*"* Unb toarum tft trogbem eine britte biefer ^efcen (in 
Xalt 104) nid^t mitgerec&net? DaSfelbe @#toinbelman6oer 
in ber Cbur*guge (©♦ lOffO. 9Benn SBilbungen tote 9tr* 47, 
60, 75, 85 aid pedes sd&len, toarum nid)t aud) bit in Xalt 11 
bis 12 (@oprO, 7/8 (SBaft), 23 (3llt)? ©ber tm Esbur*$r& 
lubium (@. 130ff0* Jpier finb nicfct roeniger aid neun pedes 
unterfc&lagen (in Xalt 25, 27, 42, 47, 49, 53, 56/57, 58, 
61), toa* fein ^SBenn" unb fetn „aiber" ber ndc&flen Stabede 
entfc&ulbigen fanm Ober in ben fcabellen ©♦ 172—174, too 
nu&t nur bte gafrl ber fogenannten SJegleitattorbe, fonbern 



84 



Mtif. 



fogat beten ©tigtnalfotm auf fibetaud fetfe ffietfe gefdffcfct 
ift, wte ftd^ jebet an bet Jpanb fetned $fometej:empfatd ubet* 
jeugen fantu Unb bet bied ailed niebetfebtieb, wagtc ed (auf 
©, 136), einen ©tein gegen gtanj $tott aufjubeben! SBagte 
ed abet nicbt, ben 9iamen 23ufoni ju nennen, bem et wobt bit 
Slntegung sum 9lacbbenfen fiber biefe SWatetie t>etban!t unb 
bet febon 1894 in feinet Sfodgabe bed etfien £eild bed ©ofcfc 
tentperietten JWatnetd, bann nod) bteitet tn bet 1915 etfefcte* 
nenen 3ludgabe bed jroeiten Xetld in ebenfo getfit>offer wie 
befcutfamet unb befefcribenet 8Beife fiber 93ad^fc^>e ©ttuftuten 
gefptocben f)at % 

9Kcbt einmat ba, wo bet 2efet bie £atfac$en febnefl unb 
letc^t nacbptfifen fann, fcettfcfct ©enriffenbafttgfeit Urn nacfc 
juwrifen, baf? bie ilaftjafcl 26 bet dmolkguge fogat in bet 
^afcl btt 9totenfopfe (!) bet fecbdjHmmtgen ©cblufiwenbung 
ibted 9>tdlubiumd twfommt (folcbe JDtnge feftjujietten, beteitet 
bem ©etfaffet unbefcfctetblicfce ©onnen), bturft 2Betfet biefe 
felbjt note untet a) ab. Diefe Saffung tytt abtt jroei gtobe 
Seller; bet SBinbebogen tft falfcfc, ed fe&tt ba^ h, fo bag eine 
fcifclicfce ©ttmtnenfottfcfctettung entftebt 25acb Wtieb ganj 
fidget niefct nrie Sjetn^, fonbetn roie untet b) unb etlaubte ftcfc 
ben 2u;ud t>on 27 9lotenf6pfen* 



i 



») 



53*1 



i^tf±4fy^ 



fefet 



P ^* 



^ 



w 



feba: 



f 



#uf#eiig alfo unb obetfMc&fab! SEBcttet^tn, aid SBetfpiel 
ffit bit Dielen t>etfefctten unb nu§lofen ©iatifiifen bt^ SBucfced : 
©♦ 301 roitb bit tmmet&in ungeroobnlufce Xatfad^e ootgettagen, 
bafj bit ^abt bet Zxiiltt in bet Fbut*guge ju bet ifcted 9>t4(u* 
biumd ftcb t>etfcdtt wie 7 ju 14, ©enaue SionttoUt bed* eine 
neue gdlfaung ffietfetd auf. St rennet ben ZxiUtx auf btx 



■foitif- 85 

ubergebunbenen 9lote b bed 13* Stafted unfiatt^afterwcife fur 
ficfc, Dfrne biefen ©cbKcb autb in bem ^ataUeltaft 15 (!) an* 
juwenben, ferner ben ^ratter in £aft 17 ate ri^ttgen:inKer* 
3n bet guge bagegen werben bie t>6flig gleiebberecbttgten trailer 
in Xatt 45 unb 55 au$ burebficbtigen ©runben ate unbraucb* 
bar faCengetaffem .Sarin man, wem fo et^d in bit geber 
fftejjjt, aucb nur einen etnjigen ©$ritt writ ttaucn? 35abei 
wimmelt ed son 83erMaufulierunge:m liberal! , wo 93acb ben 
ortbopdbifeben @fiebert>errenfungen2Ber?erd nacbgeben mu§, unb 
bad Sjrempel §u jiimmen febeint, ijl er ffir ibn ber unuber* 
troffene STOeifler ber ©tjmmetrie* <&ttilt jjener ben 9tacbgeborenen 
aber t>or UnregelmdfHgfeiten, fo tyify ed fofort sorbeugenb: 
nicbtd naturttcber aid ba$, benn 7/ a((er etubenbaften ©cbabtone 
gebt 85acb^ ©tjmmetrie peinlicb aud bem 8Bege" (©♦ 47, 221). 
Sber ed werben bte armen Jperaudgeber *>erantwortJtcb gemacbt, 
bit t>or 50 unb me$r Sabren nicbt abnten, bafi Sffierfer im 
3abte be^ Jpetld 1922 ibnen ibren 23acb buebftdbttcb an ben 
gingern berjabten wurbe, gd ijl febon etwad Jjerrltcbed urn 
eine eigene SWetbobe! 

Den S3egriff bed SWotwd ate etned 2ludbrutf dbeftanbteite, ate 
einer Sinbeit, bie nicbt aud 9totenfopfen, fonbern einjig unb 
attein aud feelifcber ©ubjlanj befiebt, gibt ed fir ©erfer nicbt 
Die 2age im Stafte ifl ibm einerlei Sr jerreifit ed, wo ed fein 
mug, gefubllod wie einen gefcen papier* Die SJerdnberungen 
benen ed 83acb unterwirft, b*ben fein Sntereffe nur fo weit, 
ate fie ein ffiurfelfpiel mit 9loten barfieflen* Sbenfo rbtjtb* 
mifebe ttmgefialtungem SRefod tffc fur ibn Srgebmd blofjen 
tfalfutd- Die Jparmonif S3acbd, ate 3»ittel bed Sludbrutfd, 
wirb ganj audgefebattet unb tritt nur in ©eftatt teerer 5Eon* 
oerwanbtfebaftdfymmetrien in 88Berferd ©eficbtdfreid* Smmer 
unb immer wieber ©pttfebed, nirgenbd Sflfufiifcbed, wabrbaft 
SRuftfalifcbed, <Sd gibt gewiffe $ranfe, bie ficb einbilben, eine 
$ub fei ein 9>ferb, unb ein ®afti)au* eine Jftrcbe* @ie glauben 
bad aucb „beweifen" ju fSnnen unb wunbern ficb &tf Stobed, 
wenn ein ©efunber ibnen nic^t beifftmmt* @o erfebeint mir 
ffierfer in fetnen „@tubien"* Sr glaubt fefi baran, bafj bad 
Ztyma ber Cbur*guge fotgenbe ©efialt bat: 



86 



Aftttf* 



(24 Zbnt) 



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ober to* bet cQofcguge: 



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(28 £*tic) 




ober bad bet Ebur*guge: 



(12 Zbm) 




m$t roetl erd aid rec&tfc&affener STOuflfant fo f&fctte unb oer* 
fl&nbe, fonbem toet( itjn be? ^afctenbdmon rettet Sr glaubt 
f enter baran, bafj in bem 9>rA(ubtenmotit> uLi ber cmoftguge: 




bte erjien bret 9toten be« gugent&emad ^et^ftflt" tiegen, rodfc 
renb beibe ebenfowemg tttoai mttetntmbet gemetn fcaben wte 
bte 2Borte @uftat> unb ®aftyof* fiiner bet t>ie(en SJeitr&ge 
ffierferd ju etner neuen 9>&rafterungdle&re tji audf) bte Fofttic^e 
gaffung bed X^emad bed Ebur*9)rilubiumd: 



f ft v rfl fr 



[fo!] 



*=*=* 



Tnfjfl fll 



Sd barf betleibe ntcfct no# ba* gis bed 3. SEafted ange* 
fcdngt roerben, fonjt gerdt bte 3<*&l &** S^ement&ne, bte un* 
bebtngt (mtt ben SWorbenten [!]) 24 fern unb bletben m\x% tnd 
@c$roanfen, unb ffierferd befte 3bee rodre ba&im ©abet fin* 
bet er nocty bte @tirn, ju be&aupten: man f&$e, ba$ 9Reifier 
SBacfc ftcfc „wte fc&on bed ofteren mtt ber jettgemdfien 3lrt bed 
qtyrafterend in fretffiem 2Biberfpruc& beftnbe"* Quis ridet? 



Jtritir. 87 

3m QtQttyotal ©♦ 344 fd^reibt ©erfer ben Xritfer in gorm 
t>on fo melen @e#§e$ntefa (!) au*, al* er fir feme SRec&mmg 
brauc^t; tni Sterna ber cmoff*3m>ention (©.260) nfifct i$m 
bet SErttter ntcfctt, fotglicfc Metbt er unbetfitffiefctigt. 9iaturlic$ 
tornmt ni<t)t bat geringfle auf SRic&tigfeit ober Unrtc^tigfeit 
folder 3^enfpietereien an, &ei benen ber SBittfur unb QittU 
fett £tir unb Slor gefiffnet ftnb* 9tur mufi, roenn f#on eim 
mat ba*on bte SRebe ifl, ®&rtic$feit unb ©au&erfeit be* 2)enfen$ 
aud) &ier t>or$anben feim Unb biefe fe&lem . 

ffierfer iji nitfyt e&rticfc, weber gegen feme 2efer, nocfc ge* 
gen ftcfe fetbfi, <£r fefct ftcfc anflanbsto* fiber bte @runbf% 
ber i&m rote unt in glctcf>er SBJetfe ubermac$ten muftfaltfcften 
Sogif fcinweg unb gerdt in ©op&ifitt Son mufifalifcftem 
JtflnfHcrtttm t>otfenb* tjt ntc&t* ju fpftrem ©enrif;, man fonn 
ntemanb jroingen, SKufif mit bem Jperjen ju madden, wenn 
er nur ben $opf baju gebrauc^en will* SBber bann fott btefer 
$opf roenigften* Hat unb ric^ttg ju benfen t>erm6gem ©er* 
Here Simony ber tf)n t>er$ejtt $at unb fc&roerficty roteber lot* 
taffen roirb, iff bte %ofyt, beffer bte $af)itnfymhoiih @r &at 
ftc& i$r mit Jpaut unb Jjaar t>erfd^rieben. Sr iff franf an 
tf>r* gr &at burcf) fie fetn ru^tge*, gefefKgte* muftfalifcfce* 
Denfen, feine ffinfllerifctye ©elbfljuc&t t>erloren unb irrt nun, 
„wn einem b6fen ©eijt im $rei* fcerumgefu&rt", in ben ©or* 
$6fen enter unfruefctbaren ©pefulationSfunfl timber* Unb fo 
eng ijl fc&on ber Jporijont urn i&n geroorben, bafi er atten 
@rnfte$ t>ermeint, bat aUtt, xoat er mit ©ctyroeifi unb 2R&&e 
au$ ben grofen SSJerfen ©ebaftian* &erau$gef(aubt, fei roirfc 
lid) etne ©ffenbarung biefe* ©eifie* unb $dnge teib&aftig mit 
beffen JJunf! jufammem 

Der gatt if! tragtfcfc unb l&<t)txlid) jugletc&. S£ragifc&, roetl 
man erfennt, nrie |>ier mit ganatfemu* etne 3bee t>erfoc#ten 
roirb, bit ftcfc felbfi in* 3lbfurbe fu^rt; Wd^ertic^, roeil bie 
STOittet, mit benen btefer jlampf unternommen wtrb, btn tit* 
mentarften 85orau^fe§ungen wiffenfd^aftlid^er gorfd^ung wtber* 
jhetten* ©cbttegli^ ijl \a felbfaerffdnbticfc, ba% jeber, ber ftc^ 
ja&relang auf ntd^t* anbere^ ait auf ein 5Berf wit bat 8Bo$l* 
temperierte ^lat>ter einfiefft, im 2aufe be* fBetrac^ten* auf 



88 &rttif* 

Dinge frifft, bte bfeber nur unflar ober gar ntd^t gefefcen 
umrben* Die ©erec^tigfeit aerfangt ju fagen, bag SBerfer bte 
grfenntnte einjetner, ofcne grage wicfctiger Sufammenbdnge 
baburcfc geforbert $at, baf er feme einfetttgBeit unb SBerbofcrt* 
&eit auf bie @pt§e trteb* ©otc&en 3ufammen(jdngen unter ganj 
anberen 5Borau*fe§ung«n wetter nacfcjufpfiren, tmrb f&nftig 
niemanbem wrroe&rt few, ©eit etne moberne 2#eorie bit 
anatytifcfcen Unterfuc$ung$metboben unb bamit aucf; bin SBlicf 
fur bit ard^ttrftonifc^en jlonftonten eine$ Xonjiudfe t>etfeinert 
unb gefc&drft fyit, ijl mit einer immer wetter fortfcfcreitenben 
nriffenfcfcaftlicfcen ©runbtegung biefer fo uberau* ttnd)ttgen 
gorfc^ungSbtdjtplin ju rectynen, Die SEBege, bte ber ginjetne 
babei einfcfyldgt, roerben t>erfc$ieben fein, nrie fie e$ hit tyutt 
noc& j. S3* im ©ebiete ber #armoniele$re ftnb* 2lber fie burfen 
mental* frumm unb fcfcief fetm 9lic^t roett bte SSe&auptungen 
biefer „©tubten" falfcfc, bte9>rdmtffen »erfebrt ftnb, tfl bte ©cbrift 
&erberblic$, fonbern ber ©efinnung roegen, bie in i&ren Debufc 
tionen berrfcfct. SKocfcte namentticfc unfer leicfct entjfinbltc^er 
muftfn>iffenfc$aftttcber 9tacfcnmc$$ gewarnt fein, fte ernfl ju 
nef)mcn unb ftcfc fiberreben ju lafien, ba$ bamit ein 9turn* 
berger Stricter ffir bat ,;S3acbt>erfldnbni$ be$ 20. 3abrbunbert$" 
gefunben fen Die beutfc#e95acbforfcb|tng roirbeSjeben* 
fall* able&nen m&ffen, auf folder ©runblage mit 
SBerfer gemeinfame ©acfce jumac^en, unb ft# fcfiten, 
ba$S3ucb ttxoa aU eine Seiftung ber beutfcfcen Sftuftf* 
wiffenf^aft ju betrac^ten 1 )* 

*) SttJtoifc^en fyat bte 93er&ffentltd[>un9 SBerferS audj) son anberct 
JDtffcnfd^aftlic^ct ©eite au$ 9Iblcf)ming erfa^ten (21. J£>eu{j in „*fteue gettfd^r. 
fftr OTufif ", LSfyritljeft; ©. ©djjftnematm in >}ettfd^ f, TOufifwiffcnf^aft V,8; 
JR. ©teattcfc e&enba).